Selbecke (Hagen)

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Mäckingerbachtal mit Freilichtmuseum

Selbecke ist ein Ortsteil im Stadtbezirk Eilpe/Dahl der kreisfreien Großstadt Hagen in Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selbecke liegt südwestlich vom Stadtteil Eilpe und grenzt im Süden an den Märkischen Kreis. Durch den Ortsteil fließt der Selbecker Bach, in den aus einem Seitental kommend der Mäckinger Bach mündet. Umgeben ist Selbecke im Westen vom Landschaftsschutzgebiet Selbecke, im Osten vom Landschaftsschutzgebiet Eilper Berg/Langenberg und im Süden vom Landschaftsschutzgebiet Rafflenbeuler Kopf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Rafflenbeuler Berg zwischen Mäcking und Zurstraße weisen Grabstätten auf die Eroberungszüge der Sachsen und Franken und auf eine Zeit noch vor einer Christianisierung hin.

Noch vor der Jahrtausendwende soll der Höhenweg (jetzt „Alter Postweg“ genannt) angelegt worden sein. Von 1788 bis 1794 entstand eine feste Chaussee von Hagen über Eilpe nach Breckerfeld; diese Hauptstraße verläuft auch heute noch auf dieser Trasse.

In Delstern, Eilpe und der Selbecke gibt es Hinweise auf die Gewinnung und Bearbeitung von Eisen schon in frühen Jahrhunderten, wie ein 1523 urkundlich genannter Hütterhof (Hüttenberg) bezeugt, außerdem die Existenz von „Groben“ (Gruben) im Mäckingerbachtal und Am Hirsch.

Selbecke selbst ist ein noch junger Ortsteil. Sehr viel älter war der im Mäckinger Bachtal gelegene Wohnplatz Mäcking. Er wurde schon um 1150 als de Mekkinchuson im Urbar der Reichsabtei Werden erwähnt. Um 1250 de Mehckinc und um 1500 to Meckynck genannt. 1615 wurde urkundlich ein Gute zu Mockingk im Kerspel Hagen erwähnt. Der Ortsname ist mit „bei den Häusern der Leute des Makki/Makko“ zu umschreiben.[1] An Stelle des ehemaligen Wohnplatzes befindet sich heute das Westfälische Freilichtmuseum Hagen.

In einem Verzeichnis des Regierungspräsidenten in Arnsberg wurde 1880 Selbecke als Weiler mit 45 Einwohnern ausgewiesen. Noch vor 1827 allerdings wurde die Selbecke in die Gemeinde Eilpe eingemeindet, welche wiederum selbst im Jahre 1876 (zusammen mit Wehringhausen) in die Stadt Hagen eingemeindet wurde.

Heute ist das Westfälische Freilichtmuseum im Mäckingerbachtal eine Besonderheit in der Museumslandschaft und zum größten Besuchermagneten in Hagen avanciert. Hier sind Handwerksgebäude und erste Industriebauten zusammengetragen worden. Im Köttinger Bachtal an der südlichen Stadtgrenze wurden auf der Kart-Rennbahn im Motodrom bereits Weltmeister gekürt.

Bis ins Jahr 1964 verkehrt die Linie 4 (vorher auch 5, 6 oder 7) der Straßenbahn Hagen in die Selbecke. Heute wird sie von der städtischen Buslinie 512 der Hagener Straßenbahn AG nach Breckerfeld, dem Zentrum von Hagen und Boele bedient. Des Weiteren hält an ausgewählten Haltestellen die Überlandlinie 84 der Märkischen Verkehrsgesellschaft (ursprüngliche Linie 29 der Kraftverkehr Mark-Sauerland GmbH) in die Hagener Innenstadt, nach Breckerfeld, Halver und Kierspe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Selbecke (Hagen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Flöer: Die Ortsnamen der Stadt Dortmund und der Stadt Hagen, in: Westfälisches Ortsnamenbuch, Band 16, Bielefeld 2021, S. 182–183

Koordinaten: 51° 20′ N, 7° 29′ O