Sendenhorst

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sendenhorst
Sendenhorst
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sendenhorst hervorgehoben

Koordinaten: 51° 51′ N, 7° 50′ O

Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Warendorf
Höhe: 68 m ü. NHN
Fläche: 96,95 km2
Einwohner: 13.193 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner je km2
Postleitzahl: 48324
Vorwahlen: 02526, 02535Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WAF, BE
Gemeindeschlüssel: 05 5 70 040
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchstraße 1
48324 Sendenhorst
Website: www.sendenhorst.de
Bürgermeister: Katrin Reuscher (parteilos)
Lage der Stadt Sendenhorst im Kreis Warendorf
NiedersachsenBielefeldHammKreis CoesfeldKreis GüterslohKreis SoestKreis SteinfurtKreis UnnaMünsterAhlenBeckumBeelenDrensteinfurtEnnigerlohEverswinkelOeldeOstbevernSassenbergSendenhorstTelgteWaderslohWarendorfKarte
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Sendenhorst (plattdeutsch Siänhuorst) ist eine Kleinstadt im Kreis Warendorf im Münsterland, rund 15 km südöstlich von Münster und etwa 20 km südwestlich der Kreisstadt Warendorf gelegen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteilkarte Sendenhorst

Die Stadt Sendenhorst besteht aus den Ortsteilen Sendenhorst (ehemals Kreis Beckum) und Albersloh (ehemals Landkreis Münster). Der namensgebende Ortsteil Sendenhorst besitzt seit dem 11. August 1315 Stadtrechte. Albersloh, an der Werse gelegen, ist im Zuge der Gemeindereform im Jahr 1975 mit der Stadt Sendenhorst zusammengeschlossen worden (siehe § 6 Münster/Hamm-Gesetz).

Zum Ortsteil Sendenhorst gehören außerdem folgende Bauerschaften (von Süden, gegen den UZS): Bracht, Jönsthövel, Hardt, Rinkhöven, Elmenhorst, Sandfort, Brock.

Ortsteile (rot) und Bauerschaften (orange) von Sendenhorst

Zu Albersloh gehören die Bauerschaften Sunger, Rummler, Berl, West I, West II, Storp, Alst und Ahrenhorst.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden von Sendenhorst sind Münster, Everswinkel, Warendorf, Ennigerloh, Ahlen und Drensteinfurt. Nachbarorte (inklusive Dörfer) von Sendenhorst-Stadt sind Albersloh, Everswinkel, Hoetmar, Enniger, Tönnishäuschen, Vorhelm, Ahlen, Borbein und Drensteinfurt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aus der Zeit um 600–500 v. Chr. gibt es Urnenfriedhöfe im Gebiet um die Spithöverstraße und den Martiniring
  • 890 wird Sendenhorst erstmals im Urbar (Abgabenverzeichnis) des Klosters Werden erwähnt
  • Im Jahr 1175 findet sich die erste Erwähnung des Kirchdorfs Sendenhorst.
  • Um 1300 erhebt der Münsteraner Bischof Ludwig II. Sendenhorst zur Stadt; am 11. August 1315 wird Sendenhorst das erste Mal in einer Urkunde Oppidum (= Stadt) genannt.[2]

Am 1. Januar 1968 wurde die Gemeinde Kirchspiel Sendenhorst eingemeindet.[3] Am 1. Januar 1975 wurde der Kreis Beckum aufgelöst und in den Kreis Warendorf eingegliedert. Der Ort Albersloh wurde eingemeindet.[4][5]

Seit 2002 liegt das Archiv der Stadt Sendenhorst im Kreiszentralarchiv Warendorf. Damit kam das Archiv erst vergleichsweise spät in das zentrale Archiv des Kreises. Davor wurde es lange Zeit ehrenamtlich betreut. Das Heimatarchiv betreut der örtliche Heimatverein.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tabelle zeigt die Wahlergebnisse für den und die Sitzverteilung im Stadtrat seit 2009.

CDU SPD B.f.A.1 FDP Piraten
Stimmanteil Sitze Stimmanteil Sitze Stimmanteil Sitze Stimmanteil Sitze Stimmanteil Sitze
2020[6] 44,8 % 11 30,3 % 8 15,1 % 4 9,8 % 3
2014[7] 46 % 12 31,2 % 8 11,1 % 3 7,8 % 2 3,9 % 1
2009 50,2 % 28,9 % 9,1 % 11,8 %

1B.f.A: Bürger für Aktive Kommunalpolitik

Katrin Reuscher (SPD) wurde 2020 mit 52,4 % der Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt.[8] Ihr Vorgänger Berthold Streffing wurde 2014 mit 58,8 Prozent in seinem Amt bestätigt, kandidierte aber 2020 nicht erneut.

Partnerstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchberg (Sachsen) ist Partnerstadt von Sendenhorst.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die römisch-katholische Pfarrkirche ist die St.-Martins-Kirche. Mit St. Ludgerus (Albersloh) bildet sie heute die Katholische Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus Sendenhost und Albersloh im Bistum Münster.

Die Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Sendenhorst für Sendenhorst und Vorhelm ist die Friedenskirche (Südtor 16). Sie wurde 1952 als „Diaspora-Notkirche“ eingeweiht, nachdem die Zahl der Gemeindeglieder durch den Zuzug evangelischer Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg stark angewachsen war, 1969 wurde die Kirche durch einen Anbau vergrößert.[9] Albersloh gehört zur Kirchengemeinde Wolbeck.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Theaterspielgruppe „Dröget Schnüffelken“ führt jährlich im Januar ein Theaterstück in niederdeutscher (plattdütscher) Mundart auf.

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1950er/60er-Jahren gab es zwei Lichtspieltheater in Sendenhorst. Das Losto-Theater, heute Volksbank Anbau, zog später zum Westtor um (heute Rotes Kreuz). Das alte Kino wurde dann als Zentral-Theater betrieben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Sendenhorst gebürtige Bildhauer und Ehrenbürger Bernhard Kleinhans hinterließ zahlreiche seiner meist in Bronze gearbeiteten Kunstwerke im öffentlichen Raum des Ortszentrums. Die 21 Arbeiten ergeben zusammengenommen einen Skulpturenpfad, die in der von der Stadt herausgegebenen Broschüre Bernhard Kleinhans – Ein Rundgang durch Sendenhorst dokumentiert wurden.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geprägt wird die Stadt, landesplanerisch als Grundzentrum eingestuft, durch Landwirtschaft und im Ortsteil Sendenhorst durch eine Ansiedlung von Betrieben der Kunststoff verarbeitenden Industrie. Starke wirtschaftliche Verflechtungen bestehen seit Jahrzehnten mit dem Oberzentrum Münster.

Bekannte Firmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mit dem Hauptsitz in Sendenhorst ansässige VEKA AG ist einer der Weltmarktführer im Bereich der Produktion von Kunststoffprofilen für Fenster, Türen, Rollläden und Kunststoffplatten. Mit knapp 1000 Mitarbeitern am Standort Sendenhorst (Stand: Januar 2007) stellt der Familienbetrieb den wichtigsten Arbeitgeber in der Umgebung dar. Die Verkehrsbetriebe Bils GmbH, eine Tochterfirma von Netinera, hat ihren Sitz in Sendenhorst.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Bildungseinrichtungen weist Sendenhorst je eine Grundschule in den beiden Ortsteilen sowie eine Realschule (in kirchlicher Trägerschaft) im Ortsteil Sendenhorst auf. Gymnasien und andere weiterführende Schulen werden in den Nachbarstädten Ahlen und Münster besucht. Am 4. September 2013 wurde der Betrieb einer Montessori-Sekundarschule in Sendenhorst aufgenommen (heute: Montessori-Gesamtschule).

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem St.-Josef-Stift (seit 1889) verfügt die Stadt Sendenhorst über eine bedeutende und deutschlandweit bekannte Einrichtung im Bereich des Gesundheitswesens (Orthopädisches Zentrum und Nordwestdeutsches Rheumazentrum). Für die allgemeine medizinische Versorgung sind die Krankenhäuser in Münster und Ahlen zuständig.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sendenhorst liegt an der Bahnstrecke Münster–Warstein, die sich im Besitz der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) befindet. Hier fahren zurzeit regulär ausschließlich Güterzüge. Eine Reaktivierung für den Personenverkehr im Abschnitt Münster–Sendenhorst ist schon lange in Planung. Sie steht zurzeit jedoch in Konkurrenz zur Strecke Harsewinkel–Gütersloh–Verl. Die Kosten für die notwendige Modernisierung sollen 32,3 Millionen Euro betragen, der laufende Zuschuss 3,5 bis 3,9 Millionen Euro pro Jahr. Eine Untersuchung geht von 6260 Fahrgästen pro Tag aus. In der Hauptverkehrszeit soll ein 20-Minuten-Takt angeboten werden, in der Nebenverkehrszeit ein 20-/40-Minuten-Takt.[11] Im September 2015 befand sich das Projekt nach wie vor in der Vorentwurfsplanung, wobei die möglichen Kosten mit „rund 40 Millionen“ angegeben wurden.[12] Am 3. Juli 2019 stimmte der Verkehrsausschuss des Landtags von Nordrhein-Westfalen einstimmig für die Aufnahme der Strecke in den Bedarfsplan des Landes für den Öffentlichen Personennahverkehr.[13]

