Seine

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Siehe auch: Département Seine und die beiden Seine Rivers.
Seine
Verlauf und Einzugsgebiet der Seine

Verlauf und Einzugsgebiet der Seine

Daten
Gewässerkennzahl FR----0010
Lage Frankreich
Flusssystem Seine
Quelle auf dem Plateau von Langres im Gemeindegebiet von Source-Seine
47° 29′ 11″ N, 4° 43′ 0″ O
Quellhöhe ca. 470 m[1]
Mündung Bei Le Havre in den ÄrmelkanalKoordinaten: 49° 25′ 36″ N, 0° 6′ 8″ O
49° 25′ 36″ N, 0° 6′ 8″ O
Mündungshöhe m[1]
Höhenunterschied ca. 470 m
Länge 777 km[2]
Einzugsgebiet 79.000 km²[3]
Abfluss am Pegel Le Havre[3] MQ
560 m³/s
Großstädte Paris, Rouen, Le Havre
Mittelstädte Troyes, Melun, Mantes-la-Jolie, Vernon
Schiffbar von der Mündung bis Nogent-sur-Seine

Die Seine [sɛn] (lateinisch/keltisch Sequana) ist ein Fluss in Nord-Frankreich. Sie entspringt in der Region Bourgogne-Franche-Comté, fließt von Osten nach Westen und mündet bei Le Havre in den Ärmelkanal. Mit 777 Kilometern[2] Länge ist sie neben der Loire (1004 Kilometer) und den ineinander übergehenden Flussverläufen von Doubs, Saône und Rhône (insgesamt 1025 Kilometer) einer der längsten Flüsse Frankreichs. Das Einzugsgebiet der Seine umfasst etwa 78.650 km².

Wichtige Städte an der Seine sind Paris, Troyes und Rouen. In Paris und Rouen befinden sich die wichtigsten Binnenhäfen Frankreichs. Über Kanäle ist die Seine mit Schelde, Maas, Rhein, Saône und Loire verbunden. Am Unterlauf des Flusses im Gebiet der Normandie haben sich für einen Fluss dieser Wasserführung außergewöhnlich große Talschleifen gebildet. Die schiffbare Länge (bis Nogent-sur-Seine) beträgt 560 km. Seeschiffe können den Fluss bis Rouen (120 km im Landesinneren) befahren.

Das Seineufer von Paris steht auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Quellen der Seine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstliche Quellgrotte der Seine

Die Quelle der Seine liegt auf dem Plateau von Langres, 25 km nordwestlich von Dijon im Département Côte-d’Or in der Region Bourgogne-Franche-Comté, 470 m über dem Meeresspiegel. Eine Besonderheit ist, dass die Quellen der Seine seit 1864 Eigentum der Stadt Paris sind. Eine künstliche Grotte wurde ein Jahr später errichtet, um die Hauptquelle zu schützen, und die Statue einer Nymphe aufgestellt, die den Fluss symbolisieren soll. Die Hauptstadt hat mittlerweile das Interesse an der Parzelle verloren und sie an die Region zurückgegeben. Nahe der Quelle befinden sich Überreste eines gallo-römischen Tempels, in dem eine Dea Sequana (lateinisch Göttin der Seine) verehrt wurde und dessen archäologischen Funde sich heute im Archäologischen Museum von Dijon befinden.

Das Tal der Seine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine bei Caudebec, etwa 25 km vor Beginn des Ästuars

