Semd

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Semd
Wappen der früheren Gemeinde Semd
Koordinaten: 49° 52′ 23″ N, 8° 53′ 16″ O
Höhe: 147 m ü. NHN
Fläche: 15,99 km²[1]
Einwohner: 1792 (Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 64823
Vorwahl: 06078
Karte
Lage von Semd in Groß-Umstadt
Naturschutzgebiet „Taubensemd“ (2012)
Ehemaliges Rathaus

Semd ist ein Stadtteil von Groß-Umstadt im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg am Nordrand des Odenwaldes mit etwa 1800 Einwohnern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste urkundliche Nachweis war um 1312.[1] Anfänglich noch als Semede oder Semme, später Sem (1544), oder Sembt (1711) benannt. Semd war gemeinschaftlicher Besitz der Kurpfalz und der Landgrafschaft Hessen. 1576 haben beide die hohe Ober-Herrlichkeit und Gerechtigkeit inne. In Semd haben Adel und Kirche Grundbesitz; so die Grafen von Hanau, das Kloster Fulda, die von Frankenstein, die von Wasen, die Ulner von Dieburg, die Gayling von Altheim, die von Karben, die von Rodenstein, die von Groschlag, die Schenken von Erbach, die von Düdelsheim, die von Bleichenbach sowie die Gans von Otzberg. Die übergeordneten Verwaltungseinheiten waren ab 1621 das Amt Umstadt, das 1802 zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt kam und ab 1806 zur Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen gehörte, ab 1821 der Landratsbezirk Dieburg, ab 1832 der Kreis Dieburg, ab 1848 der Regierungsbezirk Dieburg, ab 1852 wieder der Kreis Dieburg, ab 1938 der Landkreis Dieburg und seit 1977 der Kreis Darmstadt-Dieburg.[1]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen versuchten Semd und Klein-Zimmern 1972 nach Dieburg eingemeindet zu werden, was die Stadt Dieburg jedoch ablehnte.[3] Zum 1. Januar 1977 wurden dann Groß-Umstadt und die Gemeinden Dorndiel, Heubach, Kleestadt, Klein-Umstadt, Richen und Semd durch das Landesgesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt zur neuen Stadt Groß-Umstadt zusammengeschlossen.[4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[1]

  • 1961: 1119 evangelische, 160 katholische Einwohner
Semd: Einwohnerzahlen von 1633 bis 1970
Jahr  Einwohner
1633
  
292
1829
  
1.146
1834
  
1.193
1840
  
1.304
1846
  
1.426
1852
  
1.296
1858
  
1.266
1864
  
1.190
1871
  
1.140
1875
  
1.154
1885
  
1.071
1895
  
1.111
1905
  
1.040
1910
  
1.034
1925
  
1.064
1939
  
1.063
1946
  
1.403
1950
  
1.425
1956
  
1.316
1961
  
1.300
1967
  
1.507
1970
  
1.636
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Semd.svg

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Semd

Blasonierung: In Rot über drei goldenen Spitzen eine silberne Waage über einem silbernen Spiegel in goldenem Rahmen.[6]

Das Wappen wurde durch den Heraldiker Heinz Ritt gestalted und am 2. September 1963 vom Hessischen Innenministerium genehmigt.

Es beruht auf einem alten Gerichtssiegel des Ortes von 1713 und verweist damit auf das Örtliche Gericht.[7]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge wurde am 24. April 1961 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Flaggenbeschreibung: „Auf der breiten weißen Mittelbahn des blau-weiß-blauen Flaggentuches das Gemeindewappen.“ [8] |-

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit März 2004 steht in der Semder Flur eine Sitzbank. Sie ist 31,33 m lang; die Sitzfläche und die Lehne sind aus je einem Stück Douglasie gefertigt. Besonders den Einheimischen gilt dieses originelle Stück als "längste Bank der Welt".

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fast zwanzig Vereine, eine Sport- und Kulturhalle und ein reges Kulturleben, welches sich in Straßenfesten und vielen anderen kulturellen Ereignissen widerspiegelt, kann der knapp 2000 Einwohner zählende Ort vorweisen.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Semd finden viele Feste statt, von sehr kleinen Festen wie der Glühweinkerb am Freitag vor Totensonntag bis hin zur Semder „Mallorca Beach Party“, die seit Jahren einen festen Termin im Kulturkalender der Region darstellt.
  • September: Kerb[9]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An öffentlichen Einrichtungen sind Freiwillige Feuerwehr, Turnverein, Schützenhaus, Bücherei, Kindergärten, Grundschule, Kirche (für die Professor Otto Linnemann aus Frankfurt um 1919 Glasfenster schuf) und Gemeindehaus zu erwähnen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraßenauffahrt der B26 Richtung Darmstadt und Frankfurt am Main ist nur zwei Kilometer entfernt. Groß-Umstadt und Dieburg als kleinstädtische Dreh- und Angelpunkte der Region liegen nur 5 Autominuten entfernt. Zum Frankfurter Flughafen gelangt man in 40 Minuten (25 Minuten außerhalb der Hauptverkehrszeiten). Eine Schnellbusanbindung sowie Bahnhöfe in Dieburg (6 km) und Groß-Umstadt (4 km) komplettieren die Verkehrsanbindung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Semd, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Stadt Groß-umstadt:Stadtteile, abgerufen im November 2017.
  3. Magistrat der Stadt Dieburg (Hrsg.): Dieburg eine Chronik. Dieburger Verlag, 2007, ISBN 978-3-00-023096-7, S. 138
  4. K.-H. Gerstenmeier: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen 1977, S. 231.
  5. Der Hessische Minister des Inneren: Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, § 14 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  6. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Semd im Landkreis Dieburg, Regierungsbezirk Darmstadt vom 14. Mai 1960. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1960 Nr. 20, S. 582, Punkt 454 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,7 MB]).
  7. Wappen der Welt: Semd, abgerufen im November 2017.
  8. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Semd im Landkreis Dieburg, Regierungsbezirk Darmstadt vom 24. April 1961. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1961 Nr. 18, S. 497, Punkt 486 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 4,2 MB]).
  9. Darmstädter Echo, Dienstag, 8. September 2015, S. 18