Selbstdarstellung

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Selbstdarstellung ist eine Inszenierungsstrategie, um ein bestimmtes Ansehen bei anderen herzustellen. Ziel ist die Inszenierung eines erwünschten Selbst mit der wesentlichen Funktion, den sozialen Einfluss zu vergrößern. Daher steuern, beeinflussen und kontrollieren Individuen in sozialen Interaktionen den Eindruck, den sie auf andere Personen machen.[1] Typische Medien der Selbstdarstellung sind die inhaltliche Gestaltung von Aussagen, gleichermaßen auch das nonverbale Verhalten und das Erscheinungsbild.

Der Begriff stammt aus dem Kontext der Sozialpsychologie. In der deutschsprachigen Wissenschaft ist er eng mit den Arbeiten von Hans Dieter Mummendey verbunden, der 1990 ein Werk zum Thema Psychologie der Selbstdarstellung vorlegte. Seit einigen Jahren steht im deutschsprachigen Raum insbesondere Cristián Gálvez mit Publikationen und TV-Auftritten für das Thema.[2] Synonym für den Begriff der Selbstdarstellung steht im deutschen wie internationalen Sprachgebrauch der Begriff des Impression Management.

Der im Deutschen gebräuchliche und eher abfällige Begriff des Selbstdarstellers hat mit Selbstdarstellung als sozialpsychologischem Verhalten insofern zu tun, als dass Selbstdarsteller bestimmte Techniken und Strategien der Eigenwerbung übertreiben.

Selbstdarstellung (bei Adolf Portmann)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selbstdarstellung ist auch ein zentraler Begriff in der philosophischen Biologie und Anthropologie bei Adolf Portmann. Er versteht darunter den (wertneutralen) Selbstausdruck der "Innerlichkeit" von Lebewesen bzw. den "Ausdruck einer inneren Wesenheit des Organismus" (Portmann). Nach Portmann ist die Selbstdarstellung das zentrale Motiv der lebendigen Formbildung. "Der Begriff der Selbstdarstellung – ein Name für die Tatsache, dass ein lebendiges Wesen, Tier oder Pflanze, nicht nur Stoffwechsel treibt und als ein Gefüge von lebenserhaltenden Strukturen zu erklären ist, sondern dass der Organismus über das bloße Fristen des Lebens hinaus, über alles Notwendige hinaus, eine Form aufbaut, welche das Besondere dieser Art darstellt."[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Dieter Mummendey: Psychologie der Selbstdarstellung. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Hogrefe – Verlag für Psychologie, Göttingen u. a. 1995, ISBN 3-8017-0709-1, S. 111.
  2. Cristián Gálvez: Du bist, was du zeigst! Erfolg durch Selbstinszenierung. (Begeistern, motivieren, überzeugen). Knaur-Taschenbuch-Verlag, München 2007, ISBN 978-3-426-78040-4.
  3. Adolf Portmann: An den Grenzen des Wissens. Vom Beitrag der Biologie zu einem neuen Weltbild. Econ-Verlag, Wien u. a. 1974, ISBN 3-430-17599-2, S. 138.