Seher

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Seher (Begriffsklärung) aufgeführt.

Ein Seher ist eine Person, der

zugeschrieben wird.

Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellseher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Hellseher soll es auf Grund angeborener oder erworbener Fähigkeiten möglich sein, auf paranormalem Weg an Informationen über Sachverhalte oder Ereignisse zu gelangen, die nur wegen ihrer räumlichen (Hellsehen) oder zeitlichen (Präkognition, Retrokognition) Distanz mit den Sinnen nicht wahrnehmbar sind. Der übergeordnete Begriff ist außersinnliche Wahrnehmung. Ein wissenschaftlicher Nachweis für das behauptete Phänomen konnte nicht erbracht werden. Macht ein Hellseher Aussagen über die Zukunft, nennt man diese „Prophezeiungen“.

Visionär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Visionär soll Wahrnehmungen über transzendente Sachverhalte gemacht haben. Ein wissenschaftlicher Nachweis, ob das Wahrgenommene einer objektiven Realität entspricht, ist nicht möglich. Gibt ein Visionär Aussagen einer als solche wahrgenommenen transzendenten Instanz (Gott) wieder, nennt man dies Prophetie.

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Schwerpunkt wird das Phänomen des Sehers im Rahmen der Psychologie bzw. Parapsychologie oder der Religionswissenschaft bzw. der Theologie untersucht.

Es kann fließende Übergänge zwischen dem Hellseher und dem Visionär geben, so im Schamanismus und in den antiken Kulten. Beiden Formen des Sehers ist gemeinsam, dass seine Aussagen in der Regel nicht überprüfbar sind. Sie bieten aber den Reiz von sonst nicht zugänglichen „Informationen“. Die Akzeptanz eines Sehers setzt daher Glauben voraus. Besonders im religiösen, spirituellen Kontext wird der Seher erkannt und anerkannt.

Berühmte Seher und Seher-Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Antike waren Seher hoch angesehen.

Am berühmtesten ist wohl das Orakel von Delphi: Aus der Erde aufsteigende Dämpfe versetzten die Pythia in Trance. Ihre Worte wurden dann von den Priestern interpretiert und den Ratsuchenden weitergegeben.

Kassandra, eine Seherin der griechischen Mythologie, soll den Trojanischen Krieg vorausgesagt haben.

Der berühmteste Seher der Neuzeit war Nostradamus oder Michel de Notredame (1503–1566). Er weissagte die Zukunft bis in unsere Zeit. Im Nachhinein betrachtet erwiesen sich für viele seiner Bewunderer die meisten seiner Vorhersagen als richtig. Unter Anderem sagte er den Ausgang vieler Kriege voraus; eine seiner Vorhersagen wurde als Weltuntergangsprophezeiung für die Jahrtausendwende interpretiert.

Sehr bekannt waren auch Christine Poniatovska (1810–1844), Marie-Anne Lenormand (1772–1843) und Friederike Hauffe (geborene Wanner, 1801–1829), die „Seherin von Prevorst“.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Madame Buchela (1899–1986) bekannt, die „Seherin von Bonn“. Entgegen den Ergebnissen entsprechender Meinungsumfragen sagte sie 1953 Konrad Adenauers Wahlsieg voraus. Sie half bei der Aufklärung eines Mordfalls und erhielt einen Teil der ausgesetzten Belohnung für Hinweise auf die Täter. Eine weitere berühmte Seherin der jüngeren Vergangenheit war Ewangelia Pandewa Guschterowa (1911–1996), die „Seherin von Petritsch“ (Bulgarien). Sie erreichte als Baba Wanga einen hohen internationalen Bekanntheitsgrad.

Prophezeiungen und Verheißungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt jedoch noch eine andere Kategorie Seher, die bereits in der Bibel sowohl im Alten als auch im Neuen Testament auftreten. Sie prophezeien Geschehnisse, die auftreten können, wenn etwas nicht zuvor geschieht, z. B. „Buße tun der Gemeinde“. Tut sie das - die von Ninive tat es -, tritt das Ereignis nicht ein. Unterlässt sie die Auflage, die der Seher mitteilt, geschieht, wie durch Zufall, genau das prophezeite Übel. Dr. Martin Luther nannte das eine Verheißung mit Bedingung. Andere Arten von Prophezeiungen der Seher jedoch treten ohne Bedingung ein - es sind also Zukunftsvorhersagen, die oft bedeutungsvoll sein können. Hier ist es völlig egal, ob man etwas dafür oder dagegen tut.

Im Hinduismus werden Heilige und inspirierte Dichter als Seher oder Rishi bezeichnet.

Missbrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Missbrauch der „Machtposition“ des Sehers gegenüber den Personen, die ihn konsultieren, und Scharlatanerie sind im Laufe der Geschichte ein immer wiederkehrendes Thema, das schon in der Bibel behandelt wird (die Frage nach dem „falschen Propheten“), und bringen nach wie vor immer wieder das Ansehen von Sehern in Verruf.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiele in Literatur und Comics[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]