Sender Hoher Meißner

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Sender Hoher Meißner
Funkübertragungsstelle Hessisch Lichtenau 1
Meissner sendetuerme wv ds 06 2007.jpg
Basisdaten
Ort: Berg Hoher Meißner bei Hessisch Lichtenau
Land: Hessen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 710 m ü. NHN
Verwendung: Fernmeldeturm, Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeanlage öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Hessischer Rundfunk, Deutsche Funkturm
Daten der Sendeanlage
Anzahl der Türme/Masten: 3
Höhe der Türme/Masten: 220 m, 155 m, 40 m
Bauzeit der Sendeanlage: 1952
Letzter Umbau: März 2015
Wellenbereiche: MW-Sender, UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetypen: DAB, DVB-T, Mobilfunk
Positionskarte
Sender Hoher Meißner (Hessen)
Sender Hoher Meißner
Sender Hoher Meißner
Koordinaten: 51° 12′ 28,1″ N, 9° 50′ 48,8″ O

Der Sender Hoher Meißner auf dem Hohen Meißner ist ein wichtiger Sendestandort des Hessischen Rundfunks (HR) für UKW und digitales Fernsehen (DVB-T).

Geschichte und Anlagenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 1952 nahm der Hessische Rundfunk den Versuchsbetrieb für den Hörfunk auf, der im Juni 1952 abgeschlossen war. Drei Jahre später wurde der Fernsehsender auf dem Hohen Meißner in Betrieb genommen.

Bis zur Umstellung auf DVB-T am 25. Mai 2006 wurde das analoge Fernsehen auf den Kanälen 7 (ARD), 32 (ZDF) und 55 (HR) ausgestrahlt.

Der Mittelwellensender (594 kHz, 100 kW), der im Gleichwellennetz mit dem Sender Weiskirchen betrieben wurde, wurde aus Kostengründen zum 31. Dezember 2009 komplett eingestellt.[1] Der dazugehörige Reservesendemast wurde am 16. März 2015 abgerissen.[2]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antennenbauwerke bzw. Sendeanlagen auf dem Hohen Meißner:

Existierende Sendemasten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 220 m hoher geerdeter, abgespannter Stahlfachwerkturm für UKW und TV
  • 155 m hoher geerdeter, abgespannter Stahlfachwerkmast, der eine Reusenantenne für Mittelwelle und Richtfunkantennen trägt
  • 40 m hoher freistehender Stahlfachwerkturm mit Mobilfunk-Antennen und UKW-Reserveantennen

Ehemalige Sendemasten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 95 m hoher gegen Erde isolierter Stahlrohrmast als Reserveantenne für Mittelwelle; 2015[2] abgerissen
  • 1951 errichteter, gegen Erde isolierter, abgespannter Stahlrohrmast als Sendemast für Mittelwelle; 1995 abgerissen

Frequenzen und Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Analoges Radio (UKW)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frequenz 
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
99,0 hr1 __hr1___[UKW 1] D361 100 ND H
95,5 hr2-kultur __hr2___[UKW 1] D362 100 ND H
89,5 hr3 __hr3___/h__r__3_/_h_r_3__/__hr3___/
-*hr3*-_/**hr3**_[UKW 1]
D363 100 ND H
101,7 hr4 hr4_Nord
__hr4___[UKW 1]
D564 (regional), 
D364
Nordost-Hessen 100 ND H
105,1 Hit Radio FFH _FFH-KS_
HITRADIO/___FFH__
[UKW 1][UKW 2]
D468 (regional), 
D368
Nordhessen/Kassel 100 ND H
  1. a b c d e Manchmal dynamisch mit Sendungsinformationen, Musiktitelinformationen oder Webadressen
  2. Dynamisch, teilweise mit Nachrichten

Digitaler Hörfunk (DAB/DAB+)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 30. November 2015 wird von diesem Sender auch digitaler Hörfunk ausgestrahlt.[3]

Block Programme ERP 
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Gleichwellennetz (SFN)
5C
DRDeutschland
(D__00188)
DAB+ Block der Media Broadcast: 10 ND

Digitales Fernsehen (DVB-T)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DVB-T Ausstrahlungen auf dem Mast von Media Broadcast laufen seit 29. Mai 2006 und werden über das Gleichwellennetz (Single Frequency Network) mit anderen Sendestandorten betrieben.

Kanal Frequenz 
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(MBit/s)
Gleichwellennetz (SFN)
32 562 ARD Digital (hr) 50 ND H 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Hoher Meißner, Essigberg (Fernmeldeturm Habichtswald), Rimberg (Knüll), Angelburg
55 746 ARD regional (hr) 
Nordhessen
50 ND H 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Hoher Meißner, Essigberg
42 642 ZDFmobil 50 ND H 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Hoher Meißner, Essigberg

Der Empfang von den Privatsendergruppen RTL sowie ProSiebenSat.1 Media ist in günstigen Lagen über Dachantenne von Hannover/Braunschweig möglich. In absolut seltenen Fällen kann es auch möglich sein, DVB-T Rhein-Main vom Großen Feldberg im Taunus bei Frankfurt/Main per Hochleistungsdachantenne zu empfangen, günstige Lage vorausgesetzt.

Sendeanlagen

Analoges Fernsehen (PAL)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Umstellung auf DVB-T diente der Sendestandort weiterhin für analoges Fernsehen:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
7 189,25 Das Erste (HR) 100 ND H
32 559,25 ZDF 390 ND H
55 743,25 hr-fernsehen 470 ND H

Einstige militärische Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Hohen Meißner existierten im Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) und im Kalten Krieg (1945 bis 1990) und noch darüber hinaus verschiedene militärische Einrichtungen:

  • Camp Freya: Auf dem Südteil des Meißner-Hochplateaus wurde im Bereich der heutigen Einrichtungen von Sendemasten, Skilift und Berggasthof Hoher Meißner in den Jahren 1937/38 eine später als Camp Freya bezeichnete Flugwetterstation mit mehreren militärischen Gebäuden errichtet, wo Messungen insbesondere für den damaligen Militärflugplatz in Eschwege durchgeführt wurden. Ab 1945 wurden die auch als Kaserne dienenden Gebäude von der US-Armee und nach zwischenzeitlicher Bundeswehr-Nutzung bis 1992 wieder von der US-Armee genutzt. Die Anlage wurde nach 6-jährigem Leerstand 1998 abgerissen.
  • Melone: Nahe der Kasseler Kuppe errichtete die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg die Nachtjägerleitstation Melone mit mehreren Gebäuden und Radartürmen, die am 19. August 1943 in Betrieb genommen wurde und von der aus Fluglotsen Flugzeuge führten. Am 1. April 1945 wurde sie von der US-Armee übernommen und nach kurzer Nutzungsdauer abgebaut.
  • Eloka-Stützpunkt: Ungefähr 300 m westlich des Schwalbenthals gab es nahe der Landesstraße 3241, die aus Richtung Schwalbenthal bzw. Stinksteinwand kommend in Richtung Meißnerhaus führt, während des Kalten Kriegs von 1948 bis 1992 auf rund 715 m Höhe zwei Abhöranlagen (eine von US-Armee und Bundeswehr gemeinschaftlich betriebene und eine vom Bundesnachrichtendienst; BND) mit mehreren Bauwerken, die in direkter Nachbarschaft zueinander standen.[4] Der zuletzt noch verbliebene Betonturm der Bundeswehr, der weithin sichtbare und etwa 80 m hohe Eloka-Turm (Volksmund: Meißner-Turm), wurde am 11. November 2002 gesprengt, nachdem sein Abriss jahrelang verschoben worden war. Bauschutt, Fundament und Turmstumpf sind noch vorhanden.
  • Cola-Dose: Nahe der Kalbe existierte während des Kalten Kriegs die vom US-Militär 1953 gebaute Abhöranlage Cola-Dose, die aus einem Gebäude mit kleinem Turm und Baracken bestand, aus einer vom US-Militär betriebenen mobilen Abhöranlage hervorging und später vom Bundesnachrichtendienst übernommen wurde, um den Funkverkehr der Staaten des Warschauer Pakts abzuhören. Die Gebäude, die als Bundesstelle für Fernmeldestatistik getarnt waren, wurden im Dezember 1995 abgerissen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. hr schaltet Mittelwelle zum Jahresende ab, vom 28. Dezember 2009, auf radioszene.de
  2. a b hessenschau – hr-Sendemast fällt, Film der hessenschau vom 16. März 2015, abgerufen am 18. Juni 2015, auf youtube.com
  3. Media-Broadcast gibt neue Senderstandorte für nationalen Digitalradio-Multiplex bekannt, Pressemitteilung vom 26. Oktober 2015, abgerufen am 31. Dezember 2015, auf media-broadcast.com
  4. Projekt JLT – Die Aufklärungstürme des Heeres, auf geschichtsspuren.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hoher Meißner – Sammlung von Bildern