Seligenthal (Sieg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seligenthal
Kreisstadt Siegburg
Koordinaten: 50° 47′ 45″ N, 7° 16′ 36″ O
Höhe: ca. 90 m
Postleitzahl: 53721
Vorwahlen: 02241, 02242
Seligenthal (Nordrhein-Westfalen)
Seligenthal

Lage von Seligenthal in Nordrhein-Westfalen

Seligenthal1.jpg

Seligenthal ist ein Stadtteil der Kreisstadt Siegburg in Nordrhein-Westfalen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seligenthal liegt im Bergischen Land rund 4,5 km östlich der Siegburger Kernstadt. Im Naturpark Bergisches Land befindet es sich im Tal des Wahnbachs, der nördlich der Ortschaft von der Wahnbachtalsperre aufgestaut wird. Im Süden öffnet sich das Wahnbachtal zur Sieg hin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Seligenthal befindet sich die älteste Franziskanerkirche nördlich der Alpen, das Kloster Seligenthal. Sie wurde im Jahre 1231 von Graf Heinrich von Sayn und seiner Frau Mechthild von Landsberg ursprünglich als Einsiedelei gegründet. 1255 wurde die Klosterkirche geweiht. 1647 brannten Kirche und Kloster in Seligenthal ab. Am 21. Oktober 1654 gründete der Minoritenorden eine kleine Niederlassung in der Klause des ehemaligen Klosters. Sie erhielten das Gebäude mit der Auflage, eine zweiklassige Trivialschule einzurichten.

1709 wurde die St.-Rochus-Kapelle als Dank für die Abwendung der ansteckenden Krankheit Rote Ruhr dem heiligen Rochus als Schutzpatron der Gefangenen, Kranken, Ärzte, Apotheker und Totengräber geweiht. Auch heute noch wird am Rochustag, dem 16. August, nach Seligenthal gewallfahrtet.

Am 12. September 1803 wurde das Minoritenkloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst, der Besitz verkauft.

Nach der Aufhebung des Klosters 1803 gab es erst 1834 in Seligenthal wieder regelmäßigen Schulunterricht. Die ehemalige Klosterkirche wurde 1834 Pfarrkirche. Ab 1878 wurden die Seligenthaler Schüler im Nachbarort Kaldauen unterrichtet.

Am 1. August 1969 wurde im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raumes um Bonn (Bonn-Gesetz) Seligenthal in die Stadt Siegburg umgegliedert. Zuvor gehörte Seligenthal zur Gemeinde Lauthausen.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eva-Maria Günther: Die Franziskanerkirche Seligenthal. Ordensarchitektur zwischen Askese und Repräsentationsanspruch. Rheinlandia, Siegburg 2010, ISBN 978-3-938535-63-9 (Veröffentlichung des Geschichts- und Altertumsvereins für Siegburg und den Rhein-Sieg-Kreis 31).
  • Wilhelm Felten: Zur Geschichte des Minoritenklosters Seligenthal a. d. Sieg. In: Heimatblätter des Siegkreises. Erster Jahrgang, Zweites Heft (April), Gericke, Siegburg 1925. S. 27–54. Auch erschienen in: Franziskanische Studien, Band 16 (1929), S. 275–302.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Text des Gesetzes zur kommunalen Neugliederung