Sein letztes Rennen

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Filmdaten
OriginaltitelSein letztes Rennen
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2013
Länge114 Minuten
AltersfreigabeFSK 6[1]
JMK 6[2]
Stab
RegieKilian Riedhof
DrehbuchKilian Riedhof, Marc Blöbaum
ProduktionBoris Schönfelder
MusikPeter Hinderthür
KameraJudith Kaufmann
SchnittMelanie Margalith
Besetzung

Sein letztes Rennen ist ein 2013 uraufgeführter deutscher Spielfilm über den fiktiven Marathon-Olympiasieger Paul Averhoff, der im hohen Alter durch erneutes Lauftraining und Teilnahme am Berlin-Marathon der Eintönigkeit seines Daseins zu entkommen versucht. Dieter Hallervorden spielt darin seine erste Hauptrolle nach zwei Jahrzehnten.[3] In tragenden Rollen agieren Tatja Seibt, Heike Makatsch, Frederick Lau und Katrin Sass.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Berlin lebende Paul Averhoff, Läufer-Legende der 1950er Jahre und Gewinner des Marathonlaufes bei den Olympischen Spielen 1956, muss im hohen Alter auf Drängen seiner Tochter mit seiner kranken Frau Margot in ein Altenheim ziehen, da Margot professionelle Pflege benötigt. Bis dahin haben Averhoffs noch ihr eigenes Haus und Grundstück bewirtschaftet, und das ereignisarme, rundum versorgte Leben im Heim bedeutet für Paul eine extreme Umstellung. Bei der kindergartenähnlichen Ergotherapie der gutmeinenden Heimleiterin befürchtet er gar nach eigener Aussage, „sich totzubasteln“.

Um dem plötzlich so tristen Alltag zu entkommen, beginnt Paul im Park des Altenheims mit Lauftraining. Als andere Bewohner ihn fragen, wieso er das tut, verkündet er spontan, am Berlin-Marathon teilnehmen zu wollen. Trotz einiger Bedenken wird seine Frau wieder – wie ehedem – seine Trainerin.

Bei einigen Bewohnern, vor allem aber bei der Heimleitung, regt sich Widerstand, da Averhoffs Eigensinn die üblichen Abläufe stört. Als jedoch ein Mitbewohner sich an Averhoffs Olympiasieg erinnert und sogar eine alte Autogrammkarte findet, spaltet sich die Heimbewohnerschaft in Befürworter und Gegner des Projekts. Ein von Averhoff in einem Streitgespräch spontan vorgeschlagenes Rennen im Park gegen den jungen Pfleger Tobias gewinnt Averhoff überraschend nach anfänglichem Rückstand, da er seine Kräfte besser einteilt. Doch der Widerstand seitens der Heimleitung wird so stark, dass die Averhoffs kurz entschlossen in die Stadtwohnung ihrer protestierenden Tochter ziehen.

Wenige Tage vor dem Marathon verstirbt Margot an einem Hirntumor, worauf Paul, nach einer weiteren Auseinandersetzung mit seiner Tochter in das Heim zurückgebracht, einen heftigen Traueranfall erleidet. Er wird medikamentös ruhiggestellt und fixiert.

Am Tag des Marathons wird Averhoff jedoch von Pfleger Tobias und einem Bewohner, der lange Zeit Averhoffs schärfster Kritiker war, befreit und zum Start gefahren. Am Nachmittag finden sich die Heimbewohner und die über das Fernsehen über „das unglaublichste Comeback der Sportgeschichte“ informierte Tochter mit ihrem Freund im Berliner Olympiastadion ein, wo Averhoff, wenn auch mit großem Rückstand, schließlich die Ziellinie erreicht und vom Publikum gefeiert wird.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktion und Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produziert wurde der Film durch die Neue Schönhauser Filmproduktion in Berlin in Koproduktion mit dem BR, ARD Degeto und arte, Universum Film und ARRI Film & TV Services.[4] Die Dreharbeiten begannen am 11. September 2012.[5] Als Drehort für das Altenheim diente das Haus Leonore in Berlin-Lankwitz.[6]

Premiere und Kinostart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Premiere des Films am 25. September 2013 in Hamburg wurde vom Publikum begeistert gefeiert.[7] Der Filmstart in den deutschen Kinos war am 10. Oktober 2013. Im Jahr 2013 wurden bundesweit 345.696 Besucher an den deutschen Kinokassen gezählt, womit der Film den 82. Platz der meistbesuchten Filme des Jahres belegte.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Verleihung zum Deutschen Filmpreis 2014 erhielt Dieter Hallervorden die Auszeichnung in der Kategorie „Beste männliche Hauptrolle“.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„‘Das letzte Rennen’ ist ein schöner, kluger Film, ganz rührend zuweilen und sehr zielstrebig – ein bildgewaltiges Epos zum Alter hat Kilian Riedhof vielleicht nicht gedreht, aber er weiß ganz genau, worauf er hinaus will.
Riedhof hat seinem Hauptdarsteller Hallervorden so auf jeden Fall einen ganz wunderbaren Karriere-Höhepunkt beschert - und „Didi“ braucht ihn nach diesem späten Karrierehöhepunkt jetzt keiner mehr zu nennen“

Susan Vahabzadeh: Süddeutsche Zeitung[9]

„Betont ‚großes‘, mitunter auch zu dick aufgetragenes, dabei aber bis in die Nebenrollen glänzend besetztes Unterhaltungskino, das aufmerksam die Befindlichkeiten seiner Protagonisten einfängt. Anrührend erzählt es die Liebesgeschichte zweier alt gewordener Eheleute und handelt davon, wie man auch im Alter seine Würde bewahrt.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Sein letztes Rennen. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Mai 2013 (PDF; Prüf­nummer: 138 980 K).
  2. Alterskennzeichnung für Sein letztes Rennen. Jugendmedien­kommission.
  3. FAZ: Endlich am Ziel, 28. September 2013
  4. BR: ARD-Kinokoproduktion - Sein letztes Rennen, 18. September 2012
  5. Neue Schönhauser Filmproduktion: Beginn der Dreharbeiten für „Sein letztes Rennen“, 14. September 2012
  6. Foto von „Haus Leonore“: [1]
  7. Neue Schönhauser Filmproduktion: Sein Letztes Rennen - standing ovations für Dieter Hallervorden bei der Premiere in Hamburg am 25.09.2013, 30. Oktober 2013
  8. KINOaktuell: Was ihr wolltet: Münsters Kinojahr 2013, C. Lou Lloyd, Filminfo Nr. 4, 23. – 29. Januar 2014, S. 24f
  9. Susan Vahabzadeh: „Sein letztes Rennen“ im Kino – Dem Tod läuft man nicht davon. In: Süddeutsche Zeitung vom 12. Oktober 2013
  10. Kurzkritik zu Sein letztes Rennen (2013). In: film-dienst.