Selma Mahlknecht

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Selma Mahlknecht (2018)

Selma Mahlknecht (* 21. März 1979[1] in Meran, Südtirol) ist eine italienische Schriftstellerin, Drehbuchautorin, Regisseurin, Dramaturgin und Liedermacherin. Sie lebt in Zernez in der Schweiz und arbeitet an der Academia Engiadina[2] in Samedan sowie im Bereich Erwachsenenfortbildung und im Theaterbereich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mahlknecht wuchs in Plaus im Vinschgau auf. Sie besuchte die Mittelschule in Naturns sowie das Humanistische Gymnasium in Meran. Anschließend absolvierte sie den Studiengang „Dramaturgie und Drehbuch“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Im Jahr 2003 veröffentlichte sie ihren ersten Erzählband Ausgebrochen, 2004 folgte die Uraufführung ihrer Komödie Ex durch die Vereinigten Bühnen Bozen und des Theaters in der Altstadt Meran, weiters ihr zweiter Erzählband Rosa leben. 2007 veröffentlichte sie ihr drittes Buch Im Kokon. Zudem verfasste sie gemeinsam mit Kurt Gritsch und Hans Perting Schlarapfelland, eine Sammlung von Texten zum Thema „Apfel“.

Im September 2008 führte das Stadttheater Bruneck Mahlknechts Neuinszenierung des Shakespeare-Stücks Othello auf. In ihrer Adaption wurden die Geschlechterrollen neu verteilt, so dass nun die Frauen im Vordergrund stehen. Ab 2009 engagierte sich Mahlknecht sehr stark für verschiedene Südtiroler Volksbühnen und schrieb und inszenierte zahlreiche Theaterstücke, einige davon im Südtiroler Dialekt. Dazu gehörten etwa 2009 das Singspiel Mein Tirol in Naturns,[3] 2010 das satirische Lustspiel XUNTHAIT! über die Wunderheilerin Petra Oberperfler alias „Enguana“ in Kortsch,[4] 2011 das Stück Korea – der Weg in dir über die Krankheit Chorea Huntington,[5] 2012 die Dialekt-Komödie Die Glückskekse,[6] 2013 das Märchen Die Prinzessin in der Krise,[7] 2014 das Theaterstück Unser schrecklich schöner Krieg zum 100. Jahrestag des Beginn des Ersten Weltkriegs und 2018 die Auswanderer-Komödie Gruß und Kuss vom Pluralus in Naturns.[8]

Im März 2009 veröffentlichte Mahlknecht ihren ersten Roman mit dem Titel Es ist nichts geschehen. 2010 folgte der historische Roman Helena, welcher mit dem Sir-Walter-Scott-Preis für den besten deutschsprachigen historischen Roman ausgezeichnet wurde.[9] Der 2011 in Zusammenarbeit mit Herbert Rosendorfer verfasste Roman Lunarda handelt von der Beziehung einer jungen Frau zu einem älteren Maler. 2012 erschien der dritte Erzählband Vom großen Ganzen, 2016 der dritte Roman Luba und andere Kleinigkeiten. Außerdem erschienen 2013 und 2017 zwei Bände mit Erzählungen rund um das Thema "Weihnachtszeit".

Als Drehbuchautorin war sie an den Drehbüchern zu den Filmen Aus.schluss (2002), Armer kleiner Mörder (2003) und Facetten (2007), alle inszeniert von Erik Etschel, beteiligt. Seit 2012 schreibt sie regelmäßig für die Print-Ausgabe der Südtiroler Wirtschaftszeitung,[10] seit 2014 für das Online-Magazin Telepolis[11] und seit 2017 für das Online-Portal barfuss.it.[12]

Mahlknecht ist mit dem italienischen Historiker und Konfliktforscher[13] Kurt Gritsch verheiratet[14]. Beide treten seit 2008 regelmäßig in der Schweiz und in Südtirol als Gesangs- und Kabarettduo auf, vor allem in der Weihnachtszeit.[15][16]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theaterstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Ex. Vereinigte Bühnen Bozen und Theater in der Altstadt Meran (Drehbuch, Regie)
  • 2008: Othello 08 (Neuinszenierung). Stadttheater Bruneck (Regie)
  • 2009: Mein Tirol. Volksbühne Naturns (Drehbuch, Regie)
  • 2010: XUNTHAIT!. Theatergruppe Kortsch (Drehbuch, Regie)
    • 2011: XUNTHAIT! (Hörspiel). Produziert und ausgestrahlt von der RAI Südtirol
  • 2011: Korea – der Weg in dir. Volksbühne Naturns (Drehbuch, Regie)
  • 2012: Die Glückskekse. Volksbühne Naturns (Drehbuch, Regie)
  • 2013: Die Prinzessin in der Krise. Volksbühne Naturns (Drehbuch, Regie)
  • 2014: Unser schrecklich schöner Krieg. Volksbühne Naturns (Drehbuch, Regie)
  • 2017: Freiheit für Sara. Academia Engiadina (Drehbuch, Regie)[17]
  • 2018: Gruß und Kuss vom Pluralus. Volksbühne Naturns (Drehbuch, Regie)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steckbrief. In: selma-mahlknecht.info. Abgerufen am 15. Januar 2019.
  2. Academia Engiadina Samedan: Mitarbeitende. Abgerufen am 15. Januar 2019.
  3. Mein Tirol. In: Selma-Mahlknecht.info. Abgerufen am 23. Januar 2019.
  4. XUNTHAIT! In: Selma-Mahlknecht.info. Abgerufen am 23. Januar 2019.
  5. Selma Mahlknecht – Sprache als Verbindung zur Welt. In: sunshine.it. 13. September 2011, abgerufen am 23. Januar 2019.
  6. Die Glueckskekse. In: Selma-Mahlknecht.info. Abgerufen am 23. Januar 2019.
  7. „Die Prinzessin in der Krise“. 9. Oktober 2013, abgerufen am 23. Januar 2019.
  8. Theaterspielplan - Theateraufführungen in Südtirol. Abgerufen am 23. Januar 2019.
  9. a b Selma Mahlknecht erhält den Sir Walter Scott-Preis 2012 für ihren Roman „Helena“. In: Histo-Couch.de. 9. November 2012, abgerufen am 15. Januar 2019.
  10. Wir Quotenfrauen. Abgerufen am 15. Januar 2019.
  11. Telepolis. Abgerufen am 15. Januar 2019.
  12. Selma Mahlknecht. Abgerufen am 15. Januar 2019.
  13. Kurt Gritsch. In: Rubikon. Abgerufen am 15. Januar 2019.
  14. Meine Lesungen. In: Selma-Mahlknecht.info. Abgerufen am 15. Januar 2019.
  15. Mein Adventskränzchen. In: Selma-Mahlknecht.info. Abgerufen am 23. Januar 2019.
  16. Selma und Kurt. In: salto.bz. 29. November 2018, abgerufen am 23. Januar 2019.
  17. Academia Engiadina Samedan: 2017 - Freiheit für Sara. Abgerufen am 23. Januar 2019.
  18. a b c d e f Raetia: Selma Mahlknecht - Edition Raetia. Abgerufen am 15. Januar 2019.
  19. Stadtschreiberin Selma Mahlknecht. Abgerufen am 15. Januar 2019.