Die Seine fließt in ganze Länge durch das Schichtstufenland des Pariser Beckens, dessen Relief durch breitbasige hohe Wellen wie in der Trockenen Champagne und einige prägnantere Hügel gekennzeichnet ist. An das enge Tal des Oberlauf im Plateau von Langres schließt in der Gegend um Troyes ein etwa einen Kilometer breiter Talgrund zwischen sehr sanften Hängen an. weiter westwärts bis zur Mündung der Voulzie bei Bray-sur-Seine verbreitert sich der Talgrund auf über 5 km, und schließlich werden die Hänge wenigstens auf der Nordseite steiler. Die umgebenden Höhen liegen hier auf der Nordseite etw 100 m, auf der Südseite etwa 50 m über dem Fluss. Bei Fontainebleau, dessen Stadtzentrum in einem Seitental liegt, gibt eine Talenge, in Form einer Pforte kreuzt das Seinetal einen Höhenrücken. Bei Paris und von dort bis kurz vor der Mündung verläuft das Tal in zahlreiche Schleifen und dementsprechend asymmetrische Talabschnitte mit Gleithang und Prallhang. Die Breite des Talgrundes wechselt stark und ist auf lange Strecken gering. Asymmetrisch ist der Querschnitt sogar bei der Île de la Cité in Paris, wo der Flussverlauf fast gerade ist: Südlich des Flusses steigt das Quartier Latin nicht steil aber doch deutlich an, während sich vom Nordufer der flache Marais („Sumpf“) über mehrere Kilometer bis fast zum Gare du Nord erstreckt. Von Paris bis kurz vor der Mündung wird das Tal nicht flacher, der Talgrund sinkt notwendigerweise von etwa 50 m über dem Meer auf nahe Null, aber die Anhöhen bleiben fast gleich hoch.

Das Seinetal ist bekannt für seine zahlreichen Schlösser („Seineschlösser“), aber auch die dort vorhandene Automobilindustrie, Petrochemie und mehrere Kraftwerke.

Inseln in der Seine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Seine auf die Île des Impressionnistes

Oberhalb des Großraums Paris:

Großraum von Paris:

Unterhalb des Großraums Paris

  • bei Mantes-la-Jolie (linkes Ufer) und Limay (rechtes Ufer):
    • Île aus Dames: 2,67 km x max. 230 m
    • Île l'Aumône: 2 km x max. 278 m
  • Bei Les Mureaux: Belle Île, 5,7 km x max. 340 m
  • Bennecourt: Grande Île, 6 km x max 330 m
  • Criquebeuf-en-Caux bei Elbeuf: Insel mit drei Teilnamen, Île de Launy - Île de Criquebeuf - Île du Courant, 8,5 km x max. 37ß m

Städte an der Seine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

– in Klammern die Einwohnerzahlen, Mittelstädte kursiv, Großstädte fett

Oberhalb des Großraums Paris:

Seine in Châtillon
Île de la Cité mit der Kathedrale Notre Dame
Die Seine nahe La Défense

Großraum von Paris:

darin Métropole du Grand Paris:

noch Großraum, westlich der Métropole du Grand Paris:

Unterhalb des Großraums Paris:

Seine in Rouen

Mündungsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Seinemündung um 1875

Drei große Brücken überspannen das breite Flusstal im Mündungsbereich: Die Brotonne-Brücke, die Brücke von Tancarville und der Pont de Normandie. Letztere war zeitweilig die längste Brücke Europas. Die Seine mündet zwischen Le Havre und Honfleur und bildet ab Tancarville ein langgezogenenes Ästuar. Dieses wird von der Pont de Normandie überspannt. 1997 wurde ein 8.528 ha großes Gebiet unter Naturschutz gestellt. Schilfgebiete, Dünen, Sandbänke und Feuchtwiesen bieten Lebensraum für über 250 verschiedenen Vogelarten. Ein Informationszentrum am nördlichen Brückenkopf bietet Naturkundliches zum Naturschutzgebiet und eine Beobachtungsstation.

Nebenflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon der Blick auf die Karte zeigt, dass Flusssystem der Seine von einigen langen Zuflüssen ersten Grades geprägt ist, die in großem Abstand parallel zur Seine fließen, teilweise aber nicht sehr weit von ihr entspringen. Die Nebenflüsse der Nebenflüsse laufen oft eine recht lange Strecke parallel zu ihrem Zielgewässer, bevor sie einen Bogen zu ihm hin machen. Die Längenvergleiche in der Tafel machen deutlich, dass die Quelle der Marne die längste Flussstrecke zum Meer hat. Die Fließwege zur Seinemündung von den Quellen der Aube, der Yonne und einiger ihrer Nebenflüsse, sowie der Aire und der Aisne sind kaum kürzer als derjenige der Seine selber.

