Sender Donebach

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Sender Donebach
Sender Donebach.jpg
Basisdaten
Ort: Donebach
Land: Baden-Württemberg
Staat: Deutschland
Höhenlage: 510 m ü. NHN
Verwendung: Hörfunk
Zugänglichkeit: Sendeanlage öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Media Broadcast
Daten der Sendeanlage
Anzahl der Türme/Masten: 2
Höhe der Türme/Masten: 363 m
Bauzeit der Sendeanlage: 1965–1967
Betriebszeit der Sendeanlage: 1967–2015
Letzter Umbau: 1982
Wellenbereich: LW-Sender
Rundfunk: LW, inaktiv
Positionskarte
Sender Donebach (Baden-Württemberg)
Sender Donebach
Sender Donebach
49.5628069.178806Koordinaten: 49° 33′ 46,1″ N, 9° 10′ 43,7″ O
Blick von unten auf den Sendemasten mit Speiseleitungen (vom Betriebsgebäude am linken Bildrand)
Einer der beiden Masten in Donebach mit Warnlampe

Der Sender Donebach ist ein inaktiver Langwellensender der Media Broadcast GmbH in Donebach, einem Ortsteil von Mudau im Neckar-Odenwald-Kreis. Er strahlte vom 10. März 1967 bis 1. Januar 2015 das Programm des Deutschlandfunks zuletzt auf der Frequenz 153 kHz aus.

Errichtung der Anlage[Bearbeiten]

Als der Deutschlandfunk am 1. Januar 1962 auf Sendung ging, standen nur zwei Sendeanlagen zur Ausstrahlung des Programms zur Verfügung:

Bis zum Jahresende 1962 konnte die Deutsche Bundespost, die für den Sendebetrieb des Deutschlandfunks zuständig war, in Mainflingen auch einen Langwellensender aufbauen, der auf der Frequenz 151 kHz am unteren Ende des Langwellenbandes sendete. Dieser Sender stellte jedoch nur eine Übergangslösung dar, während weiter nach einem geeigneten Senderstandort gesucht wurde.

Diesen fand die Bundespost schließlich auf einer Hochebene bei Donebach im Odenwald. Der ehemalige Feldflugplatz in über 500 m ü. NN galt als ideal, um von dort aus die BRD und die DDR vollständig versorgen zu können. 1965 bis 1967 wurde die Sendeanlage auf dem Areal errichtet und am 10. März 1967 auf der Frequenz 151 kHz in Betrieb genommen. Als Antenne diente damals eine Rundstrahlantenne aus vier Masten mit je 200 m Höhe, deren Spitzen über gespannte Seile miteinander verbunden waren. Der mittlere dieser vier Masten wurde mit der Sendeenergie gespeist.

Einschränkungen und Umbau 1972[Bearbeiten]

Die Sendeantenne arbeitete so wirkungsvoll, dass der Betrieb des auf 155 kHz arbeitenden Senders Braşov in Rumänien gestört wurde. Um diese Störungen klein zu halten, durfte der Sender Donebach nicht mit der angestrebten Sendeleistung von 250 kW, sondern nur mit 70 kW arbeiten. Da jedoch auch mit dieser reduzierten Sendeleistung Gleichkanalstörungen nicht vermieden werden konnten, wurde die Sendeanlage 1972 so umgebaut, dass die in Richtung Braşov abgestrahlte Leistung geringer war. Hierfür wurden zwei der Sendemasten abgebaut und die beiden verbliebenen Masten mit einer schirmartigen Dachkapazität aus Kupferhohlseilen ausgestattet. Dies ermöglichte den Betrieb mit 250 kW Sendeleistung.

Genfer Wellenplan und Umbau 1982[Bearbeiten]

Im Genfer Wellenplan von 1975 wurde dem Sender Donebach die Frequenz 153 kHz offiziell zugeteilt. Gleichzeitig wurden neue Leistungsgrenzen festgelegt. Tagsüber durfte mit 500 kW und nachts mit 250 kW Leistung gesendet werden, wobei tagsüber eine geringe und nachts eine starke Ausblendung in Richtung Rumänien erfolgen musste.

