Seeon-Seebruck

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seeon-Seebruck
Seeon-Seebruck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seeon-Seebruck hervorgehoben
Koordinaten: 47° 58′ N, 12° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Traunstein
Höhe: 537 m ü. NHN
Fläche: 47,92 km2
Einwohner: 4591 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 83358, 83370, 83371, 83376
Vorwahl: 08667
Kfz-Kennzeichen: TS, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 89 143
Gemeindegliederung: 66 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Römerstraße 10
83358 Seebruck
Website: www.seeon-seebruck.de
Bürgermeister: Bernd Ruth (CSU)
Lage der Gemeinde Seeon-Seebruck im Landkreis Traunstein
ChiemseeLandkreis Berchtesgadener LandLandkreis RosenheimLandkreis AltöttingLandkreis Mühldorf am InnWaginger SeeWonnebergWaging am SeeVachendorfUnterwössenÜbersee (Chiemgau)TrostbergTraunsteinTraunreutTittmoningTaching am SeeTachertingSurbergStaudach-EgerndachSiegsdorfSeeon-SeebruckSchnaitseeSchlechingRuhpoldingReit im WinklPittenhartPetting (Gemeinde)PallingObingNußdorf (Chiemgau)MarquartsteinKirchanschöringKienberg (Oberbayern)InzellGrassauGrabenstättFridolfingEngelsbergChiemingBergen (Chiemgau)Altenmarkt an der AlzÖsterreichÖsterreichÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Kloster Seeon
Blick vom Seeufer.
Altar in der Klosterkirche

Seeon-Seebruck ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Sie liegt nördlich des Chiemsees im Chiemgau. Sie besteht aus den drei ehemals selbständigen Gemeinden Seebruck, Seeon und Truchtlaching.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Südostoberbayern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Seeon-Seebruck hat 66 Ortsteile[2]:

Es gibt folgende Gemarkungen: Seebruck, Seeon, Truchtlaching. Seebruck liegt am Ausfluss der Alz am Nordufer des Chiemsees, Seeon an einer kleinen Seenplatte rund vier Kilometer nördlich des Chiemsees. Der Gemeindeteil Truchtlaching liegt rund fünf Kilometer nördlich des Chiemsees an der Alz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung der Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seeon wurde erstmals im Jahre 924 mit der Gründung des Benediktiner-Klosters Seeon erwähnt und gehörte als eine geschlossene Hofmark bis 1803 zum Herrschaftsgebiet des Klosters.

Seebruck entstand 50 n. Chr. und war zur Römerzeit unter dem Namen Bedaium ein bedeutender Ort. Er diente als Stützpunkt auf der Fernstraße von Salzburg nach Augsburg und war als solcher auch in der Tabula Peutingeriana eingezeichnet. Die Pfarrkirche St. Thomas und St. Stephan wurde 1474 bis 1478 erbaut und steht auf dem Platz des ehemaligen römischen Kastells.

Die Truchtlachinger Ortsadeligen waren Ministerialen des Erzbischofs von Salzburg und der Grafen von Kraiburg bzw. der Pfalzgrafen von Bayern. Im Jahre 1347 erhielten sie das Recht zur Zollerhebung an der Alzbrücke. Später war Truchtlaching eine geschlossene Hofmark des Klosters Baumburg, die mit ihm 1803 aufgelöst wurde.

Seebruck, Seeon und Truchtlaching wurden 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern selbstständige politische Gemeinden.

Fusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform kam es am 1. Januar 1980 zum Zusammenschluss der drei Gemeinden.[3] Im Zuge dieser Gemeindebildung wurden Seeon und Truchtlaching aus der Verwaltungsgemeinschaft Chieming und Seebruck aus der Verwaltungsgemeinschaft Obing entlassen.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1961 2802
1970 3015
1987 3426
1991 4061
1995 4242
2000 4345
2005 4510
2010 4618
2015 4558

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 ist Bernd Ruth (CSU) der Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck. Er wurde mit 55,0 % (1310) Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 66,2 % zum ersten Mal gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahlen 2014 führten zu folgender Sitzverteilung:

  • CSU 5 Sitze
  • Freie Wählergruppe Seeon (FWS) 5 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Seebruck (FWGS) 3 Sitze
  • Parteifreie Wählerschaft Truchtlaching (PWT) 3 Sitze