Flusssystem der Seine
Die Seine, ihre Nebenflüsse und deren Nebenflüsse ab 36 km Länge (Reihenfolge flussaufwärts)
Darstellungsweise:
  • Ist in einer Zeile die Angabe der Einmündungsseite („rechts“/„links“) unter das Namenskästchen einer darüber liegenden Zeile gerückt,
    so mündet das in der unteren Zeile dargestellte Gewässer in das in besagter Zeile darüber dargestellte.
  • Ist in der Zeile unter einem Zufluss eines Nebenflusses eines Nebenflusses ein Zufluss eines nächst höherrangigen Flusses aufgelistet,
    so steht die zugehörige Seitenangabe entsprechend weiter vorn unter dem Beginn von des Namenskästchens des höherrangigen.
  • Pfeile sind flussabwärts gerichtet und markieren obere Teile eines schon vorher erwähnten Flusslaufs.
  • Gewässer von namentlich unter 36 km Länge sind mit aufgenommen,
    wenn sie zusammen mit einem anderen oder Teilen eines anderen einen längeren Fließweg bilden.
    In solchen Fällen (u.a.) ist bei Mündungen deren Abstand von der Quelle oder der Mündung des Zielgewässers angegeben.
Mündung in
Fließrichtung
gesehen von
Name Mündung
– [km] –
Honfleur
Lage der Mündung
([km bis Honfleur])
Code
SANDRE
Länge
[km]
Einzugs-
gebiet
[km²]
Mittlerer
Abfluss
[m³/s]
Quelle
– [km] –
Honfleur
Seine 0000 Le Havre, Honfleur ----0010 777,00 79 000 00 563,000 777,0
links Risle ,006,8 Berville-sur-Mer H6--0200 145,00 2 300 0 14,00 152,0
links Charentonne 8 km unt. Beaumont-le-Roger H61-0400 63,0 514 4,0
links Eure 138,9 Pont-de-l'Arche H4--0200 228,70 6 017 0 26,20 427,6
links Iton Acquigny H43-0400 131,80 1 197 0 4,7
rechts Vesgre ggü. Ivry-la-Bataille H42-0410 45,0
links Avre 6 km nördl. Dreux H42-0400 80,4 974 3,6
links Blaise Dreux H41-0410 49,0 425 01,96
rechts Andelle 4 km ob. ggü. Pont-de-l'Arche H32-0400 56,8 740 7,2
rechts Epte 4 km ob. Vernon H31-0400 113,00 1 490 0 9,8
links Mauldre 6–8 km ob. Mantes-la-Jolie H30-0400 34,8 / 37,6 411
links Lieutel 10,9 km nach deren Quelle H3038000 13,7
rechts Oise[4] 284,4 Conflans-Sainte-Honorine H---0100 0341,1 16 667 00 110,000 525,5
links Nonette 8 km unt. Creil H22-0400 40,4 / 43 338 1,6
links Launette 13,4 km nach deren Quelle H21-0400 16,0
rechts Thérain unt. Nogent-sur-Oise H21-0400 94,3 1 218 0 7,7
rechts Brêche Nogent-sur-Oise H20-0420 45,5 468 2,3
links Aisne[4] 0383,55 Compiègne, 99,15 km vor Oise-Mdg. H1--0200 355,9 / 362 7 939 0 65,40 745,4
links Vesle 10 km östl. Soissons H15-0400 139,50 1 480 0 7,5
links Ardre Fismes H15-0420 39,3 302 1,5
links Suippe 20 km nördl. Reims H13-0410 81,7 837 43,0
links Retourne Neufchâtel H1360600 45,4 335 1,6
rechts Vaux 7 km westl. Rethel H13-0400 37,7 316 4,5
rechts Aire 625,4 SW Grandpré, 120 km nach Aisne-Q. H11-0400 125,60 1 050 0 13,6 751,0
links Ailette Manicamp H02-0400 59,5 540 3,0
links Serre la Fère H01-0400 95,9 1 743 0 13,10
rechts Vilpion 5 km ob. Crécy-sur-Serre H01-0410 42,8 720
links Brune 4 km ob. Marle H0120600 37,5 165
links Ton Entreaupont H0030600 56,3 294 3,7
rechts Marne 361,3 2 km ob. Stadtgrenze Paris F---0100 514,00 12 920 110,000 875,0
links Grand Morin bei Esbly F65-0400 118,20 1 197 0 7,6
links Aubetin 5 km unt. Coulommiers F65-0410 61.2 270 1,5
