Sendenhorst

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sendenhorst
Sendenhorst
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sendenhorst hervorgehoben
51.8438888888897.827777777777868Koordinaten: 51° 51′ N, 7° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Warendorf
Höhe: 68 m ü. NHN
Fläche: 96,95 km²
Einwohner: 12.880 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48324
Vorwahlen: 02526, 02535Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WAF, BE
Gemeindeschlüssel: 05 5 70 040
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchstraße 1
48324 Sendenhorst
Webpräsenz: www.sendenhorst.de
Bürgermeister: Berthold Streffing (CDU)
Lage der Stadt Sendenhorst im Kreis Warendorf
Niedersachsen Bielefeld Hamm Kreis Coesfeld Kreis Gütersloh Kreis Soest Kreis Steinfurt Kreis Unna Münster (Westfalen) Ahlen Beckum Beelen Drensteinfurt Ennigerloh Everswinkel Oelde Ostbevern Sassenberg Sendenhorst Telgte Wadersloh WarendorfKarte
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Sendenhorst (plattdeutsch Siänhuorst) ist eine Kleinstadt im Kreis Warendorf im Münsterland, rund 15 km südöstlich von Münster und etwa 20 km südwestlich der Kreisstadt Warendorf gelegen.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Sendenhorst besteht aus den Ortsteilen Sendenhorst (ehemals Kreis Beckum) und Albersloh (ehemals Landkreis Münster). Der namensgebende Ortsteil Sendenhorst besitzt seit dem 11. August 1315 Stadtrechte. Albersloh, an der Werse gelegen, ist im Zuge der Gemeindereform im Jahre 1975 mit der Stadt Sendenhorst zusammengeschlossen worden (siehe § 6 Münster/Hamm-Gesetz).

Nachbargemeinden von Sendenhorst sind Münster, Everswinkel, Warendorf, Ennigerloh, Ahlen und Drensteinfurt.

Bauerschaften Zum Ortsteil Sendenhorst gehören folgende Bauerschaften (von Süden, gegen den UZS): Bracht, Jönsthövel, Hardt, Rinkhöven, Elmenhorst, Sandfort, Brock.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Aus der Zeit um 600-500 v. Chr. gibt es Urnenfriedhöfe im Gebiet um die Spithöverstraße und den Martiniring
  • 890 wird Sendenhorst erstmals im Urbar (Abgabenverzeichnis) des Klosters Werden erwähnt
  • Im Jahr 1175 findet sich die erste Erwähnung des Kirchdorfs Sendenhorst.
  • Um 1300 erhebt der Münsteraner Bischof Ludwig II. Sendenhorst zur Stadt; am 11. August 1315 wird Sendenhorst das erste Mal in einer Urkunde Oppidum (= Stadt) genannt.[2]

Am 1. Januar 1968 wurde die Gemeinde Kirchspiel Sendenhorst eingemeindet.[3] Am 1. Januar 1975 wurde der Kreis Beckum aufgelöst und in den Kreis Warendorf eingegliedert. Der Ort Albersloh wurde eingemeindet.[4][5]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 erreichte die CDU mit 46 % (- 4,2 % gegenüber 2009) der Stimmen nicht mehr die absolute Mehrheit. Die SPD konnte mit 31,2 % Gewinne (+ 2,3 %) verzeichnen. Dagegen verlor die FDP mit 7,8 % (- 4 %) deutlich. Die B.f.A (Bürger für Aktive Kommunalpolitik) erlangten 11,1 % (+ 2 %) der Stimmen. Die Piraten zogen mit 3,9 % erstmals mit einem Abgeordneten in den Gemeinderat ein.[6]

Aktuelle Sitzverteilung (Kommunalwahl 2014):

  • CDU: 12 Sitze
  • SPD: 8 Sitze
  • B.f.A.: 3 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • Piraten: 1 Sitz

Berthold Streffing wurde mit 58,8 Prozent in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt.

Partnerstadt[Bearbeiten]

Kirchberg (Sachsen) ist Partnerstadt von Sendenhorst.

Kultur[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Die Theaterspielgruppe „Dröget Schnüffelken“ führt jährlich im Januar ein Theaterstück in niederdeutscher (plattdütscher) Mundart auf.

Kino[Bearbeiten]

In der 1950ern/60ern gab es 2 Lichtspieltheater in Sendenhorst. Das "Losto"-Theater", heute Volksbank Anbau, zog später zum Westtor um (heute Rotes Kreuz). Das alte Kino wurde dann als "Zentral-Theater" betrieben.

Sehenswürdigkeit[Bearbeiten]

Der in Sendenhorst gebürtige Bildhauer und Ehrenbürger Bernhard Kleinhans hinterließ zahlreiche seiner steinernen Kunstwerke im öffentlichen Raum des Ortszentrums. Die 21 Arbeiten ergeben zusammengenommen einen Skulpturenpfad, die in der von der Stadt herausgegebenen Broschüre Bernhard Kleinhans - Ein Rundgang durch Sendenhorst dokumentiert wurden.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Geprägt wird die Stadt, landesplanerisch als Grundzentrum eingestuft, durch Landwirtschaft und im Ortsteil Sendenhorst durch eine Ansiedlung von Betrieben der Kunststoff verarbeitenden Industrie. Starke wirtschaftliche Verflechtungen bestehen seit Jahrzehnten mit dem Oberzentrum Münster.

