Seenot

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Schiffbrüchige auf einem improvisierten Floß

Seenot ist eine Situation, in der unmittelbare und ohne fremde Hilfe unabwendbare Gefahr für die Gesundheit oder das Leben von Besatzung oder Passagieren eines Wasserfahrzeugs, z. B. durch Untergang oder andere Havarien, auf See droht.

Auf die Seenot kann mittels Funknotruf oder Seenotsignale aufmerksam gemacht werden, damit durch Hilfestellungen (z. B. Rettung) die Notsituation beseitigt werden kann. Neben der Bergung des Fahrzeugs und der gefährdeten Personen ist es bei größeren Havarien auch wichtig, eventuelle Umweltschäden durch auslaufenden Treibstoff oder Ladung eines in Seenot geratenen Fahrzeugs zu verhindern.

Gestrandeter Trawler Baldvin Thorsteinsson vor Island

Ein Seenotfall kann direkt oder indirekt durch schlechtes Wetter, technische Defekte (Maschinenschaden, Ruderbruch, Wassereinbruch, Brand), Havarien, Grundberührung, Fehler und Fehlverhalten der Besatzung (Navigationsfehler, Überladung, nicht gegebene oder falsch ausgeführte Anweisungen) oder durch Angriff von Piraten entstehen, oft auch als Kombination der Faktoren. Während eines Seekrieges versuchen die Beteiligten, gegnerische Wasserfahrzeuge (v. a. Kriegsschiffe und U-Boote) zu versenken (siehe auch Liste bedeutender Schiffsversenkungen).

Das Erkennen und die Einschätzung von Gefahrenpotentialen, die zu einer Seenot führen (können), ist naturgemäß subjektiv und stark von Erfahrungen und Fähigkeiten der involvierten Personen und der Größe und dem Zustand des betroffenen Schiffes abhängig. Entsprechend gibt es keine allgemeinverbindlichen Regeln, ob eine Seenot vorliegt, sondern dies ist vom Empfinden des Schiffsführers abgängig.

Keine Seenot herrscht vor, wenn ein Wasserfahrzeug einen Schaden oder Beschädigungen erleidet, von denen weder für das Fahrzeug noch für Leib oder Leben der Besatzung eine unmittelbare Gefahr hervorgeht. Ein Mastbruch einer Segelyacht, die unter eigenem Antrieb bei ruhigem Wetter einen Hafen erreichen kann, rechtfertigt beispielsweise keinen Notruf: dieser löst nämlich oft einen umfangreichen Einsatz von Such- und Rettungsdiensten aus. Einem hohen Aufwand stünde kein oder ein nur geringer Nutzen gegenüber.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überlebende eines versenkten U-Boots in Seenot, 2. Weltkrieg

In den 1930er Jahren wurden in vielen Ländern Küstenstreifen bzw. Kriegsschiffe mit Radartechnik bzw. Radarstationen ausgerüstet (Hauptartikel: Geschichte des Radars). Während des Zweiten Weltkriegs wurden weite Teile des Atlantiks regelmäßig durch Aufklärungsflugzeuge beobachtet; dort wurde die Atlantikschlacht geführt. Danach kam es zum Kalten Krieg, einem jahrzehntelangen Kräftemessen zwischen Warschauer Pakt und NATO. In diesem Zuge schossen beide Seiten zahlreiche Spionagesatelliten ins All; diese waren ein großer Beitrag zur fast lückenlosen dauerhaften Beobachtung der Weltmeere (auch der riesigen Weiten des Pazifik). Die interkontinentale Handelsschiffahrt hat seit 1945 stark zugenommen (z. B. im Zuge der Globalisierung und des Aufstiegs der Volksrepublik China zum zweitgrößten Exporteur der Welt). Dadurch sind zahlreiche Seerouten stark befahren. Ein in Seenot geratendes Schiff hat deshalb meist andere Schiffe in seiner Nähe, die im Notfall schnell zur Hilfe kommen und z. B. Schiffbrüchige aufnehmen können.

Alarmierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alarmierung erfolgt meist durch die Schiffsbesatzung selbst, z. B. über Seenotsignalmittel oder über Seefunk („Mayday“-Ruf). Sofern der Havarist dazu in der Lage ist, sollte fremde Hilfe ausdrücklich über den Notruf angefordert werden, weil ansonsten Unklarheit herrschen könnte, wer für die Kosten der Rettung aufzukommen hat. Der Notruf muss nicht der einzige Hinweis für eine Seenot sein, eine Seenot kann auch angenommen werden, falls Dritte entsprechende Beobachtungen machen, falls ein Schiff nicht plangemäß eintrifft (überfällig ist) oder wenn Wrackteile gesichtet wurden. Seenotfälle in internationalen Gewässern werden nach bestimmten Übereinstimmungen der Schifffahrt von Seenotzentralen behandelt. Maritime Rescue Coordination Centres (MRCC) sind nationale Leitstellen zur Koordination der Seenotrettung. Sie überwachen küstennahe Gewässer.