rechts Ourcq Lizy-sur-Ourcq F63-0400 87,0 345 2,1
links Petit Morin la Ferté-sous-Jouarre F62-0400 86,3 605 3,4
links Surmelin 10 km ob. Château-Thierry F61-0400 41,5 454 2,7
links Somme-Soude Jâlons F6090600 24,6 / 59,9 500 02,75
rechts Soude 2,5 km unt. Villeseneux F6092000 22,6
Somme F6090600 35,3
rechts Saulx Vitry-le-François F5--0200 115,40 2 100 0 25,70
rechts Chée Vitry-en-Perthois F58-0400 64,7 ~ 400,0 4,0
rechts Vière ca. 5 km ob. deren Mündung F58-0410+ 42,2 180 1,3
rechts Ornain 4 km vor Saulx-Mündung F56-0400 116,20 913 10,90
links (Le Cavé ←) Blaise Frignycourt F53-0400 85,5 480
rechts Rognon 8 km ob. Joinville F51-0400 73,3 614 9,2
links Suize Chaumont F5050600 48,6 277 0,8
rechts Yerres Montgeron F4--0210 97,5 1 020 0 3,5
links Orge Savigny-sur-Orge F46-0400 50,1 ,0951,9 3,9
links Yvette Épinay-sur-Orge F46-0420 39,3 286 1,3
links Essonne Corbeil-Essons F45-0400 97,1 1 870 0 8,1
links Juine bei Saint-Vrain F45-0420 55,0 700
links Loing 444,3 bei Moret-sur-Loing F4--0200 142,70 4 182 0 19,00 587,0
rechts Orvanne 4 km vor dessen Mündung F4398000 38,8 0,4
rechts Lunain 10 km vor dessen Mündung F4380600 51,4 252 0,7
rechts Cléry nordöstl. Nargis F4210600 43,1 270 01.45
links Bezonde 7 km ob. Montargis F42-0400 35 / 40 350 1,5
rechts Huillard 25,3 km nach deren Quelle[5] F4240600 25,9 / 30,4 950 4,8
links Motte Busy 10,3 km nach dessen Quelle[5] F4242000 14,8
links Puiseaux Montargis F4210600 37,0 110 0,5
rechts Vernisson Montargis F4218000 37,2 100 0,3
rechts Ouanne 7 km ob. Montargis F41-0400 83,8 950 4,8
links Branlin 3 km ob. Charny F4140600 43,7
links Yonne 457,7 Montereau-faut-Yonne F3--0200 292,30 10 836 00 93,00 750,0
rechts Vanne Sens F3--0200 59,0 990 5,4
links Vrin 5 km nordwestl. Joigny F3531000 37,0 148 0,7
links Tholon bei Joigny F3520600 37,9 167 0,8
rechts Armançon Migennes F3--0210 202,00 3 077 29,00
rechts Armance Saint-Florentin F34-0400 47,7 520 3,8
rechts Brenne 6 km unt. Montbard F33-0400 71,7 491 7,8
rechts Oze Venaray-les-Laumes F3350600 42,0 252 2,6
rechts Serein 5 km ob. Migennes F32-0400 188,00 1 119 0 7,7
rechts Cure bei Vermenton F31-0400 112,00 1 311 0 16,20
rechts Cousin 10 km westl. Avallon F31-0410 31 / 67 366 3,9
rechts Romanée 2 km südl. Cussy-les-Forges F3140600 25,8 114
Trinquelin ← Cousin F31-0410 36,0
links Chalaux Lac de Chaumeçon F3110600 36,2 110 2,1
links BeuvronVaucreuse Clamecy F30-0400 40,5 264 2,1
rechts Armance[6] 4 km südöstl. Clamecy F3040600 24,2 76 2,1
rechts Voulzie 2 km unt. Bray-sur-Seine F23-0400 43,9 286 1,7
links Orvin 12 km westl. Nogent-sur-Seine F21-0400 38,1
rechts Aube 524,8 bei Romilly-sur-Seine F1--0200 248,30 4 660 0 41,00 773,1
rechts Superbe 17 km vor deren Mündung F15-0400 39,5 320 1,6
rechts Voire 2 km unt. Lesmont F12-0400 56,1 896 7,1
rechts Aujon 14 km ob. Bar-sur-Aube F11-0400 68,0 481 6,5
rechts Barse Troyes F08-0400 50,1 463
links Hozain Troyes F07-0400 24,6 249 1,4
links Marve 1,9 km nach dessen Quelle F0701000 20,1 74
rechts Ource 2 km ob. Bar-sur-Seine F04-0400 100,40 737 8,6
links Laignes (Unterlauf) Polisy F02-0400 33,2 / 72 668
↑ (als Doline) Laignes [7] 17,9
↑ Laignes (Oberlauf) Gemeindewald von Puits 21,0