Für die weitere Strecke nach Neubeckum wurde ein geringerer Nutzen-Kosten-Faktor ermittelt. Von einer Verlängerung bis ins Mittelzentrum Beckum wird vorerst aufgrund eines neu zu errichtenden Überwerfungsbauwerkes beziehungsweise einer niveaugleichen Kreuzung aller vier Gleise der Hauptstrecke Hamm–Minden und den damit verbundenen Kapazitätseinschränkungen abgesehen.

Die Stadt ist zu 1,76 % an der Westfälischen Landes-Eisenbahn GmbH beteiligt.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1950ern geplant ist die Ortsumgehung. Anfang 2013 konkretisierten sich die Pläne, so dass mit dem Baubeginn der Nord-Umgehung noch in den 2010ern zu rechnen ist.

Interkontinentaler Airport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem geplanten Flughafen Westfalen wäre Sendenhorst Anfang der 1970er-Jahre in ein wesentlich größeres Verkehrskonzept eingebunden worden. Geplant wurde ein Groß-Flughafen zwischen Sendenhorst, Albersloh und Drensteinfurt. In der Endausbaustufe hätte der Flughafen 5 Start- und Landebahnen gehabt. Die Kosten beliefen sich auf geschätzt 1,1 Mrd. DM. Die Planungen wurden 1973 eingestellt, der Grund für das Scheitern waren der Einspruch der Bundesregierung und die Tiefflugschneisen der Briten, die zu diesem Zeitpunkt noch Besatzungsrechte in Deutschland hatten.[14]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Breitensport wird vorrangig durch die 12 Abteilungen der SG Sendenhorst 1910 e. V. abgedeckt[15]. Im Bereich des Pferdesports ist der Reit- und Fahrverein Sendenhorst aktiv.[16]

Seit 2008 besteht eine Swingolfanlage[17]. Für diese Sportart gilt das Münsterland als Schwerpunktraum innerhalb Europas.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Sendenhorst

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst. Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland. Hrsg.: Stadt Sendenhorst, 1993, ISBN 3-923166-43-5 (835 Seiten).
  • Elvira Ofenbach: Josef Spithöver. Ein westfälischer Buchhändler, Kunsthändler und Mäzen im Rom des 19.Jahrhunderts. 1997, ISBN 3-7954-1150-5 (175 Seiten).
  • Wilhelm Ribhegge: Franz Darup (1756–1836) Westfälischer Landpfarrer in revolutionären Zeiten. 2003, ISBN 3-87023-310-9 (128 Seiten).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sendenhorst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2019 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 17. Juni 2020. (Hilfe dazu)
  2. Westfälische Nachrichten vom 24. Februar 2015: Ein unbedeutendes Dorf – Sendenhorster Stadtgründung vor 700 Jahren
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 63.
  4. http://www.sendenhorster-geschichten.de/
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 312.
  6. Ratswahl - Kommunalwahlen 2020 in der Stadt Sendenhorst - Gesamtergebnis. Abgerufen am 5. Oktober 2020.
  7. NRW-Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 (Memento des Originals vom 16. April 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sendenhorst.de
  8. Wahl des/der Bürgermeisters/in - Kommunalwahlen 2020 in der Stadt Sendenhorst - Gesamtergebnis. Abgerufen am 5. Oktober 2020.
  9. ev.sendenhorst-vorhelm.de: Die Friedenskirche
  10. Bernhard Kleinhans – Ein Rundgang durch Sendenhorst
  11. http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/2010/11/Kreis-Warendorf-Zurueck-auf-die-Schiene
  12. hat: Stadtbahn nach Münster wird konkreter, Westfälischer Anzeiger. 19. September 2015. 
  13. der schienenbus 5/2019, S. 72.
  14. 3IF
  15. http://www.sg-sendenhorst.de/ Homepage der SG Sendenhorst
  16. http://www.rv-sendenhorst.de Homepage des Reit- und Fahrvereins Sendenhorst
  17. Bericht über die Gründung des Swingolfvereins Sendenhorst