Bekannte Firmen[Bearbeiten]

Die mit dem Hauptsitz in Sendenhorst ansässige VEKA AG ist einer der Weltmarktführer im Bereich der Produktion von Kunststoffprofilen für Fenster, Türen, Rollläden und Kunststoffplatten. Mit knapp 1000 Mitarbeitern am Standort Sendenhorst (Stand: Januar 2007) stellt der Familienbetrieb den wichtigsten Arbeitgeber in der Umgebung dar. Die Verkehrsbetriebe Bils GmbH, eines der Standbeine Netinera für deren Expansion in Nordrhein-Westfalen, hat ihren Sitz in Sendenhorst.

Bildung[Bearbeiten]

An Bildungseinrichtungen weist Sendenhorst je eine Grundschule in den beiden Ortsteilen sowie eine Hauptschule und eine Realschule (in kirchlicher Trägerschaft) im Ortsteil Sendenhorst auf. Gymnasien und andere weiterführende Schulen werden in den Nachbarstädten Ahlen und Münster besucht. Am 4. September 2013 wurde der Betrieb einer Montessori-Sekundarschule in Sendenhorst aufgenommen.

Gesundheit[Bearbeiten]

Mit dem St. Josef-Stift (seit 1889) verfügt die Stadt Sendenhorst über eine bedeutende und deutschlandweit bekannte Einrichtung im Bereich des Gesundheitswesens (Orthopädisches Zentrum und Nordwestdeutsches Rheumazentrum). Für die allgemeine medizinische Versorgung sind die Krankenhäuser in Münster und Ahlen zuständig.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Sendenhorst liegt an der Bahnstrecke Münster–Warstein, die sich im Besitz der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) befindet. Hier fahren zurzeit regulär ausschließlich Güterzüge. Eine Reaktivierung für den Personenverkehr im Abschnitt Münster–Sendenhorst ist schon lange in Planung. Sie steht zurzeit jedoch in Konkurrenz zur Strecke Harsewinkel–Gütersloh–Verl. Die Kosten für die notwendige Modernisierung sollen 32,3 Millionen Euro betragen, der laufende Zuschuss 3,5 bis 3,9 Millionen Euro pro Jahr. Eine Untersuchung geht von 6260 Fahrgästen pro Tag aus. In der Hauptverkehrszeit soll ein 20-Minuten-Takt angeboten werden, in der Nebenverkehrszeit ein 20-/40-Minuten-Takt.[8]
Für die weitere Strecke nach Neubeckum wurde ein geringerer Nutzen-Kosten-Faktor ermittelt. Von einer Verlängerung bis ins Mittelzentrum Beckum wird vorerst aufgrund eines neu zu errichtenden Überwerfungsbauwerkes beziehungsweise einer niveaugleichen Kreuzung aller vier Gleise der Hauptstrecke Hamm–Minden und den damit verbundenen Kapazitätseinschränkungen abgesehen.

Die Stadt Sendenhorst ist zu 1,76% an der Westfälischen Landes-Eisenbahn GmbH beteiligt.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Seit den 1950ern geplant ist die Ortsumgehung. Anfang 2013 konkretisierten sich die Pläne, so dass mit dem Baubeginn der Nord-Umgehung noch in den 2010ern zu rechnen ist.

Internationaler Airport[Bearbeiten]

Mit dem geplanten Großflughafen wäre Sendenhorst Anfang der 70er Jahre in ein wesentlich größeres Verkehrskonzept eingebunden worden. Geplant wurde ein Groß-Flughafen zwischen Sendenhorst, Albersloh und Drensteinfurt. In der Endausbaustufe hätte der Flughafen 5 Start- und Landebahnen gehabt. Die Kosten beliefen sich auf geschätzt 1,1 Mrd. DM. Die Planungen wurden 1973 eingestellt, der Grund für das Scheitern waren die Tiefflugschneisen der Briten, die zu diesem Zeitpunkt ja noch Besatzungsrechte in Deutschland hatten.[9]

Sport[Bearbeiten]

Der Breitensport wird vorrangig durch die 11 Abteilungen der SG Sendenhorst 1910 e. V. abgedeckt[10]. Im Bereich des Pferdesports ist der Reit- und Fahrverein Sendenhorst aktiv.[11]

Seit 2008 besteht eine Swingolfanlage[12]. Für diese Sportart gilt das Münsterland als Schwerpunktraum innerhalb Europas.

Bauwerke[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst. Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland. Hrsg.: Stadt Sendenhorst, 1993, 835 S., ISBN 3-923166-43-5
  • Elvira Ofenbach: Josef Spithöver. Ein westfälischer Buchhändler, Kunsthändler und Mäzen im Rom des 19.Jahrhunderts. 1997, 175 S., ISBN 3-7954-1150-5
  • Wilhelm Ribhegge: Franz Darup (1756–1836) Westfälischer Landpfarrer in revolutionären Zeiten. 2003, 128 S., ISBN 3-87023-310-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sendenhorst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Westfälische Nachrichten vom 24. Februar 2015: Ein unbedeutendes Dorf – Sendenhorster Stadtgründung vor 700 Jahren
  3.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 63.
  4. http://www.sendenhorster-geschichten.de/
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 312.
  6. NRW-Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  7. Bernhard Kleinhans - Ein Rundgang durch Sendenhorst
  8. http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/2010/11/Kreis-Warendorf-Zurueck-auf-die-Schiene
  9. Der Flughafen auf Sendenhorstergeschichten.de
  10. http://www.sg-sendenhorst.de/ Homepage der SG Sendenhorst
  11. http://www.rv-sendenhorst.de Homepage des Reit- und Fahrvereins Sendenhorst
  12. http://www.azonline.de/lokales/kreis_warendorf/sendenhorst/199950_Swingolf_Verein_geht_mit_Elan_ans_Werk.html?em_comment=1 Bericht über die Gründung des Swingolfvereins Sendenhorst