Sender Freiburg-Lehen

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Sender Freiburg-Lehen
Sender (Freiburg Lehen) 2300.jpg
Basisdaten
Ort: Lehen (Freiburg im Breisgau)
Land: Baden-Württemberg
Staat: Deutschland
Höhenlage: 227 m ü. NHN
Verwendung: Rundfunksender
Besitzer: Südwestrundfunk
Daten des Mastes
Bauzeit: 1945
Bauherr: Reichspost
Baustoff: Stahl
Betriebszeit: seit Oktober 1945
Gesamthöhe: 92 m
Gesamtmasse: 20 t
Daten der Sendeanlage
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Positionskarte
Sender Freiburg-Lehen (Baden-Württemberg)
Sender Freiburg-Lehen
Sender Freiburg-Lehen
Koordinaten: 48° 0′ 48,2″ N, 7° 47′ 37,2″ O

Der Sender Freiburg-Lehen ist eine Sendeanlage des Südwestrundfunks im Bereich Ultrakurzwelle (UKW) und war eine Anlage für die Mittelwelle (MW). Der 92 Meter hohe Sendemast befindet sich im Freiburger Ortsteil Lehen. Der Rundfunksender Freiburg ging 1926 in Betrieb und gehört damit zu den ältesten Sendestandorten Deutschlands. Der Sender Freiburg-Lehen ging am 20. Dezember 1933 in Betrieb. Einige der Masten, auf denen einst eine Reusenleitung zur Speisung des Sendemastes verlegt war, sind noch heute zu sehen. Von diesem Standort aus werden weitere Sendeanlagen (Feldberg/Schwarzwald, Blauen, Wannenberg und Hohe Möhr) und über 100 Fernsehfüllsender betrieben. Zusätzlich gibt es an der Sendeanlage St. Chrischona bei Basel eine Zusammenarbeit mit der Swisscom zum Betrieb weiterer UKW-Sender.

Aktuelle Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sendemast ist als dreiseitig abgespannter Stahlgittermast ausgeführt und besitzt einen quadratischen Querschnitt mit einer Kantenlänge von 1,2 m sowie ein Gesamtgewicht von 20 t. Die UKW-Antennen befinden sich im oberen Viertel des Antennenmastes, der selbst als Antenne für die Mittelwelle dient. Die Anpassung und Speisung dieser Mittelwellenantenne erfolgt am isolierten Fußpunkt über eine abstimmbare Anpaßschaltung. Sowohl die UKW als auch der Mittelwellensender verfügen über automatische Reserveanlagen, um einen unterbrechungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Die größeren Sendeanlagen die von dem Sender Lehen aus betreut werden, werden über rechnergestützte Fernwirksysteme angesteuert.

Frequenzen und Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Analoger Hörfunk (UKW)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frequenz
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
91,1 DASDING DASDING_ D3A5 - 0,5 D (10–210°) H
94,7 baden.fm baden.fm 1702 0,5 D (10–210°) H
96,0 SWR2 __SWR2__ D3A2 1 D (40–180°) H
99,2 SWR3 __SWR3__ D3A3 Baden/Kurpfalz 0,5 D (10–210°) H
107,0 SWR1 Baden-Württemberg SWR1_BW_ D301 0,1 ND H

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1926 wurde der Sender in Stuttgart-Feuerbach durch eine neue Sendeanlage in Degerloch ersetzt. Da trotz dieses Senders die Versorgung im Raum Freiburg nicht sichergestellt war, wurde auch in Freiburg ein Sender aufgebaut.

Im Jahre 1926 ging der Sender erstmals in Betrieb; bis 1933 wurde aus dem Dachgeschoss der städtischen Gewerbeschule an der Kirchstraße im Freiburger Stadtgebiet, gesendet. Ab dem 20. Dezember 1933 wurde dieser Sender durch die neue Sendeanlage mit einem 107 m hohen Holzturm ersetzt. Diese Sendeanlage war am jetzigen Standort westlich der Ortschaft Lehen. Sie war bis zum 21. April 1945, als sie von der Wehrmacht gesprengt wurde, in Betrieb. Im Oktober 1945 nahm an derselben Stelle der heutige selbststrahlende Stahlgittermast mit einer Höhe von 92 m seinen Betrieb auf. Im Jahre 1948 wurde die Sendeanlage von der Post an den Südwestfunk (SWF) übergeben. Am 23. Mai 1989 wurden die neuen Betriebsgebäude eingeweiht.

