Seewetterdienst

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Der Seewetterdienst ist ein in Hamburg ansässiger Dienst des Deutschen Wetterdienstes, der für die Seeschifffahrt betreffenden Wetterdaten zuständig ist.

Geschichte und Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Seewetterdienst wurde 1868 als Teil der Norddeutschen Seewarte mit Sitz in Hamburg gegründet und war von 1875 bis 1945 Ressort der Deutschen Seewarte. Von 1875 bis 1919 wurde er von Wladimir Peter Köppen geleitet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1952 der Seewetterdienst im Zuge der Gründung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in diesen eingegliedert.[1] Betrieben und bereitgestellt wird er seitdem vom damals gegründeten Seewetteramt in Hamburg, einer Außenstelle des DWD, die heute dessen „Geschäftsbereich Wettervorhersage“ untersteht.[2]

Aufgaben und Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnungen der Vorhersagegebiete des DWD in Nord- und Ostsee

Der Seewetterdienst erarbeitet und veröffentlicht regelmäßig Seewetterberichte für bestimmte Vorhersagegebiete. Diese entsprechen Seegebieten, die in dieser Form erstmals 1911 vom damaligen britischen Meteorological Office definiert wurden. Umfang und Grenzen der Seegebiete wurden in der Folge von Meteorologen international vereinbart und zuletzt im Februar 2002 neu festgelegt.[3]

Die Seewetterberichte werden unter anderem auf Grundlage von Messdaten erstellt, die in den jeweiligen Seegebieten direkt (beispielsweise an Bord unbemannter Feuerschiffe) erhoben werden. Sie enthalten alle wichtigen Wetterinformationen für die Seeschifffahrt in Nord- und Ostsee sowie weiteren Vorhersagegebieten, wie Mittelmeer und Ostatlantik.[4][5]

Die Wetterberichte, Wettervorhersagen und Stationsmeldungen werden mehrmals täglich aktualisiert und als Funkfernschreiben und in gesprochener Form auf verschiedenen Kurzwellenfrequenzen für die Seeschifffahrt ausgestrahlt.[6] Aktuelle Informationen zu Warnmeldungen für Seegebiete der Nord- und Ostsee werden vom Seewetterdienst im Internet auf der Homepage des Deutschen Wetterdienstes veröffentlicht und ebenfalls mehrmals täglich aktualisiert. Darüber hinaus werden gegen Entgelt individuelle weltweite Seewettervorhersagen und -beratungen erstellt.[7]

Der Seewetterdienst des DWD wird auch über Rundfunksender, wie den Sonderkanal Dokumente und Debatten des Deutschlandradios verbreitet. Auch im Ausland ist die Verbreitung von Seewetterdiensten über Rundfunksender üblich. Bekannt geworden ist insbesondere der Shipping forecast des Met Office, der mehrmals täglich über die Langwellenfrequenzen von BBC Radio 4 ausgestrahlt wird.

Der DWD ertestet zur Zeit außerdem die Sprachausstrahlung auf Kurzwelle über den Wetterfunksender Pinneberg auf 5905 kHz sowie 6180 kHz für Nord- und Ostsee sowie für das Mittelmeer.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 60 Jahre Deutscher Wetterdienst. Auf: ndr.de, 8. Juni 2012, abgerufen am 4. Mai 2017 (Mitschnitt des Fernsehbeitrags als MP4, ca. 31,6 MB)
  2. Organisationsplan DWD. Auf dwd.de, abgerufen am 4. Mai 2017 (PDF, ca. 1,4 MB)
  3. Fact sheet No. 8 – Shipping Forecast. In: Met Office National Meteorological Library and Archive. metoffice.gov.uk, 2011, archiviert vom Original am 6. Oktober 2012; abgerufen am 4. Mai 2017 (PDF, ca. 913 KB, englisch).
  4. Seewetter für die Nord- und Ostsee: Wettermeldungen, Karten und Vorhersagen (Berichte). Auf dwd.de, abgerufen am 4. Mai 2017
  5. Seewetter für das Mittelmeer: Wettermeldungen, Karten und Vorhersagen (Berichte). Auf dwd.de, abgerufen am 4. Mai 2017
  6. Funkausstrahlung. Auf dwd.de, abgerufen am 4. Mai 2017
  7. Seewetterberatungen. Auf dwd.de, abgerufen am 4. Mai 2017