Sengenthal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sengenthal
Sengenthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sengenthal hervorgehoben

Koordinaten: 49° 14′ N, 11° 28′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neumarkt in der Oberpfalz
Verwaltungs­gemeinschaft: Neumarkt in der Oberpfalz
Höhe: 434 m ü. NHN
Fläche: 28,52 km2
Einwohner: 3735 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 131 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92369
Vorwahl: 09181
Kfz-Kennzeichen: NM, PAR
Gemeindeschlüssel: 09 3 73 159
Gemeindegliederung: 21 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 12
92318 Neumarkt i.d.OPf.
Website: www.sengenthal.de
Erster Bürgermeister: Werner Brandenburger (Freie- und Unabhängige Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
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Über dieses Bild
Sengenthal: Rathaus

Sengenthal ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt in der Oberpfalz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt südlich von Neumarkt, am westlichen Anstieg zum Oberpfälzer Jura der Fränkischen Alb.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 21 Ortsteile:[2]

Gemarkungen sind Forst, Reichertshofen, Sengenthal und Stauf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Nikolaus, Reichertshofen
Filialkirche St. Elisabeth
Schleuse 32
Bahnhof Greißelbach

Sengenthal und Forst waren noch im 13. Jahrhundert Bestandteil der kaiserlichen Hofmark Berngau, die nach dem Tode des letzten Staufers Konradin an die Wittelsbacher gelangte. Das Dorf Sengenthal mit seinen 7 Bauernhöfen war um 1280 zeitweise an die Herren von Rothenfels verpfändet, weil sie den Herzögen von Bayern Burghutdienste leisteten.[3]

In Reichertshofen hingegen war ein Dienstmannengeschlecht der Reichsministerialen von Stein ansässig. Die Reichertshofer, die zwischen 1315 und 1424 urkundlich erwähnt sind, hatten ihre Güter dem Reich zu Lehen. Die Geschichte dieser Niederadelsfamilie ist noch nicht gut erforscht, lässt sich aber über mindestens sieben Generationen verfolgen: Ulrich I. tritt 1261 als Zeuge des Konrad von Sulzbürg im Kloster Seligenporten auf.[4] Die Familie scheint mit dem Regensburger Domherrn Konrad Reichertshofer 1443 ausgestorben zu sein.[5] Nach dem Aussterben der Reichertshofer wurde die Lehengerechtigkeit den Herren von Wolfstein übertragen, während Mannschaft und Botmäßigkeit kurfürstlich blieben. Der Schrägbalken mit den drei Sternen im Wappen der Gemeinde Sengenthal wurde aus dem Wappen der Reichertshofer übernommen.

Durch die Bildung der Pfarrei Reichertshofen vor 125 Jahren (zuvor bei der Pfarrei Berngau) entstand erstmals ein der heutigen Gemeinde entsprechender Zusammenhang zwischen den Orten der Gemeinde Sengenthal, der damals durch einen Schulsprengel Reichertshofen, Buchberg und Sengenthal mit Schulsitz in Reichertshofen noch verstärkt wurde. Wesentliche Veränderungen traten im heutigen Gemeindegebiet erst nach 1945 ein. Durch die Industrialisierung (Bau- und Baustoffindustrie) und den Bahnanschluss stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde Sengenthal von 900 im Jahre 1939 auf über 3500 in den 2010er Jahren. Zudem trat ein wesentlicher Strukturwandel ein.

In Sengenthal gibt es eine Grundschule für Kinder aus dem Gemeindegebiet und einen katholischen Kindergarten.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Forst und Reichertshofen eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam der Ortsteil Buchberg der aufgelösten Gemeinde Stauf (heute Stadt Neumarkt) dazu.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2.022 auf 3.621 um 1.599 Einwohner bzw. um 79,1 % – der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Erster Bürgermeister ist Werner Brandenburger,[7] Polizeihauptkommissar, Dipl-Verwaltungswirt (Amtsinhaber seit Mai 2008).[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Sengenthal.svg
Blasonierung: „In Schwarz über einem wachsenden silbernen natürlichen Felsenberg ein goldener Schrägbalken, belegt mit drei sechsstrahligen schwarzen Sternen.“[9]

Das Wappen wird seit 1978 geführt.

Wirtschaft und Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 299 führt von Norden aus Richtung Neumarkt kommend nach Süden in Richtung Mühlhausen durch die Gemeinde. Des Weiteren verläuft die Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg durch einen Teil des Gemeindegebietes.

Ehemalige Verkehrswege sind der Ludwigskanal mit einer Schleuse auf dem Gemeindegebiet und die 1991 aufgegebene Bahnstrecke Neumarkt–Dietfurt, die jetzt als Firmenanschluss der Baufirma Max Bögl dient.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baggersee der Fa. Max Bögl an der Bundesstraße 299

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausflugsziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Körner (1915–2012), römisch-katholischer Pfarrer, erster Dekan des Dekanates Eichstätt, Ehrenbürger von Dollnstein und Träger der Bürgermedaille in Gold in Sengenthal[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sengenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111104/202212&attr=OBJ&val=961
  3. W. Stadelmann, Die Herren von Rothenfels, 28. Jahresbericht des Historischen Vereins Neumarkt, 2017, S. 41.
  4. Staatsarchiv Amberg, Kloster Seligenporten, Urkunden
  5. Walburga Knorr, Werner Mayer: Die Inschriften des Regensburger Doms I, (2008) Nr. 195.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 533.
  7. Gemeinderat Sengenthal - Wahlperiode 2020/2026. Gemeinde Sengenthal, abgerufen am 28. Oktober 2020.
  8. Werner Brandenburger: Bürgermeisterkandidat Sengenthal. Verlag Nürnberger Presse (nordbayern.de, der Onlinedienst von Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung), abgerufen am 28. Oktober 2020.
  9. Eintrag zum Wappen von Sengenthal in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Ludwig Körner verstorben, neumarktonline.de, 31. Dezember 2012