Sektion Allgäu-Kempten des Deutschen Alpenvereins

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Sektion Allgäu-Kempten des Deutschen Alpenvereins (DAV) e. V.
Logo der DAV-Sektionen Allgäu-Kempten
Zweck: Förderung des Bergsteigens und alpiner Sportarten
Vorsitz: Michael Turobin-Ort (Geschäftsführer)
Harald Platz (1. Vorstand)
Gründungsdatum: 6. September 1871
Mitgliederzahl: 17.926 (Stand: Januar 2018)[1]
Sitz: Kempten (Allgäu)
Website: DAV-Kempten.de

Die Sektion Allgäu-Kempten des Deutschen Alpenvereins (DAV) e. V. (kurz DAV Kempten) ist eine Sektion des Deutschen Alpenvereins in Deutschland sowie nach den Sektionen München und Oberland die drittgrößte Sektion in Bayern. Der DAV Kempten ist mit 17.926 Mitgliedern zugleich einer der mitgliederstärksten Sportvereine Deutschlands, und auf Platz sieben der größten Sektionen des Deutschen Alpenvereins.

Zur Sektion Allgäu-Kempten gehört auch die Ortsgruppe Obergünzburg mit rund 700 Mitgliedern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Swoboda Alpin: Zentrale der Sektion Kempten mit Kletteranlagen.

Im Jahr 1871 wollten Kemptener Bergsteiger zusammen mit der Sektion Augsburg und deren Zweigstelle in Immenstadt eine umfassende Sektion Allgäu gründen. Da es hierzu keine Einigung gab, wurde am 6. September 1871 im kleinen Kreis auf der Burghalde in Kempten (Allgäu) die Gründung einer eigenen Sektion beschlossen. Sie sollte den Namen „Allgäu“ tragen und ihren Sitz in Kempten haben. Führend im Verein war der Bezirksgerichtsarzt Oertel und Apotheker Dr. von Kolb. Der Jahresbeitrag wurde auf 1½ Gulden festgelegt. Insgesamt gab es 63 Gründungsmitglieder. Eine größere Zahl von Kemptener Bergsteigern wollte, um unabhängig zu bleiben, ursprünglich gar keinen Anschluss an einen deutschen Alpenverein. Sie gründeten zusätzlich einen eigenen Verband mit dem Namen „Alpenverein im Allgäu und für dasselbe“, dieser hatte bereits in kurzer Zeit 126 Mitglieder.[2] 1878 wurde dieser Verband bereits aufgelöst, der Großteil der Mitglieder schloss sich der Sektion Kempten an. Die südlich benachbarte, eigenständige Sektion Allgäu-Immenstadt wurde 1874 gegründet.[3]

Im Winter 1879/80 probierten Mitglieder erstmals den modernen Schneeschuhlauf aus, was jedoch nicht weiterverfolgt wurde, da Experten der Verwendbarkeit von Schneeschuhen keine Chance geben wollten.[4] Am 3. Juli 1881 wurde das von den Sektionen Kempten und Immenstadt errichtete Prinz-Luitpold-Haus am Glasfelderkopf eröffnet.[5] Am 16. August 1891 wurde die neue Kemptner Hütte nach einer Bauzeit von zehn Wochen der Öffentlichkeit übergeben. Die Hütte bot 16 Matratzen und die zwei Heulager unter dem Dach etwa 25 bis 30 Personen Unterschlupf an. Die Baukosten betrugen, einschließlich einer Wasserleitung, 7215 Mark.[6]

Im Jahr 1910 erklärten sich 17 Personen, im Falle eines Bergunglücks, freiwillig Hilfe zu leisten. Der erste Einsatz folgte noch im gleichen Jahr am 13. Dezember mit der Bergung eines tödlich abgestürzten Leutnants am Grünten. 1911 stellen die Sektionen Kempten, Augsburg, Füssen, Pfronten und Reutte einen Antrag für die Einrichtung von Pflanzenschutzgebieten im Allgäu.[7]

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenkletteranlage des DAV im Engelhaldepark

Der DAV-Kempten unterhält neben einem Wegenetz von etwa 27 km drei Hütten in den Allgäuer Alpen und zwei Kletterzentren in Kempten. Weitere Einrichtungen werden vom DAV Immenstadt betreut.

Folgende Hütten werden vom DAV Kempten betreut, in Klammern jeweils das Jahr der Errichtung:

Folgende Klettereinrichtungen wurden errichtet:

  • Kletterturm Engelhaldepark: Im Jahr 2000 eröffnete Freiluft-Klettersportanlage mit 18 Metern Wandhöhe und 2200 Griffen.[9]
  • Swoboda Alpin: 2017 eröffnete Anlage mit 2100 Quadratmeter Kletterfläche und 1200 Quadratmeter Boulderfläche sowie einer Kletterwand im Außenbereich, gleichzeitig neue Zentrale des DAV-Kempten. Als Baukosten waren rund 7,5 Millionen Euro veranschlagt.
  • Boulderraum in der Turnhalle am Königsplatz (Stadtpark) in Kempten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sektion Allgäu-Kempten, Deutscher Alpenverein, alpenverein.de, abgerufen am 9. Januar 2018
  2. Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1972, Band 3, S. 371.
  3. 125 Jahre Sektion Allgäu-Immenstadt (PDF)
  4. Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1972, Band 3, S. 379.
  5. Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1972, Band 3, S. 381.
  6. Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1972, Band 3, S. 393.
  7. Alfred Weitnauer: Allgäuer Chronik. Verlag für Heimatpflege, Kempten 1972, Band 3, S. 414.
  8. DAV-Kempten.de: Tannheimer Jugendhütte
  9. Klettern In: kempten.de (abgerufen am 17. August 2017)