Sektionsbauweise

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Im Bau befindliches Rumpfmodul für einen indischen Zerstörer der Kolkata-Klasse

Unter Sektionsbauweise versteht man ein Bauverfahren im industriellen Schiffbau.

Einzelheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stahlschiffbau moderner Prägung gliedert sich das Zusammenfügen der einzelnen Bestandteile des Schiffsrumpfs in den Bau einzelner Sektionen. Zu Beginn werden die einzelnen Platten und Stahlprofilteile ausgeschnitten, angezeichnet und bei gekrümmten Bauteilen wie Außenhautplatten und Spanten mittels hydraulischer Pressen auf Maß gebogen. In Vormontagehallen werden die vorbereiteten Einzelteile zu den noch verhältnismäßig kleinen Flachsektionen, Außenhautschalen und Doppelbodensektionen verschweißt. Diese werden ebenfalls in Montagehallen zu sogenannten Volumen- oder Blocksektionen zusammengefügt. Je nach Auslegung der Werft werden die Volumensektionen auf der Helling oder im Baudock zum eigentlichen Schiffsrumpf zusammengebaut. Dabei ist das Auslegen der ersten Sektion gleichzeitig die Kiellegung. Baudock bzw. Helling werden durch das Sektionsbauverfahren erheblich kürzer benötigt als beim herkömmlichen Schiffbau. Der fertige Schiffsrumpf wird schließlich nach der Schiffstaufe vom Stapel gelassen oder ausgedockt.

1944 und 1945 ließ die damalige Kriegsmarine zwei neue moderne U-Boot-Typen bauen: der Bau erfolgte (erstmals für U-Boote) in Sektionsbauweise: die U-Boot-Klasse XXI und die U-Boot-Klasse XXIII. Die ersten dieser Boote kamen kurz vor Kriegsende zum Einsatz. Für den Stahlbau des Typs XXI waren zwei statt früher fünf Monate vorgesehen, für den Sektionsbau vier statt zehn Monate.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Autorenkollektiv: Stahlschiffbau. transpress Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-341-00410-6.
  • Edward V. Lewis, Robert O'Brien: Schiffe. 2. Auflage. Rowohlt Verlag, Reinbek 1970, ISBN 3-499-18003-0.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]