Die Bundesrepublik Deutschland hat die in einem internationalen Übereinkommen von 1979 festgelegten Aufgaben über Suche und Rettung auf See an eine privatrechtliche, spendenfinanzierte Vereinigung, die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), übertragen. Faktisch nimmt die DGzRS diese Aufgaben jedoch bereits seit ihrer Gründung im Jahre 1865 wahr.

Siehe auch: Seenotrettung

Maßnahmen der hilfeleistenden Schiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motorisiertes Rettungsboot
  1. Empfang der Notmeldung bestätigen ggf. wiederholen
  2. Noch während des Ausstrahlens der Notmeldung versuchen, das in Not befindliche Schiff per Funk anzupeilen
  3. Funkkontakt mit dem in Not befindliche Schiff aufnehmen (Schiffsname, Rufzeichen, Position, Geschwindigkeit und voraussichtliche Ankunftszeit)
  4. Wenn bekannt, rechtweisende Peilung des in Not befindlichen Schiffes
  5. Funkwache, eventuell Weitermeldung der Notmeldung
  6. Bildschirm des Radars ununterbrochen beobachten
  7. In der Nähe des Unfallortes zusätzlich Ausguckposten aufstellen

Besonderheit Hubschrauberrettung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Hilfeleistung durch Hubschrauber ist Folgendes zu beachten:

  • Sichtbarmachung der Schiffsposition durch Abgabe eines orangefarbenen Rauchsignals, Scheinwerferlicht o. ä.
  • Wenn möglich, einen größeren Teil des Decks als Aufnahmefläche vorbereiten und mit einem großen weißen "H" kennzeichnen. Bei Dunkelheit das Schiff so hell wie möglich beleuchten, insbesondere die Aufbauten (Piloten nicht blenden)
  • Nach Möglichkeit mit gleichmäßiger Geschwindigkeit fahren und den Wind 30° an Backbord des Bugs halten
  • Mit Wimpel, Flagge, Rauch usw. den Piloten die Windrichtung anzeigen
  • Die Hebevorrichtung am Ende des vom Hubschrauber herabgelassenen Windenläufers auf keinen Fall am Schiff befestigen. Darauf achten, dass sie sich nicht in der Takelage oder Aufbauten verfängt. Hebevorrichtung muss vor dem Ergreifen durch die Besatzung das Deck berühren, um einen Schlag durch statische Elektrizität zu vermeiden.
  • Wird vom Hubschrauber eine Krankentrage herabgelassen, so muss diese vom Windenläufer ausgeklinkt werden, während der Verletzte in der Trage festgeschnallt wird.

Planung und Durchführung der Suche nach einem hilfsbedürftigen Objekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wirksame Durchführung von Such- und Rettungsaktionen erfordert insbesondere eine Zusammenarbeit zwischen den Organisationen und Einheiten, die Luftfahrzeuge, Schiffe und Seenotrettungseinrichtungen an Land umfassen kann. Wenn spezialisierte SAR-Schiffe (einschließlich Kriegsschiffe) und Luftfahrzeuge gleichzeitig mit Handelsschiffen am Unfallort sind, kann normalerweise erwartet werden, dass eine Spezialeinheit die Aufgaben des Suchleiters übernimmt. Wenn keine Spezialschiffe zur Übernahme der Suchleiter-Aufgaben anwesend sind, sich jedoch einige Handelsschiffe an der Operation beteiligen, muss eines dieser Schiffe die Aufgabe der Suchleitung übernehmen. Diese Suchleitung wird durch gegenseitige Vereinbarung der betreffenden Schiffe gebildet, unter Berücksichtigung ihrer Eignung und voraussichtlichen Ankunftszeit am Unfallort. Das zuerst ankommende Schiff sollte jedoch jede notwendige Sofortmaßnahme ergreifen. Damit Schiffe ggf. zusammen mit SAR-Schiffen/Luftfahrzeugen eine wirksame Suche durchführen können, ist es notwendig, dass die Suchprogramme und -verfahren im Voraus geplant sind. Zu diesem Zweck wurden in Hinblick auf verschiedene Unfallsituationen eine Reihe von Suchprogrammen aufgestellt. Welches Suchprogramm angewendet werden soll, wird in der Regel von der Suchleitung entschieden.

Hilfeleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abtransport der Besatzung (durch Hubschrauber: mit Rettungshose oder Trage), Löschversuche (Brandbekämpfung), Abbergen des Schiffes, Schleppen des Schiffes u. a.

Der Notfallverkehr im Sprechfunk wird über die Frequenzen 500 kHz oder 2182 kHz oder über UKW-Kanal 16 abgewickelt. Inhalt des Seenotrufes (Mayday): Schiffsname, Rufzeichen des Schiffes, Position, Art des Notfalls, Art der benötigten Hilfe und Angaben, die geeignet sind, die Rettung zu erleichtern; längere Zeit zählend senden, um anderen Peilfunkstellen die Funkpeilung und Zielfahrt zu ermöglichen. Außerdem ist geboten und auf Verlangen auch gefordert, während des Notfallverkehrs von allen anderen Teilnehmern eine Funkstille einzuhalten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seenot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Seenot – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen