Selbstversorgungsgrad

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Selbstversorgungsgrad in Deutschland
Agrarprodukt 1978 2001
Getreide 84% 129%
Kartoffeln 94% 108%
Zucker 129% 136%
Rind- und Kalbfleisch 100% 166%
Schweinefleisch 88% 88%
Geflügelfleisch 58% 64%
Eier 79% 75%
Käse 90% 107%
Butter 135% 79%
Quelle: Bericht der Bundesregierung

Der Selbstversorgungsgrad ist die Inlandserzeugung von Produkten gemessen am Gesamtverbrauch der Produkte in Prozent.

Er ist das Verhältnis von Verbrauch zu Bruttoeigenerzeugung. Unter Verbrauch wird jegliche Verwertung eines Produktes im Inland verstanden. Die Bruttoeigenerzeugung beschreibt die Menge des im Inland erzeugten Produktes.

Ein Zustand, eines Selbstversorgungsgrades von (mindestens) 100 % wird als Autarkie bezeichnet. Die ökonomische Politik des Merkantilismus führte zu einer Erhöhung des Selbstversorgungsgrades der europäischen Volkswirtschaften, der Freihandel zu einer Verringerung.

Der Begriff Selbstversorgungsgrad findet insbesondere auf landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe Anwendung. Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU nennt die Versorgungssicherheit als eines der Ziele und benennt die Gemeinschaftspräferenz also eine Bevorzugung von in der EU produzierten Produkten zur Erhöhung des Selbstversorgungsgrades als einen der Grundsätze hierzu.

Schweiz[Bearbeiten]

Der Selbstversorgungsgrad der inländischen Landwirtschaftsproduktion beträgt heute (2007) 58,5 Prozent. Dies ist ein Durchschnitt aus dem Selbstversorgungsgrad bei der tierischen Produktion von 94 Prozent und bei der pflanzlichen Produktion von 45 Prozent. Der gegenwärtige Selbstversorgungsgrad ist mit einem täglichen Pro-Kopf-Konsum von 3.363 Kalorien berechnet.

Entwicklung des Selbstversorgungsgrades in der Schweiz (kalorienmässiger Anteil in Prozent ):[1]

  • 1908-1912: 53,1
  • 1934-1936: 52,2
  • 1943-1945: 70,5
  • 1946-1955: 55,7
  • 1979-1981: 65,5
  • 2003: 56,4
  • 2004: 60,2
  • 2005: 59,0
  • Durchschnitt 2003-05: 58,5

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Selbstversorgungsgrad der von den Kriegsparteien eingeschlossenen Schweiz mit dem Plan Wahlen gesteigert, um die Schweizer Bevölkerung und die rund 300.000 Flüchtlinge vor Hunger und allzu grossen Entbehrungen zu bewahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Landwirtschaft stark intensiviert, um die zwischen 1950 und 2004 von 4,7 auf 7,5 Millionen gewachsene Bevölkerung versorgen zu können.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://search.parlament.ch/print/cv-geschaefte?gesch_id=20063880 Stellungnahme des Bundesrates vom 28. Februar 2007

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]