Um diese Auflagen zu erfüllen, wurden 1982 zwei neue Sendegeräte für 250 kW Ausgangsleistung mit Pulsdauermodulation installiert, die wesentlich wirtschaftlicher arbeiten als die bislang verwendeten Sendegeräte. Außerdem wurden beide Antennenmasten von 200 Meter auf 363 Meter aufgestockt. Hierzu wurden die Masten abgebaut und dann unter Verwendung neuer Elemente wiederaufgebaut, wobei die alten Elemente die oberen Teile der Sendemasten bilden.

Nach der Aufstockung stellten die beiden selbststrahlenden Sendemasten der Sendeanlage Donebach mit einer Höhe von 363 Meter die höchsten Bauwerke der Bundesrepublik dar. Seit der Wiedervereinigung belegen sie nach dem Berliner Fernsehturm mit 368 Meter Höhe den zweiten Platz. Sie sind, wie die beiden Sendemasten der ähnlich ausgeführten Anlage in Aholming, geerdete Konstruktionen, in welche die abzustrahlende Hochfrequenzenergie in etwa 300 Meter Höhe über die Halteseile eingespeist wurde.

Eichfrequenz[Bearbeiten]

Die Trägerfrequenz des Senders wurde von einer Rubidium-Atomuhr hergeleitet, die sich im Stationsgebäude befand. Sie war damit ausreichend präzise, um (wie auch die Trägerfrequenz von DCF77) als Eichfrequenz zu gelten.

Reichweite[Bearbeiten]

Der Sender Donebach versorgte Deutschland fast flächendeckend mit Ausnahme von Ostbayern. Darüber hinaus war er in der Schweiz, im Nordosten Frankreichs, in Luxemburg, Belgien, den Niederlanden und weiten Teilen Großbritanniens zu empfangen. Empfangsprobleme im östlichen Bayern resultierten aus der notwendigen Leistungsreduzierung in Richtung Südost, um Störungen mit dem auf der gleichen Frequenz arbeitenden Sender Braşov in Rumänien zu verhindern. In Bayern wurde daher 1979 mit dem Sender Erching ein zusätzlicher Langwellensender für den Deutschlandfunk in Betrieb genommen, der 1989 durch den Sender Aholming ersetzt wurde.

Abschaltung 2014[Bearbeiten]

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte angeordnet, die Langwellensender der Deutschlandradio-Programme über Langwelle mit Ablauf des Jahres 2014 abzuschalten.[1] Grund war die abnehmende Nutzung dieser kostenintensiven Technik angesichts der fortschreitenden Digitalisierung des Hörfunks. Die Einsparungen sollen nun in den weiteren Ausbau des DAB+-Sendernetzes fließen.

Bei der Abschaltung kam es zu einer Unregelmäßigkeit. Zwar wurde die Direktzuführung des Tonsignals wie geplant am 31. Dezember 2014 um 23:55 Uhr beendet, doch infolge des vermeintlichen Signalausfalles schaltete die Sendertechnik automatisch auf Ballempfang um und sendete so noch bis in das neue Jahr hinein das Programm des Deutschlandfunks. Erst um 0:27 Uhr wurde der Sender manuell abgeschaltet. Gegen 5:00 Uhr morgens am 1. Januar wurde der Sender Donebach durch die automatische Umschaltung von Nacht- auf Tagbetrieb erneut aktiv, bis er etwa eine Stunde später endgültig abgeschaltet wurde.[2]

Beim Sender Aholming auf der Langwellenfrequenz 207 kHz kam es zu ähnlichen Effekten.

Laut einer Meldung vom 16. Februar 2014 ist eine künftige Ausstrahlung von DAB+ vom Standort Donebach geplant.[3]

Lage[Bearbeiten]

Geographische Koordinaten der beiden Masten:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sender Donebach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Deutschlandradio: Pressemitteilung, Abschaltung Langwelle: Deutschlandradio setzt auf moderne Verbreitungswege. 28. November 2014, abgerufen am 1. Januar 2015.
  2. http://www.radioeins.de/programm/sendungen/medienmagazin/radio_news/beitraege/2014/langwelle.html
  3. http://www.teltarif.de/dab-plus-sendeanlagen-ausbau/news/54506.html