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.310.000 Euro, davon waren umgerechnet 533.000 Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Unter einem blauen Schildhaupt, darin über silbernen Wellen eine silberne Brücke, gespalten; vorne in Silber aus schwarzem Dreiberg wachsend ein rotes Seeblatt an gebogenem Stängel, hinten in Rot ein gekrümmter und geflügelter silberner Fisch.“

„Das dreiteilige Gemeindewappen dokumentiert die 1980 erfolgte Bildung der Gemeinde Seeon-Seebruck aus den früher selbstständigen Gemeinden Seeon, Seebruck und Truchtlaching. Die Brücke über den Wellen im Schildhaupt ist als für den Gemeindenamen redendes Bild aus dem früheren Wappen von Seebruck übernommen. Das aus dem schwarzen Dreiberg wachsende Seeblatt vorne gibt das Wappen der Benediktinerabtei Seeon wieder und wurde bereits von der Gemeinde Seeon seit 1970 im Wappen geführt. Das Klosterzeichen im Gemeindewappen weist auf die enge Verbindung hin; das Dorf Seeon war bis zur Säkularisation 1803 Bestandteil der Klosterhofmark. Die Abtei Seeon war auch in der weiteren Umgebung reich begütert und spielte als Grund- und Hofmarksherrschaft eine wichtige Rolle. Der geflügelte Fisch ist das Wappentier des Ortsadelsgeschlechts der Truchtlachinger, die von 1120 bis zu ihrem Erlöschen 1490 in den Quellen als Edelfreie in Diensten der Ortenburger, der Erzbischöfe von Salzburg und der bayerischen Herzöge nachweisbar sind. Der geflügelte Fisch weist zugleich auf den Gemeindeteil Truchtlaching hin. Das Gemeindewappen mit Wellen, Brücke, Seeblatt und Fisch ergibt insgesamt eine mehrfach für Seeon-Seebruck redende Bildkomposition.“ Die Gemeinde führt das Wappen seit dem Zusammenschluss 1980.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kloster Seeon mit der Klosterkirche, der Abtskapelle St. Nikolaus, der Nebenkirche St. Maria, der profanierten Kirche St. Walburgis und dem Veranstaltungszentrum des Bezirks Oberbayern
  • Kunsthandwerkermarkt in Seeon: Seit 25 Jahren (Stand 2017) findet in der Ortschaft Seeon der Kunsthandwerkermarkt jährlich an Pfingsten statt. Rund 75 ausgewählte Aussteller aus den verschiedensten Gewerken wie Glas, Keramik, Holz, Leder, Papier, Metall, Textil und Schmuck präsentieren ihre Arbeiten und zeigen ausgewählte Exponate. [6]
  • Römermuseum Bedaium
  • Archäologischer Rundweg mit der keltischen Siedlung Stöffling
  • Filialkirche St. Ägidius in Seeon Dorf
  • Pfarrkirche St. Thomas und St. Stephan in Seebruck
  • Pfarrkirche Johannes der Täufer in Truchtlaching

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 22, im produzierenden Gewerbe 479 und im Bereich Handel und Verkehr 80 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 424 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1253. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 102 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2344 ha, davon waren 1130 ha Ackerfläche und 1212 ha Dauergrünfläche.

Bildung und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Rittlinger (1909–1978), Schriftsteller, lebte ab 1950 am Weinberg in Seeon.
  • Judith Steinbacher (* 1946), Grafikerin und Kinderbuchautorin, Tochter von Marianne und Herbert Rittlinger, wuchs in Seeon auf.
  • Stefan Dettl (* 1981), Musiker und Frontmann der Gruppe LaBrassBanda, lebt in Truchtlaching.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Meinrad Schroll: Heimatbuch der Pfarrei Truchtlaching. 2 Bde., 1995 (1. Bd.: 640 S., Ill., 1995; 2. Bd.: S. 641–1336, Ill., 1995)
  • Dieter Fembacher, Isolde M. Maier, Wolfgang Stamm: Kulinarisches Kloster Seeon. Vom Essen und Trinken im Chiemgau. Hugendubel 2001. ISBN 3-88034-955-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seeon-Seebruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111109/173010&attr=OBJ&val=569
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 593.
  4. Art. 12 Abs. 1, 3 und 4 des Gesetzes über die Änderung der Zugehörigkeit von Gemeinden zu Verwaltungsgemeinschaften vom 10. August 1979 (GVBl S. 223)
  5. Eintrag zum Wappen von Seeon-Seebruck in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte Abgerufen am 8. Juli 2016.
  6. DesTek - webdesign ralf burger: Kunsthandwerk in Seeon - Markt. Abgerufen am 8. Dezember 2017.