Technische Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Senderart Leistung Programm
Sendeanlage in der Gewerbeschule
28. November 1926 Mittelwelle 520 kHz 0,25 kW Programm der „Süddeutschen Rundfunk AG Stuttgart
30. Juni 1929 Mittelwelle 527 kHz   Grund: Prager Wellenplan
28. Oktober 1933     Das Programm aus Frankfurt wurde übernommen.
14. Januar 1934 Einstellung des Sendebetriebs   Grund: Luzerner Wellenplan
Sendeanlage in Freiburg Lehen
20. Dezember 1933 Mittelwelle 1157 kHz im Gleichwellenbetrieb mit dem Frankfurter Muttersender im „Südwestdeutschen Gleichwellennetz“ 5-8 kW  
15. Januar 1929 Mittelwelle 1195 kHz 5-8 kW Grund: Luzerner Wellenplan
23. Juni 1939 Mittelwelle 1294 kHz im Gleichwellenbetrieb mit Sender Dornbirn 5-8 kW Es wurde wieder das Stuttgarter Programm ausgestrahlt.
15. April 1945 Einstellung des Sendebetriebs   Grund: Nach häufiger werdenden Ausfällen der Stromversorgung wurde nach dem Zusammenbruch des Überlandnetzes der Betrieb eingestellt.
21. April 1945     Sprengung des Antennenturms durch die Wehrmacht
Oktober 1945     Wiederaufnahme des Sendebetriebs mit einem selbststrahlenden Stahlgittermast
1946 Mittelwelle 1240 kHz 5-8 kW  
1947 Mittelwelle 827 kHz 5-8 kW  
1948     Übergabe der Sendeanlage von der Post an den SWF
August 1948 Mittelwelle 827 kHz 18-20 kW  
September 1953   Doppelsender
mit 2×20 kW
(zusammengeschaltet
zu 40 kW)
 
25. November 1976
  • UKW 91,10 MHz
  • UKW 94,70 MHz
  • UKW 99,20 MHz
jeweils 500 W Alle drei Programme des SWF
23. November 1978 Mittelwelle 828 kHz   Grund: Internationaler Genfer Wellenplan; SWF 1 und Sondersendungen
Oktober 1984 UKW 102,00 MHz, später 100,7   Ein zusätzliches Regionalprogramm kommt hinzu.
26. September 1986 UKW 102,00 MHz, später 100,7 Einstellung des Regionalprogramms, anstelle davon ein Gastarbeiterprogramm
3. September 1988   50 kW das Regionalprogramm „Radio Breisgau“ kommt hinzu
    10 kW Reduzierung der Sendeleistung
8. Januar 2012 Mittelwelle 828 kHz   Endgültige Abschaltung des Mittelwellensenders
04. Juli 2016
  • UKW 96,00 MHz
1000 W neue Frequenz für SWR2
22. August 2016 UKW 91,10 Mhz 500 W Beginn der Ausstrahlung von DASDING

Abschaltung und Stilllegung des Mittelwellensenders[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mittelwellensender in Freiburg-Lehen wurde am 8. Januar 2012 um 23.00 Uhr nach dem regulären Sendeschluss endgültig abgeschaltet, da der SWR die sehr kostenintensive Ausstrahlung seines Informationsprogramms SWR cont.ra über die Mittelwellensender in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz aufgeben will. Stattdessen will sich der SWR auf den Aufbau einer flächendeckenden Versorgung seiner Programme über DAB+ konzentrieren.[1][2]

Ob die Anteile der Mittelwellensendeanlage abgebaut und verschrottet oder anderen Rundfunksendern zur Ausstrahlung ihrer Programme über Mittelwelle zur Verfügung gestellt wird, ist noch nicht geklärt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Festschrift des SWF zur Inbetriebnahme der neuen Betriebsgebäude im Jahr 1989
  • Publikumsinformation Südwestfunk Sender Freiburg Lehen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sender Freiburg-Lehen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DXaktuell: Nachricht über die Abschaltung
  2. senderfotos-bw.de: SWR gibt Mittelwelle auf