Senking

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Dieser Artikel behandelt das Unternehmen. Für den gleichnamigen Musiker siehe Jens Massel.

Die Senkingwerk AG war ein Hersteller von Haushalts- und Großküchenherden in Hildesheim. Zusätzlich produzierte das Werk Maschinen für Wäschereien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewerblicher Senking-Herd in Kolmanskuppe, Namibia (ehemals Deutsch-Südwestafrika).
Haushaltsherd von 1920 in Kolmanskuppe (Namibia).
Senking-Herd in Dobbrikow (Brandenburg) von 1929. Haus am Bauernsee - ehemalige „Gaststätte zur Linde“.

Anton Senking gründete, nach einer Tätigkeit in einer Hildesheimer Metallgießerei, im Jahr 1863 die „A. Senking Sparherdfabrik Hildesheim“. Das Werk stellte Haushaltsherde („Senking-Sparherd“) sowie diverse Koch-, Brat-, Knet- und Backapparate für Gaststätten und Bäckereien her. Ein anderer Zweig fertigte Wäschereigeräte wie Schleudern (Zentrifugen) und Bügel- bzw. „Plättmaschinen“. Das Unternehmen erhielt später den Titel „Kaiserlich-Königlicher Hoflieferant“ und baute u.a. die Großküche für das 1894 fertiggestellte Reichstagsgebäude in Berlin.

Wegen der hohen Nachfrage baute Senking 1901 ein neues Werk neben dem Güter- und Rangierbahnhof in der Hildesheimer Nordstadt am „Römerring“ und an der „Schlachthofstraße“ (Heute „Senkingstraße“). Die Firma war ab 1914 eine Aktiengesellschaft und wurde 1936 in eine GmbH umgewandelt.[1] Während des Zweiten Weltkrieges wurden neben Feldküchen auch Zünder, Teile für Panzerwagen und Leichtmetallteile für den Flugzeugbau gefertigt.

Bei einem Luftangriff auf Hildesheim am 14. März 1945 bombardierte die britische Royal Air Force mehrere Ziele in der Stadt, darunter die VDM-Halbzeugwerke am Römer-/Cheruskerring (umgangssprachlich „Metallwerk“ genannt; heute KSM Castings GmbH, davor Kloth-Senking Metallgießerei) und den Güter- und Rangierbahnhof. Das dazwischen liegende Senkingwerk wurde dabei ebenfalls getroffen und zu großen Teilen zerstört. Über 150 Menschen starben, darunter der Werksleiter Rudolf Hage, sowie mindestens 27 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Senking u.a. Ölöfen für Wohnräume her und spezialisierte sich auf Komplettanlagen für gewerbliche Wäschereien.

Das zuletzt als Senkingwerk GmbH KG firmierende Unternehmen wurde nach 1990 aufgespalten. Einen Teil übernahm die Buderus Küchentechnik; die Wäschereitechnik kaufte 1998 die dänische Jensen-Group. Heute befinden sich auf dem ehemaligen Werksgelände an der Hildesheimer Senkingstraße ein SB-Lebensmittelhandel und ein Baumarkt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Historisches Wertpapierhaus
  2. Die bei der Jensen GmbH in Harsum vorhandene Gedenktafel listet die Namen von 70 deutschen und 27 ausländischen Opfern auf

Koordinaten: 52° 9′ 31″ N, 9° 56′ 28″ O