Seitingen-Oberflacht

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Seitingen-Oberflacht
Seitingen-Oberflacht
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Seitingen-Oberflacht hervorgehoben

Koordinaten: 48° 1′ N, 8° 44′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 728 m ü. NHN
Fläche: 19,65 km2
Einwohner: 2558 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78606
Vorwahl: 07464
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 055
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Hauptstraße 8
78606 Seitingen-Oberflacht
Website: www.seitingen-oberflacht.de
Bürgermeister: Jürgen Buhl
Lage der Gemeinde Seitingen-Oberflacht im Landkreis Tuttlingen
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Über dieses Bild

Seitingen-Oberflacht ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg. Die Gemeinde ist ein Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Tuttlingen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seitingen und Oberflacht

Seitingen-Oberflacht liegt am südwestlichen Rand der Schwäbischen Alb rund acht Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Tuttlingen. Sie grenzt im Norden an Hausen ob Verena, im Osten an Rietheim-Weilheim und Wurmlingen, im Süden an die Kreisstadt Tuttlingen, im Westen an Talheim sowie im Nordwesten an Durchhausen und Gunningen.

Die Gemeinde Seitingen-Oberflacht besteht aus den früher selbständigen Gemeinden Seitingen und Oberflacht. Zur ehemaligen Gemeinde Seitingen gehören das Dorf Seitingen, der Weiler Kirchberg und die Höfe Anstatt, Aumühle und Bruckmühle. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Seitingen liegt die Wüstung Dächen- oder Denkenhofen auf die ein Flurname hindeutet. Zur ehemaligen Gemeinde Oberflacht gehören das Dorf Oberflacht und das Haus Ziegelhütte.[2]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seitingen-Oberflacht hat im Westen einen kleinen Anteil am Landschaftsschutzgebiet Lupfen. Außerdem liegen einige Teilgebiete des FFH-Gebiets Großer Heuberg und Donautal auf dem Gemeindegebiet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde wurde am 1. Januar 1975 durch die Vereinigung der beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Seitingen und Oberflacht gebildet.[4]

Zugehörigkeit im alten Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter standen Seitingen und Oberflacht unter der Herrschaft, die von den Inhabern der Burg Konzenberg ausging. Von 1300 bis 1600 gehörten die Orte zum Domkapitel Konstanz. Von 1600 bis kurz vor dem Ende des Heiligen Römischen Reichs stellte die Dompropstei Konstanz die Obrigkeit in den Dörfern. Von 1803 bis 1806 waren die beiden Orte beim Kurfürstentum Baden und ab 1806 beim Königreich Württemberg.

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren Seitingen und Oberflacht dem Oberamt Tuttlingen zugeordnet. Während der NS-Zeit in Württemberg gelangten die Orte 1938 zum Landkreis Tuttlingen. 1945 wurde das Gebiet Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging. Von 1952 bis 1972 befanden sich die Gemeinden mit dem Landkreis Tuttlingen im Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern. Seit der Kreisreform von 1973 gehören sie mit ihrem Landkreis zum neuen Regierungsbezirk Freiburg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1975–1991: Heinrich Bisser (1925–2005), war zuvor bereits 1965–1975 Bürgermeister von Oberflacht[5][6]
  • 1991–2018: Bernhard Flad (CDU, * 1955)[7]
  • seit 2018: Jürgen Buhl, war vorher Stadtkämmerer in Meßstetten

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Seitingen-Oberflacht
Blasonierung: „In gespaltenem Schild vorn in Silber ein durchgehendes rotes Kreuz, hinten in Blau eine goldene Leier.“[8]
Wappenbegründung: Das Wappen und die Flagge der Gemeinde wurde am 9. März 1977 durch das Landratsamt Tuttlingen verliehen.

Wie der Gemeindename aus den Namen beider Teilorte zusammengesetzt ist, so besteht auch das Wappen aus Motiven der bisherigen Gemeindewappen. Das rote Kreuz ist das Wappen des Hochstifts Konstanz. In verwechselten Farben bildete es das vordere Feld des seit 1956 von Seitingen geführten Gemeindewappens, hat im neuen Wappen jedoch Aussagekraft für die gesamte Gemeinde. Beide Orte gehörten als Teil der Herrschaft Konzenberg seit 1300 dem Domkapitel und von 1600 bis zur Säkularisation der Dompropstei Konstanz. Die Leier erinnert an das alamannische Reihengräberfeld in der Gemarkung Oberflacht, unter dessen Beigaben sich ein derartiges Instrument aus dem 6.–7. Jahrhundert befand. Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Oberflacht wurde 1963 verliehen.

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Banner Seitingen-Oberflacht.svg 00Banner: „Das Banner ist gelb-blau längsgestreift mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte.“
Flagge Seitingen-Oberflacht.svg 00Hissflagge: „Die Flagge ist gelb-blau quergestreift mit dem Wappen in der Mitte.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seitinger Kirchberg

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das große alamannische Gräberfeld von Oberflacht mit einem Sängergrab gehört zu den bedeutendsten Funden aus der Alamannenzeit in Europa. In einem kleinen Museum sind einige der Grabfunde und andere Exponate zur Geschichte der Alamannen zu besichtigen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Sängergrab in Oberflacht ist der Kirchberg in Seitingen mit seiner renovierten Barockkirche und der Eustasius-Kapelle mit Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert im Innenraum sehenswert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abwasserreinigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgabe der Abwasserreinigung in Seitingen-Oberflacht wird vom Abwasserzweckverband Ostbaar durchgeführt. Diesem Abwasserzweckverband gehören auch die Gemeinden Hausen ob Verena, Durchhausen und Gunningen an. Künftig soll diese Anlage des Abwasserzweckverbandes mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg erweitert und modernisiert werden. Grund für die notwendige Modernisierung ist, dass die Wassergüte von Elta und Oberer Donau abgenommen hat. Daher muss die Kläranlage künftig höhere Reinigungsanforderungen erfüllen.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edmund Stark (* 1909 in Seitingen; † 2004 in Ravensburg), Jurist, Richter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seitingen. In: Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Tuttlingen (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 58). H. Lindemann, Stuttgart 1879, S. 429–437 (Volltext [Wikisource]).
  • Oberflacht. In: Karl Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Tuttlingen (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 58). H. Lindemann, Stuttgart 1879, S. 406–413 (Volltext [Wikisource]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Seitingen-Oberflacht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 681–683
  3. Daten- und Kartendienst der LUBW
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 518.
  5. http://www.seitingen-oberflacht.de/aktuelles/163-heinrich-bisser-wird-80.html
  6. http://www.seitingen-oberflacht.de/aktuelles/87-ehrenbrger-heinrich-bisser-verstorben.html
  7. https://lttweb03.landkreis-tuttlingen.de:8443/personen?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZejSauhVy2DslndZrc4VCsU
  8. Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg Band 3 Regierungsbezirk Freiburg Seite 108 aus dem Jahre 1989 ISBN 3-8062-0803-4
  9. Drei Millionen für Abwasserprojekt auf der Ostbaar. In: SWR Landesschau aktuell. 26. April 2014, abgerufen am 26. April 2014.