||

Wasserwirtschaft und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberflächenwasser der Seine wird für die Pariser Wasserversorgung verwendet. Die Abwässer des Großraums Paris werden nach ihrer Reinigung der Seine zugeführt und fließen über Rouen und Le Havre in den Ärmelkanal. Die Seine ist im Winter braun, da sie 400 km lang an landwirtschaftlichen Nutzflächen vorbeiführt. Im Sommer wird sie durch Algen grün gefärbt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Pariser Abwässer noch ungeklärt in den Fluss geleitet. Ab etwa 1850 wurden sie in Abwässerkanälen aus der Stadt herausgeführt und seineabwärts in den Fluss geleitet. Danach ging man dazu über, die Abwässer nicht direkt in die Seine zu leiten, sondern zur Düngung von Äckern zu verwenden. Kläranlagen baute man ab Mitte des 20. Jahrhunderts. Im Vergleich zu 1850, als die Seine eine stinkende Kloake war, hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert. Heute leben in der Seine wieder 35 Fischarten, darunter Lachse und Forellen.[8]

Seine-Hochwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das älteste überlieferte Hochwasser der Seine im Bassin Parisien ereignete sich im Winter 358 während des Aufenthaltes des römischen Kaisers Julian in Lutetia und fand in dessen Misopogon Erwähnung.[9] Die Schilderung des Hochwassers vom Februar 582 überlieferte Gregor von Tours (Grégoire) in der Historia Francorum.

Nach strengen Wintern in den Jahren 1197, 1325/26, 1708/09 rissen die Wassermassen Brücken in Paris mit sich fort und brachen Pestepidemien aus. Die letzten schweren Überschwemmungen ereigneten sich im Januar 1910, damals standen in Paris zwölf der 20 Arrondissements sechs Wochen lang unter Hochwasser.[10];[11]

Hochwassermarken am Bassin Arsenal, 3. Juni 2016

Die nachfolgende Liste der Hochwasser in Paris erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • 358
  • Februar 582
  • 1197
  • 1280 zerstörte ein Hochwasser die Grand-Pont
  • Im Dezember 1296 zerstörte ein Hochwasser von bis dahin unbekanntem Ausmaß alle Brücken der Stadt
  • 1325/26
  • 1656
  • 1684
  • 1708/09
  • 1740
  • 1910: verheerendes Seinehochwasser ab dem 18. Januar bis März/April
  • 1924
  • 1955
  • 1982
  • 1995
  • 2016

Die Seine in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sisley: L’automne: Bords de la Seine près de Bougival (Herbst: die Ufer der Seine nahe Bougival), 1873
Seurat: Un dimanche après-midi à l’île de la Grande Jatte (Sonntagnachmittag auf der …)
Bildende Kunst
Gemälde u.a. von Frédéric Bazille, Maurice Boitel, Richard Parkes Bonington, Eugène Boudin, Gustave Caillebotte, Camille Corot, Charles-François Daubigny, Raoul Dufy, Émile Othon Friesz, Eugène Isabey, Johan Barthold Jongkind, Joseph Mallord, Albert Marquet, Claude Monet, Robert Antoine Pinchon, Nicolas Raguenet, Emilio Grau Sala, Gaston Sébire, Alfred Sisley, Georges Seurat, Constant Troyon, William Turner, Édouard Vuillard oder Vallotton.
Statuen: zum Beispiel Die Seine auf der Pont du Carrousel
Chanson
von Jacques Charpentrau: Le Front de Seine. „La Seine a mal au front/ Ah! Ce n'est pas de veine/ Il lui vient des bétons/ De Javel à Grenelle/ C'est comme une éruption/ Une fièvre malsaine …“[12]
Filme
Reisewege Frankreich: Das Lied der Seine. Dokumentation, zwei Teile, 90 Min. Ein Film von Georg Bense, Produktion: SR, Erstsendungen: 29. November 2006 und 6. Dezember 2006 (Inhaltsangabe des SR)

