Sender Hemmingen

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Sender Hemmingen
Bild des Objektes
UKW- und Mittelwellensendemast
Basisdaten
Ort: Hemmingen
Land: Niedersachsen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 54 m ü. NHN
Koordinaten: 52° 19′ 39,6″ N, 9° 44′ 12,3″ O
Verwendung: Rundfunksender
Besitzer: Norddeutscher Rundfunk
Daten des Mastes
Bauzeit: 2000
Baustoff: Stahl
Betriebszeit: seit 2000
Gesamthöhe: 149,5 m
Daten zur Sendeanlage
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetyp: DVB-T
Positionskarte
Sender Hemmingen (Niedersachsen)
Sender Hemmingen
Lokalisierung von Niedersachsen in Deutschland

Der Sender Hemmingen ist eine Sendeanlage des Norddeutschen Rundfunks für UKW-Rundfunk und Fernsehen in Hemmingen, einer Stadt in der Region Hannover. Bis Anfang 2015 strahlte er als Mittelwellensender auf 828 kHz NDR Info aus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zustand 2005: UKW-Sendemast und Mittelwellensendemast (links) und Mittelwellen-Reserveantenne (rechts, 2006 gesprengt)

Der erste Mast wurde 1940 für einen Mittelwellensender errichtet, der den Sender Hannover-Hainholz ersetzte.

Nachdem der erste Sendemast von 1940 am 7. April 1945 vor dem Einrücken der britischen Streitkräfte durch die deutsche Wehrmacht zerstört wurde, wurde 1948 ein 119 Meter hoher abgespannter Stahlrohrmast errichtet. Wenig später folgte ein 108 Meter hoher abgespannter Stahlfachwerkmast als Antennenträger für UKW und analoges Fernsehen und für eine Mittelwellen-Reserveantenne.

Die Sendefrequenz des Mittelwellensenders betrug bis zum Inkrafttreten des Genfer Wellenplans am 23. November 1978 1586 kHz bei einer Sendeleistung von 40 kW. Nach dem Inkrafttreten des Genfer Wellenplans betrug die Sendefrequenz 828 kHz. Da diese Frequenz auch vom Sender Freiburg-Lehen genutzt wurde, musste nachts die Sendeleistung des Mittelwellensenders Hemmingen auf 5 kW reduziert werden, während sie tagsüber bis Ende der 1990er Jahre 100 kW und dann 20 kW betrug.

Nach der Abschaltung des Mittelwellensenders Freiburg-Lehen im Jahr 2012 betrug die Sendeleistung durchgehend 20 kW.

1999 wurde der 119 Meter hohe Stahlrohrmast gesprengt und durch den heutigen 149,5 Meter hohen abgespannten Stahlfachwerkmast, der UKW- und DVB-T-Sendeantennen und eine Rautenantenne für Mittelwelle trägt, ersetzt. Der 108 Meter hohe Stahlfachwerkmast blieb zunächst als Reserveantenne erhalten, wurde aber am 12. April 2006 wegen zu hohen Instandhaltungskosten gesprengt.[1][2][3]

Nach einem Beschluss der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) wurde der Mittelwellensender am 13. Januar 2015 abgeschaltet.[4][5][6][7]

Frequenzen und Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Analoger Hörfunk (UKW)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frequenz
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP
(kW)
Antennen-
diagramm

rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
88,6 NDR Info NDR_Info D384 - 0,5 D (310–180°) H
90,9 NDR 1 Niedersachsen NDR1_HAN
NDR1_NDS
D481 (regional),
D381
Hannover 15 ND H
92,6 N-Joy _N-JOY__/
VOM_NDR_
D385 2,5 D (340–70°) H
96,2 NDR 2 _NDR_2__ D382 5 ND H
98,7 NDR Kultur NDR_Kult D383 15 ND H

