Seethen

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Seethen
Koordinaten: 52° 35′ 18″ N, 11° 33′ 48″ O
Höhe: 45 m
Fläche: 10 km²
Einwohner: 134 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039084
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Lage der Ortschaft Seethen in Gardelegen
Kirche zu Seethen (Oktober 2018)
Kirche zu Seethen (Oktober 2018)

Seethen ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Seethen liegt etwa 15 km nordöstlich der Altstadt von Gardelegen. Im Osten fließt der Lindstedter Grenzgraben. Im Norden liegt der etwa 48 Meter hohe Hörsterberg.[2]

Ortschaftsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Ortschaft Seethen gehören die Ortsteile Lotsche und Seethen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1380 wurde das Dorf Seethen erstmals als Sethen erwähnt, als Schulte, ein Bürger zu Gardelegen, seiner Tochter, einer Klosterfrau in Kloster Neuendorf, Hebungen aus der Mühle auf Lebenszeit verschreibt.[3] Weitere Nennungen sind: 1418 Zeten, 1457 Sethen und 1498 Seten.[4] Aus dem Urmesstischblatt von 1843 ergibt sich, dass das ursprüngliche Sackgassendorf zum Straßendorf erweitert wurde.[4] Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand auf dem Hörsterberg eine Windmühle.[5] Heute steht dort eine Stallanlage.

In der Mitte der 1906er Jahre wurde auf dem Hörsterberg Bausand abgebaut. Erst 1988 wurde der Abbau wieder aufgenommen, dabei kamen zerstörte Urnengräber zum Vorschein. Die Grabungen in den Jahren 1900 und 1991 erlaubten die Bergung einer Steinkreisanlage mit 74 Urnenkomplexen aus der jüngeren Bronzezeit.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Lotsche eingegliedert.[7]

Die Gemeinde Seethen wurde per Gesetz[8] am 1. Januar 2011 in die Stadt Gardelegen eingemeindet und verlor dadurch seine politische Selbständigkeit.[9] Sie gehörte bis zu ihrer Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Gardelegen hatte und ebenfalls am 1. Januar 2011 aufhörte zu existieren.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 111
1772 57
1790 173
Jahr Einwohner
1798 147
1801 180
1818 148
Jahr Einwohner
1840 205
1864 233
1871 228
Jahr Einwohner
1885 219
1895 192
1905 190
Jahr Einwohner
1925 189
1939 162
1946 277
Jahr Einwohner
1964 308
1971 282
1981 204
Jahr Einwohner
1993 182
2006 166
2009 97

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Seethen war Gerald Adler.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Dorfkirche Seethen ist ein flach gedeckter rechteckiger Feldsteinbau mit halbkreisförmigem Ostschluss und einem Westturm, der ab Firsthöhe des Schiffs in Fachwerk ausgeführt ist. Der Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert.[10]
  • Das Gehöft der früheren Wassermühle am Lindstedter Grenzgraben im Südosten des Dorfen steht unter Denkmalschutz. Die Mühle war bis in die 1930er Jahre in Betrieb. Sehenswert ist der Seether Mühlengarten.[11]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen gehören zur Kirchengemeinde Seethen, die zur Pfarrei Lindstedt gehörte.[12] Sie werden heute vom Pfarrbereich Lindstedt betreut,[13] der zum Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehört.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. (Einwohnerzahl für Seethen und Lotsche zusammen) Seethen und Lotsche. auf gardelegen.de. Abgerufen am 6. Oktober 2018.
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 22, 1862, S. 400 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038_00408~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. a b Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 2072–2076.
  5. Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000, Teil II/IV: Blatt 265: Gardelegen. Kartographische Abteilung der Königlich Preussischen Landes-Aufnahme, 1906, abgerufen am 10. März 2018.
  6. Ulf Frommhagen: Ein spätbronzezeitliches Brandgräberfeld von Seethen, Gardelegen Land. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 71. Jahresbericht, 1996, S. 7–16 (altmark-geschichte.de [PDF]).
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 360, 361.
  8. Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt den Landkreis Altmarkkreis Salzwedel betreffend.
  9. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2011
  10. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 81.
  11. Andreas Puls: Seethener Mühlengarten - ein Schmuckstück. In: Volksstimme Magdeburg. 17. Dezember 2015 (volksstimme.de [abgerufen am 18. November 2018]).
  12. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 63 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 18. November 2018]).
  13. Pfarrbereich Lindstedt. Abgerufen am 18. November 2018.