Seilbahnunfall von Cavalese (1976)

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Gedenksteine für Opfer des Seilbahnunglücks von Cavalese 1976

Bei dem Seilbahnunfall von Cavalese am 9. März 1976 stürzte eine voll besetzte Kabine der Cermisbahn ab. 43 Menschen starben. Dies war der folgenschwerste Unfall einer Luftseilbahn weltweit bis heute.[1]

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cermisbahn verbindet den Ort Cavalese im Trentino (Trient) mit dem Cermis, einem Berg der Bergkette Lagorai. Es handelt sich um eine Luftseilbahn mit Kabinen, die in drei Abschnitten betrieben wird. Das Tragseil der Bahn war zwei Wochen zuvor behördlich kontrolliert und für in Ordnung befunden worden.

Eine mit 43 Fahrgästen und dem Gondelführer besetzte Kabine fuhr auf der unteren Sektion zwischen der Alpe di Cermis und Cavalese talwärts.

Unfallhergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Starker Wind warf das Zugseil der Bahn über das Tragseil. In solchen Fällen wird eine Zwangsbremsung ausgelöst, die den Motor, der die Seilbahn bewegt, sofort und automatisch stoppt.[2] Diese Sicherheitsschaltung versagte. So rieben die beiden Stahlseile über eine längere Strecke aufeinander, bis dann kurz nach 17:30 Uhr das Tragseil riss.[3] Die Kabine stürzte 50 Meter tief auf einen Steilhang und überschlug sich dort mehrmals. Das etwa 3 Tonnen schwere Tragwerk riss ab, stürzte auf die Kabine und zertrümmerte sie vollständig.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst wurden 42 Todesopfer geborgen. Erst später wurde ein zunächst vermisster Venezianer tot aufgefunden. Nur eine 14-jährige Mailänderin überlebte das Unglück,[4] weil der Fall von den Körpern anderer Opfer gedämpft wurde.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NN: Die schwersten Berg- und Seilbahnunglücke. In: Spiegel Online vom 10. Juni 2000.
  2. Andreas Frey: Wie lange hält ein Seil bis es reißt? In: Badische Zeitung vom 12. Februar 2011.
  3. Andreas Frey: Bloß kein Hanf. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. Januar 2011, S. 56.
  4. 1976: Scores die in cable car tragedy, BBC On This Day, 9. März 1976.
  5. Jon Henley: Cable car disasters. In: Guardian vom 2. Juli 1999.

Koordinaten: 46° 16′ 24,8″ N, 11° 28′ 34,8″ O