Sender Säntis

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Sender Säntis
Bild des Objektes
Basisdaten
Ort: Säntis
Kanton: Kanton St. Gallen
Staat: Schweiz
Höhenlage: 2501 m
Koordinaten: 47° 14′ 57,8″ N, 9° 20′ 33,6″ O; CH1903: 744127 / 234912
Verwendung: Fernmeldeturm, Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeturm nach Voranmeldung zugänglich
Besitzer: Swisscom
Turmdaten
Bauzeit: 1995–1997
Betriebszeit: seit Juni 1998
Gesamthöhe: 123,55 m
Gesamtmasse: 4.578 t
Daten zur Sendeanlage
Letzter Umbau (Sender): 2007
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetypen: DAB, Mobilfunk, Richtfunk, Mobiler Landfunk
Positionskarte
Sender Säntis (Kanton St. Gallen)
Sender Säntis
Sender Säntis
Lokalisierung von Kanton St. Gallen in Schweiz

Der Sender Säntis ist ein 123 Meter hoher Sendeturm aus Stahlbeton auf dem Säntis. Der Turm dient dem Unternehmen Swisscom Broadcast zur Verbreitung von Hörfunk- und Fernsehprogrammen in der gesamten Nordostschweiz und ist für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich – Führungen sind auf Voranmeldung möglich. Darüber hinaus übernimmt der Turm Richtfunkverbindungen für Fernsehprogrammzuführung, Betriebsfunk und Dienste für GSM und dient dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie als Messstation.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sendeturm Säntis steht auf dem gleichnamigen Berg auf einer Höhe von 2501 m ü. M. auf dem Gebiet der Gemeinden Hundwil, Schwende und Wildhaus. Der Turm selbst befindet sich auf Wildhauser Gebiet.[2] Benachbart ist die Bergstation der Luftseilbahn Schwägalp–Säntis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Sender 1958

Der Bundesrat ersuchte 1955 den Nationalrat und Ständerat für die Erstellung eines Fernmeldegebäudes einen Kredit über 890'000 Schweizer Franken zu genehmigen. Der Vorgängerbau des heutigen Sendeturms auf dem Säntis wurde 1956 durch die PTT erbaut, hatte eine Höhe von 18 Metern und wurde 1958 offiziell eingeweiht. 1957 erfolgte die Inbetriebnahme des ersten UKW-Radiosenders (DRS 2). Nach einem Wettbewerb wurde 1968 der Projektauftrag für Erweiterungen erteilt und nach zweijährigen Vorarbeiten wurde 1971 mit dem Bau begonnen, da der alte Sendeturm aus dem Jahr 1955 aufgrund der extremen Wetterverhältnisse mehrfach saniert werden musste.[3] 1975 wurde das neue Sendezentrum in Betrieb genommen. Zu dieser Zeit war es das grösste Bauwerk dieser Art in Europa. Die Fernsehprogramme der französisch- und italienischsprachigen Schweiz wurden 1976 neuausgestrahlt.[1]

Die erste Bauprojekteingabe „Säntis 2000“, welche die Ausweitung der Südkaverne, den Bau eines neuen Antennenturms und die Renovation des Wetterwarthauses bezweckte, wurde 1992 eingereicht. 1995 konnte mit den Arbeiten für das Projekt begonnen werden. So wurde 1997 der alte Turm abgebrochen und der neue, 123 Meter[4] hohe Antennenturm in Betrieb genommen. Am 17. Juni 1998 fand die Eröffnungsfeier statt.[1]

Im Rahmen der Umstrukturierung des Swisscom-Konzerns im Jahr 2002 wurde die Tochtergesellschaft Swisscom Broadcast AG Eigentümerin der Sendeanlage. Nachdem 2007 die Ausstrahlung des digitalen Fernsehens (DVB-T in der Schweiz) aufgenommen wurde, schaltete man das analoge Fernsehprogramm ab.[1] Am 3. Juni 2019 wurde die Abstrahlung digitaler Fernsehprogramme beendet.

Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Antenne des neuen Sendeturms ist von glasfaserverstärktem Kunststoff umhüllt und kann beheizt werden, um herabfallendes Eis auf die darunterliegende Besucherterrasse zu vermeiden. Der Durchmesser des 4164 Tonnen schweren Mastfuss ist 5,49 Meter und der Durchmesser der Turmspitze misst 1,82 Meter.[1]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von diesem Sender wird ein Grossteil der Zentral- und der Ostschweiz versorgt. Auch in weiten Teilen Süddeutschlands und benachbarter Länder kann der Sender empfangen werden. Des Weiteren besteht unter anderem eine Richtfunkverbindung zum Sender Pfänder in Österreich. Der Säntisturm strahlt fünf Radioprogramme ab.[5]

Analoger Hörfunk (UKW)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frequenz
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/vertikal (V)
101,5 Radio SRF 1 SRF_1_SG,
_SRF_1__
49B1 (regional),
43B1
Ostschweiz 60 ND H
95,4 Radio SRF 2 Kultur _SRF_2__/_Kultur_ 43B2 60 D (160–330°) H
105,6 Radio SRF 3 _SRF_3__ 43B3 60 D (160–330°) H
99,9 RTS La Première RTS-1ERE 43D1 60 D (160–330°) H
107,8 Rete Uno RETE_UNO 43E1 60 D (160–330°) H

Digitales Radio (DAB)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DAB wird in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern ausgestrahlt.

Block Programme ERP
(in kW)
Antennendiagramm
rund (ND),
gerichtet (D)
Gleichwellennetz (SFN)
7D 
SMC_D02 
(SUI0001F)
DAB-Block der SwissMediaCast: 28,5 D (0°)
  • Aargau: Baden-Freienwil (Hörndli), Frick (Frickberg), Wasserfluh
  • Appenzell Außerrhoden: Herisau (Ramsen), Wildhaus (Säntis)
  • Bern: Adelboden (Wintertal), Adlemsried, Bern (Bantiger), Biel (Bözingenberg), Diemtigen (ufem Chrütz), Burgdorf-Oberburg (Rothöchi), Geissholz, Höfen (Beisseren), Huttwil (Hohfuren), Kandersteg (Büel), Langnau i.E. (Hirschmatt), Lauterbrunnen (Männlichen), Lenk-Metschstand (Hahnenmoos), Matten (Chlyne Ruuge), Saanen (Hornfluh), Zweisimmen (Heimersberg-Hüppiweid)
  • Basel-Land: Nenzlingen (Eggflue), Sissach (Metzenholden)
  • Basel-Stadt: Basel (St. Chrischona)
  • Freiburg: Fribourg (Hôpital)
  • Glarus: Engi (Lindenbodenberg), Linthal-Braunwald (Nussbüel-Schleimen), Sool (Trogsite)
  • Graubünden: Medel-Curaglia (Vergera), Morissen (San Carli), Trun (Axenstein 411), Valzeina (Mittagplatte), Versam (Uaul Scardanal)
  • Luzern: Geuensee (Höchweidwald), Schüpfheim (Vöglisbergegg), Sörenberg (Rischli)
  • Nidwalden: Engelberg-Wolfenschiessen (Stöck)
  • St. Gallen: Rüthi (Bismer), St. Gallen (Chirchli Peter und Paul), Strichboden, Wattwil (Chapf), Ziegelbrücke (Biberlichopf)
  • Schaffhausen: Altdorf (Ried), Osterfingen (Rossberg), Schaffhausen (Cholfirst), Schleitheim (Mattenhof-Birbiste)
  • Solothurn: Balsthal (Erzmatt), Olten (Engelberg), Solothurn-Oberdorf (Nesselboden)
  • Schwyz: Einsiedeln (Chummerweid), Oberiberg (Gadenstatt), Rigi (Kulm)
  • Thurgau: Bischofszell Sitterdorf (Pierchäller), Mammern (Seehalde), Sirnach (Sirnachberg Bärgholz), Weiningen (Haslibuck)
  • Uri: Amsteg-Gurtnellen (Unter Axeli), Andermatt (Bäzberg), Attinghausen (Schiltwald)
  • Zürich: Bülach (Eschenmosen), Bachtel Kulm, Steg-Fischenthal (Waldsberg), Winterthur (Brüelberg), Zürich (Uetliberg), Zürich (Zürichberg)

12C 
SRG SSR D01 
(SUI0006A)
DAB-Block der SRG SSR: 41,7 D (30°)
  • Aargau: Baden-Freienwil (Hörndli), Frick (Frickberg), Hellikon, Möriken-Wildegg (Chestenberg), Reuenthal (Ried), Rietheim, Villigen (Geissberg), Wasserfluh
  • Appenzell Ausserrhoden: Herisau (Ramsen), Wildhaus (Säntis)
  • Basel-Land: Langenbruck, Läufelfingen, Nenzlingen (Eggflue), Sissach (Metzenholden), Waldenburg (Richtiflu), Ziefen (Chöpfli)
  • Basel-Stadt: Basel (St. Chrischona)
  • Bern: Adelboden (Wintertal), Bern (Bantiger), Biel-Magglingen (Evilard Hohmatt), Boltigen (Jaunpass chline Bäder), Brienz (Wellenberg), Burgdorf-Oberburg (Rothöchi), Chasseral, Diemtigen,(Zwischenflüh), Dornegg (Rütschelen), Eggiwil (Hinterer Girsgrat), Gadmen-Hopflauenen (Hopflauiwald), Heimenschwand (Buchholterberg Schafegg), Höfen (Beisseren), Ins (Schaltenrain-Fürstengräber), Kandersteg (Büel), Köniz (Ulmizberg), Langnau im Emmental (Hirschmatt), Lauterbrunnen (Männlichen), Lenk-Metschstand (Hahnenmoos), Niederhorn, Saanen (Hornfluh), Wyssachen (Mösli), Zweisimmen (Heimersberg-Hüppiweid)
  • Freiburg: Guggisberg (Gusteren Zollhaus), Gurmels (Cordast)
  • Glarus: Engi (Lindenbodenberg), Glarus (Bergli), Linthal-Braunwald (Nussbüel-Schleimen)
  • Graubünden: Valzeina (Mittagplatte)
  • Luzern: Escholzmatt (Wiggen Mittlist Äbnit), Geuensee (Höchweidwald), Schüpfheim (Vöglisbergegg), Sörenberg (Rischli), Willisau (Aegerten), Wolhusen
  • Nidwalden: Engelberg-Wolfenschiessen (Stöck)
  • Obwalden: Sarnen-Obstalden (Moosacher)
  • Schaffhausen: Schaffhausen (Cholfirst), Schleitheim (Mattenhof-Birbiste)
  • Schwyz: Einsiedeln (Chummerweid), Oberiberg (Gadenstatt), Rigi (Kulm)
  • Solothurn: Balsthal (Erzmatt), Grindel (Moretchopf), Mümliswil (Regenrain), Olten (Engelberg), Rodersdorf (Grundacker), Solothurn-Oberdorf (Nesselboden)
  • St. Gallen: Rüthi (Bismer), St. Gallen (Chirchli Peter und Paul), Wattwil (Chapf), Ziegelbrücke (Biberlichopf)
  • Thurgau: Elgg (Schneitberg), Mammern (Seehalde), Ottenberg, Sirnach (Sirnachberg Bärgholz), Weiningen (Haslibuck)
  • Uri: Andermatt (Bäzberg), Attinghausen (Schiltwald)
  • Wallis: Binn (Giesse), Ferden (Färdaried), Feschel (Wilerzälg), Leukerbad (Bodmen), Saas-Fee (Plattjen), Visperterminen (Gebidem), Zermatt (Riffelalp), Zwischbergen-Simplon (Feerberg)
  • Zürich: Bachtel Kulm, Bülach (Eschenmosen), Steg-Fischenthal (Waldsberg), Wildberg (Egg Drifurri), Winterthur (Brüelberg), Zürich (Uetliberg), Zürich (Zürichberg)

Digitales Fernsehen (DVB-T)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 3. Juni 2019 abgestrahlte Programme:

Kanal Frequenz 
(in MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(in kW)
Antennen-
diagramm

rund (ND) /
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H) /
vertikal (V)
34 578 SRG D01 4 ND H

Analoges Fernsehen (PAL)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Umstellung auf DVB-T diente der Sendestandort weiterhin für analoges Fernsehen:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
7 189,25 SRF 1 57 D H
31 551,25 SF zwei 59 D H
34 575,25 TSI 1 62 D H
69 855,25 TSR 1 11 D H

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Sender Säntis ist europaweit der Fernsehturm mit der höchsten Anzahl an Blitzeinschlägen: Vom Sommer 2010 bis Juni 2011 wurden etwa 50 Einschläge registriert.[6]
  • Mit Ausnahme des 84 Meter hohen Antennenturms überragt kein Gebäudepunkt die Gipfelhöhe, um die allseitig freie Sicht zu gewährleisten.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sendeanlagen Säntis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Flyer Sendestandort Säntis. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) In: Swisscom. S. 1–2, archiviert vom Original am 7. November 2012; abgerufen am 31. Mai 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swisscom.ch
  2. Geoportal.ch Karte
  3. Säntis: Der höchste Job bei Swisscoms. In: Handelszeitung. Abgerufen am 31. Mai 2012.
  4. Sendeturm Säntis. In: Structurae. Abgerufen am 31. Mai 2012.
  5. UKW-Sendertabelle für den Raum Zürich/ Schaffhausen. In: UKW/TV-Arbeitskreises. Abgerufen am 31. Mai 2012.
  6. Olivier Dessibourg: Himmelsfeuer über dem Säntis. In: Schweizerischer Nationalfonds (Hrsg.): Horizonte. Juni 2011, S. 26–27 (snf.ch [PDF; abgerufen am 20. Mai 2016]).