Seißen

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Seißen
Ehemaliges Gemeindewappen von Seißen
Koordinaten: 48° 25′ 2″ N, 9° 44′ 42″ O
Höhe: 706 m ü. NN
Fläche: 22,06 km²
Einwohner: 1622 (30. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1975
Postleitzahl: 89143
Vorwahl: 07344

Seißen ist ein Ort im Osten von Baden-Württemberg in der Nähe von Ulm. Es ist auf der Schwäbischen Alb gelegen und gehört seit 1975 zur Stadt Blaubeuren. Östlich von Seißen nimmt das Blautal seinen Anfang, südlich von Seißen liegt das Tiefental.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Seißen ist geprägt durch eine leichte Hügellandschaft, wie sie typisch für die Albhochfläche ist. Ungefähr 49 % der Gemarkung sind bewaldet. Damit besitzt Seißen eine der größten Waldflächen des Alb-Donau-Kreises.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Seißen gehören die Teilorte Wennenden, Steigziegelhütte und Hessenhöfe sowie ein paar Häuser vom Ort Weiler, die sich auf Seißener Markung befinden. Die früher eigenständige Gemeinde Seißen ist seit 1975 ein Ortsteil der Stadt Blaubeuren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Namentlich wurde Seißen zum ersten Mal in den 80er Jahren des 11. Jahrhunderts während der Gründungszeit des Klosters Blaubeuren erwähnt. Wahrscheinlich ist die Siedlung jedoch einige Jahrhunderte älter und wohl sogar zu den Urdörfern zu zählen, die im 3. Jahrhundert n. Chr. entstanden. Der Name Sussen, Suzzen, Seißen bedeutet Weideland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Backhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seißener Backhaus

Das Backhaus wurde 1921 errichtet. In der damaligen Zeit, in der feuerpolizeiliche Verordnungen verschärft wurden und Brennholzknappheit herrschte, verstärkte sich das Interesse an einem gemeinschaftlichen Backhaus. So konnte Brennmaterial durch die noch vorhandene Resthitze des vorangegangenen Backens gespart werden und es war nur noch ein Ofen zu warten. Welche Backgemeinschaft wann Backen darf, wird beim „Bachalaisa“ durch ziehen von nummerierten Würfeln ausgelost.

Nikolauskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nikolauskirche gehört zur evangelischen Gemeinde und bildet zusammen mit dem Schulgebäude und dem angrenzenden Pfarrhaus den Mittelpunkt des Ortes. Sie war einst Teil einer Wehrkirche und verfügte als solche über eine ehemals starke Ringmauer, von der heute nur noch Reste erhalten sind. Der nördlich an den Chor angrenzende Kirchturm mit einer Grundfläche von 5,8 × 6 m und einer Höhe von 38 m bildet das weithin sichtbare und charakteristische Wahrzeichen des Dorfes.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinder in Seißen tragen am Funkensonntag Reisig aus dem Dorf (1908)

Backhausfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein überregional bekanntes Fest ist das sogenannte Backhausfest. Es findet jährlich am ersten Juliwochenende im Dorfkern statt und wird von den ortsansässigen Vereinen organisiert. Bekannt ist es vor allem durch das im Holzofen gebackene „Blatz“ und das „Bauernbrot“, welches nach alter Tradition zubereitet wird.

Weihnachtskrippe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seißener Trachtenkrippe

Seit 1982 ist jedes Jahr zur Weihnachtszeit in der Nikolauskirche die Trachtenkrippe zu sehen. In der Krippendarstellung wird der Geburtsort von Jerusalem auf die Alb des 19. Jahrhunderts verlagert. 16 handgefertigte Figuren in Seißener Tracht, handgefertigt von der Kunsterzieherin Ruth Häcker aus Radelstetten, 29 Schafe und zwei Hunde sind rund um den Taufstein der Kirche zu sehen. Die Figuren haben alle einen Namen, der einerseits biblischen Ursprungs, andererseits in Seißen gebräuchlich war. Die Trachten der Figuren sollen das Wissen über frühere Kleidung auf der Blaubeurer Alb wachhalten. Männer und Frauen, Arme und Reiche, Ledige und Verheiratete, Buben und Mädchen hatten je nach ihrem Stand eine andere Tracht und sind dementsprechend in der Krippe dargestellt. Maria trägt die Tracht einer verheirateten Frau, Josef steht in Zimmermannskluft da. Besucht werden Maria und Josef auch von einem Paar, das neben Brot und Wecken auch die typische Seißener Spezialität „Blatz“ auf einer Schubkarre dabei hat. Der Mann trägt ein Blauhemd, ein früher für die männliche Bevölkerung der Schwäbischen Alb typisches Kleidungsstück. Auch für den Hirtenjungen fertigten die Frauen aus Seißen ein Blauhemd an.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfgemeinschaft ist in Seißen recht aktiv, was vermutlich auch ein Grund für die relativ große Anzahl an Vereinen, ehrenamtlichen Helfern und Mitgliedern ist. Neben den Mitgliedsbeiträgen wird ein beträchtlicher Anteil über die Mithilfe beim Backhausfest, Sportheimdienst, Alteisensammeln usw. von den Mitgliedern finanziert.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das öffentliche musikalische Leben zeichnet neben dem örtlichen Gesangverein hauptsächlich der Musikverein Seißen mit seiner Aktiven- und Jugendkapelle verantwortlich. Letzterer richtet alljährlich ein Jahreskonzert sowie ein Serenadenkonzert aus.

Turn und Sportverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TSV Seißen gliedert sich in folgende Abteilungen: Badminton, Drachenfliegen, Fußball, Leichtathletik, Schach, Tennis, Tischtennis, Turnen, Volleyball. Im Vordergrund steht dabei der Spaß an der Aktivität und Bewegung, wobei auch in manchen Abteilungen, wie z. B. Drachenfliegen, auf sehr hohem Niveau geflogen wird.

Albverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Dachverein des Schwäbischen Albvereins gehört die Ortsgruppe Seißen zum Donau-Blau-Gau. Neben regelmäßigen Wanderungen, die zumeist sonntags stattfinden, werden auch Hochgebirgstouren begangen. Zusätzlich zu den sportlichen Aktivitäten wird auch auf den Erhalt typisch landschaftlicher Strukturen der Schwäbischen Alb Wert gelegt. Außerdem betreibt der Albverein eine aktive Volkstanzgruppe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seißen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien