Sendets (Pyrénées-Atlantiques)

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Sendets
Sendets (Frankreich)
Sendets
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Pau
Kanton Pays de Morlaàs et du Montanérès
Gemeindeverband Pau Béarn Pyrénées
Koordinaten 43° 18′ N, 0° 16′ WKoordinaten: 43° 18′ N, 0° 16′ W
Höhe 235–266 m
Fläche 7,73 km2
Einwohner 993 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 128 Einw./km2
Postleitzahl 64320
INSEE-Code
Website www.sendets-64.fr

Rathaus von Sendets

Sendets ist eine französische Gemeinde mit 993 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Pau und zum Kanton Pays de Morlaàs et du Montanérès (bis 2015: Kanton Morlaàs).

Der Name in der gascognischen Sprache lautet Sendèts.[1]

Die Bewohner werden Sendetsois und Sendetsoises genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sendets liegt ca. 10 km östlich und damit im urbanen Einzugsbereich von Pau in der historischen Provinz Béarn.

Umgeben wird der Ort von den Nachbargemeinden:

Morlaàs
Serres-Morlaàs
Idron Nachbargemeinden Andoins
Lée Ousse Artigueloutan

Sendets liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Ruisseau l’Oussere, ein Nebenfluss des Gave de Pau, bewässert das Gebiet der Gemeinde ebenso wie sein Nebenfluss, der Courrège, sowie der Ruisseau de Quinda.[3]

Ländliche Straße in Sendets
Blick auf eine Straße im Zentrum

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedelung des Gemeindegebiets geht bis in die Eisenzeit zurück, wie ein Militärlager und eine Motte, die auf einem frühgeschichtlichen Hügelgrab errichtet wurde, belegen. 1385 gehörte das Dorf zur Bailliage von Pau und zählte elf Häuser. Sendets unterstand für eine lange Zeit der Komturei des Malteserordens von Caubin und Morlaàs. Im 16. Jahrhundert gehörte das Dorf zum Baronat von Coarraze und der Grundherr verfügte über einen Sitz in der Ständeversammlung des Béarn. 1718 wurde die Grundherrschaft an Raymond de Perpignan verkauft. Während der Französischen Revolution wurde Sendets eine Gemeinde. 1972 wurde Sendets ebenso wie die Gemeinden Lée und Ousse mit Idron vereinigt, im Jahre 2000 wurden Sendets und Ousse wieder selbständig.[4][5][6]

Toponyme und Erwähnungen von Sendets waren:

  • Sendeds und Sendez (12. Jahrhundert, Kopialbuch von Morlaàs, Blatt 8 und 10),
  • Sendegs und Scendetz (1385 bzw. 1402, Volkszählung im Béarn),
  • Saint-Detz (1675, réformation de Béarn, Manuskriptsammlung des 16. bis 18. Jahrhunderts, B. 650, Blatt 248),
  • Sendets (1750 und 1793, Karte von Cassini bzw. Notice Communale),
  • Scudetz (1801, Bulletin des lois) und
  • Sendets (1863, Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées).[5][7][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Beginn der Aufzeichnungen wuchs die Gemeinde und ihre Größe erreichte ein Niveau von rund 550 Einwohnern in der Mitte des 19. Jahrhunderts, das bis zum Ersten Weltkrieg approximativ gehalten wurde. Nach dem Krieg wurde ein niedrigeres Niveau der Einwohnerzahl von rund 400 bis zur Fusion mit Idron beibehalten. Nach Wiedererlangen der Selbstständigkeit setzte eine Wachstumsphase ein, die bis heute andauert.

Jahr 1962 1968 1999 2006 2009 2016
Einwohner 359 407 815 846 935 993
Von 1975 bis 1999 liegen aufgrund der Vereinigung mit Idron keine Zahlen vor.
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1968,[6] INSEE ab 2006[8][9]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sendets unterhält seit 1994 zusammen mit Idron und Ousse eine Städtepartnerschaft mit Alfajarín in der Autonomen Region Aragonien in Spanien.[10]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche de l’Assomption
  • Pfarrkirche, gewidmet Mariä Himmelfahrt. Sie wurde nach Plänen des Architekten Jean-Marcellin-Sylvestre Dumoulou im Jahre 1853 nördlich der früheren Kirche errichtet, die gleichzeitig abgerissen wurde. Der Zutritt erfolgt über einen Vorbau an der Westseite, über dem sich der Glockenturm erhebt. Das Langhaus bietet Platz für ein Haupt- und zwei Seitenschiffe. Dreizehn Glasfenster sind Werke der Glasmalerei Mauméjean und des Glasmalers Pierre Arcencam aus den Jahren 1920 bis 1925. Viele weitere Einrichtungsgegenstände stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und sind als nationale Kulturgüter registriert.[11][12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Handel und Dienstleistungen ist auch die Landwirtschaft ein Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.[4]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[13]
Gesamt = 85

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 83 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2017/2018.[14]

Idelis-Linienbus

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sendets wird durchquert von der Route départementale 38 und wird von einer Linie des Busnetzes Idelis angefahren, eines Verkehrsbetriebs, der Pau und die Agglomération bedient.

Die Autoroute A64, genannt La Pyrénéenne, durchquert ebenfalls das Gemeindegebiet, allerdings ohne direkte Ausfahrt zum Ort. Die am nächsten gelegene Ausfahrt 11 ist ca. 7 km entfernt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sendets (Pyrénées-Atlantiques) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sendets (fr) Gasconha.com. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  2. Sendets (fr) Communauté d’Agglomération Pau Béarn Pyrénées. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  3. Ma commune : Sendets (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  4. a b Sendets (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 17. Dezember 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. a b Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 159. 1863. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  6. a b c Notice Communale Sendets (fr) EHESS. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  7. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  8. Populations légales 2006 Commune de Sendets (64518) (fr) INSEE. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  9. Populations légales 2014 Commune de Sendets (64518) (fr) INSEE. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  10. Annuaire des villes jumelées (fr) Association française du conseil des communes et régions d’Europe. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  11. Église de l’Assomption (fr) visites.aquitaine.fr. Abgerufen am 17. Dezember 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. Eglise paroissiale de L’Assomption-de la-Bienheureuse-Vierge-Marie (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  13. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Sendets (64518) (fr) INSEE. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  14. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 17. Dezember 2017.