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrer Hinrichtung 1431 auf dem Scheiterhaufen in Rouen wurde die Asche von Jeanne d’Arc in die Seine gestreut, um einem Reliquienkult vorzubeugen. 1790 ertränkte sich der tschechische Komponist Jean-Baptiste Krumpholz in der Seine, da er zuvor von seiner Frau Anne-Marie (1755–1824) für den böhmischen Komponisten Jan Ladislav Dusík verlassen wurde.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean Aubert: La vie des bords de Seine. Éditions Horvath: Le Coteau (Loire) 1986 ISBN 978-2-7171-0414-1 (französisch)
  • François Beaudouin: Paris-sur-Seine, ville fluviale. Éditions de la Martinière, 1993 ISBN 978-2-7324-2035-6 (französisch)
François Beaudouin war der Gründer des Musée de la batellerie in Conflans-Sainte-Honorine und bis 1994 dortiger Konservator.
  • Conseil général des Ponts et Chaussées (Hrsg.): L'estuaire de la Seine. Oktober 2004, 63 S. (französisch)
  • Martine Delahaye: Les enfants du fleuve, la Seine au 20e siècle – Récits, Nanterre. Martine Delahaye, 2001, 233 S. (französisch)
  • Christian Dupavillon: Paris côté Seine. Le Seuil: Paris 2001, 383 S. ISBN 978-2-02-051688-4 (französisch)
  • Antoine Hoareau: Au pays des sources de la Seine. Cléa Micro-édition, 2010, 80 S. ISBN 978-2-913835-99-3 (französisch)
  • Bernard Jacomin: Les Sources de la Seine. Yvelinédition, 2006 ISBN 978-2-84668-049-3 (französisch)
  • Simon Lacordaire: Les inconnus de la Seine, Paris et les métiers de l'eau du XIIe au XIXe siècle. Hachette: Paris 1985, 306 S. ISBN 978-2-01-009763-8 (französisch)
  • Charlotte Lacour-Veyranne: Les colères de la Seine. Éditions Paris-Musées, 1994 ISBN 978-2-87900-191-3 (französisch)
  • François Lespinasse: La Seine vue par les peintres. Édita SA: Lausanne 1993, 139 S. ISBN 978-2-88001-286-1 (französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b geoportail.fr (1:16.000)
  2. a b Die Angaben zur Flusslänge beruhen auf den Informationen über die Seine auf sandre.eaufrance.fr (französisch), abgerufen am 30. Juli 2009, gerundet auf volle Kilometer.
  3. a b hydro.eaufrance.fr (Station: H9950010, Option: Synthèse).
  4. a b Oise mit Aisne, Aisne mit Aire
  5. a b mit Längenmessung
  6. mit aufgelistet wegen Namensgleichheit mit dem nicht so kurzen Zufluss des Armançon
  7. Gliederung>SANDRE beschreibt unter dem Namen Ruisseau de Marcenay (F02-0410) mit Karte zum Oberlauf bezüglich Länge und Anrainergemeinden den gesamten Flusslauf unter Laignes (F02400) nur den Unterlauf nach der Karstquelle.
  8. FAQ der SIAAP.
  9. Charlotte Lacour-Veyranne, Les colères de la Seine, Éd. Paris-Musées, 1994, ISBN 978-2-87900-191-3.
  10. Willms, Johannes: Als Paris Venedig glich, Die Hauptstadt der Moderne im Bann der „grande crue“: Erinnerungen an ein Jahrhunderthochwasser in Süddeutsche Zeitung vom 26. Januar 2010.
  11. Bezüglich der Hochwasser im Zeitraum von 1600 bis 1840 siehe A. Goubet: Les crues dans le bassin de la Seine du 17e au début du 19e siècle [1]
  12. Stoppel, Karl (Hrsg.): La France. Regards sur un pays voisin, Reclams Universal-Bibliothek, Nr. 9068, S. 68.