Digitales Fernsehen (DVB-T / DVB-T2)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der DVB-T2 Regelbetrieb startete am 29. März 2017. Die Ausstrahlung kostenpflichtiger privater Multiplexe (freenet TV von Media Broadcast) erfolgt seitdem in Hannover ausschließlich über den Telemax.[8] Die DVB-T2-Ausstrahlungen in HEVC erfolgen im Gleichwellenbetrieb (Single Frequency Network) mit anderen Standorten. Optional lassen sich zusätzliche im NDR-Angebot und bei Freenet TV connect als Verknüpfung enthaltene Programme über eine Internetverbindung wiedergeben, falls das Empfangsgerät HbbTV (ab Version 1.5) unterstützt (NDR via IP: ARD-alpha HD, rbb Brandenburg HD, SR Fernsehen HD, SWR BW HD, …).

Kanal Frequenz
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP
(kW)
Antennen-
diagramm

rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
SFN mit
23 490 ARD Digital (NDR)

Radio:

5 ND H Alfeld (Reuberg), Braunlage (Hütteberg), Braunschweig-Broitzem, Braunschweig-Innenstadt, Göttingen (Espol-Solling), Göttingen-Hetjershausen, Hannover (Telemax), Hannover-Hemmingen, Hildesheim (Sibbesse), Torfhaus (Harz-West)
36 594 Gemischter Multiplex von ZDF und freenet TV 5 ND H Braunschweig-Broitzem, Braunschweig-Innenstadt, Hannover (Telemax), Hannover-Hemmingen, Hildesheim (Sibbesse), Wolfsburg
40 626 ARD regional (NDR) Niedersachsen

Radio:

5 ND H Alfeld (Reuberg), Braunlage (Hütteberg), Braunschweig-Broitzem, Braunschweig-Innenstadt, Göttingen (Espol-Solling), Göttingen-Hetjershausen, Hannover (Telemax), Hannover-Hemmingen, Hildesheim (Sibbesse), Torfhaus (Harz-West)

Sendeparameter

Verwendet von (HD-Programme pro Mux) Modulations-
verfahren
Coderate FFT-Modus Guard-
intervall
Pilottöne Datenrate
[Mbit/s]
ZDF (5) 64-QAM 3/5 16k extended 19/128 Pilot Pattern 2 22,0
ARD Digital (NDR) (5)
NDR regional (5)
64-QAM 1/2 16k extended 19/128 Pilot Pattern 2 18,2

Analoges Fernsehen (PAL)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Umstellung auf DVB-T am 24. Mai 2004 diente der Sendestandort weiterhin für analoges Fernsehen:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
8 196,25 Das Erste (NDR) 5 ND H

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Schmidt: Bericht über die Begebenheiten bei der Zerstörung der Rundfunk-Sendeanlagen Hannover-Hemmingen am 7. April 1945, in Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): 60 Jahre Rundfunk in Hannover. 1924 - 1984 (164 Seiten mit zahlreichen Illustrationen), Beiträge zur Ausstellung im Historischen Museum am Hohen Ufer, Hannover: Historisches Museum am Hohen Ufer, 1984, S. 144–149

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. structurae.de: MW-Sendemast Hemmingen (1948)
  2. structurae.de: MW-Sendemast Hemmingen
  3. structurae.de: Hemmingen (Nds.) UKW/FS-Sendemast
  4. Düstere Zukunft: 2015 stirbt die Mittelwelle In: Radioszene.de vom 21. Juni 2013, abgerufen am 21. Juni 2013
  5. Die Mittelwelle geht - NDR Info Spezial bleibt (Memento vom 9. Januar 2015 im Internet Archive) auf ndr.de; online im Internet: 6. Januar 2014
  6. Fast alle ARD-Radiosender stellen Mittelwelle ein auf heise.de vom 6. Januar 2014
  7. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 9. April 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.radioeins.de
  8. Datenblatt DVB-T2 HD Niedersachsen. (PDF) NDR.de, abgerufen am 1. April 2017.