Senlis (Oise)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Senlis
Wappen von Senlis
Senlis (Frankreich)
Senlis
Region Hauts-de-France
Département Oise
Arrondissement Senlis
Kanton Senlis (Hauptort)
Koordinaten 49° 12′ N, 2° 35′ OKoordinaten: 49° 12′ N, 2° 35′ O
Höhe 47–140 m
Fläche 24,05 km2
Einwohner 14.777 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 614 Einw./km2
Postleitzahl 60300
INSEE-Code
Website www.ville-senlis.fr

Blick auf Senlis

Senlis [sɑ̃ˈlis] ist eine französische Gemeinde mit 14.777 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Oise und der Region Hauts-de-France.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Senlis liegt am Fluss Nonette.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Senlis war die alte Hauptstadt der keltischen Silvanekter, lag damals bereits an einer wichtigen Kreuzung zweier Straßen, und hieß bei den Römern Augustomagus. Der Sockel einer Statue für den Kaiser Claudius aus dem Jahr 48 n. Chr. erinnert an diese Zeit.

  • 3. Jahrhundert : Senlis wird ein wichtiger Militärstützpunkt und umgibt sich mit einer Stadtmauer, um sich vor Überfällen der Barbaren zu schützen.
  • Mitte des 4. Jahrhunderts: der heilige Rieul christianisiert Senlis.
  • Im Frühmittelalter war Senlis das Zentrum der Grafschaft Senlis.
  • 987 : Hugo Capet wird in Senlis zum König gewählt; zu dieser Zeit gehörte die Stadt bereits zur Krondomäne (Domaine royal).
  • 1173 : König Ludwig VII. von Frankreich stimmt einer Kommunalverfassung für Senlis zu.
  • 1214 : Der Kanzler Guérin, Bischof von Senlis, nimmt an der Schlacht bei Bouvines teilt.
  • 1418 : Die Stadt wird von den Armagnacs belagert; sechs Geiseln werden geköpft.
  • 1429 : Jeanne d’Arc macht in Senlis Station.
  • 1473 : König Ludwig XI. unterzeichnet den Frieden von Senlis mit Karl dem Kühnen, Herzog von Burgund.
  • 1493: Am 23. Mai wird der Vertrag von Senlis unterzeichnet, in dem König Karl VIII. dem späteren Kaiser Maximilian I. das Erbe Karls des Kühnen mit Ausnahme der Picardie und Burgunds selbst Maximilian überlassen muss.
  • 1589: Die Stadt weist die Belagerung durch die Liga zurück und unterstützt Heinrich IV., den sie in ihren Mauern begrüßt.
  • 1643: Der Geistliche Jacques Joly stiftet seine Bibliothek der Öffentlichkeit; sie wird der Grundstein der aktuellen Stadtbibliothek.
  • 1789: Am 13. Dezember geschieht das Billon-Attentat – der Uhrmacher Billon jagt sein Haus in die Luft, als die Arquebusiers, die ihn aus ihrer Kompanie ausgestoßen haben, an ihm vorbeiziehen. 26 Tote und 40 Verwundete kostet der Anschlag.
  • 1832: Schwere Choleraepidemie in Senlis.
  • 1862: Die Eisenbahnlinie Chantilly–Senlis wird eingeweiht.
  • 1914: Die deutsche Invasion führt zu schweren Zerstörungen in der Stadt. Der Bürgermeister Eugène Odent wird am 2. September zusammen mit sechs weiteren Bürgern der Stadt erschossen. Die Stadt wird das Hauptquartier des Marschalls Foch.
  • 1962: Die Autobahn A 1 zwischen Senlis und Le Bourget wird eröffnet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kathedrale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vordergrund die Kathedrale, im Hintergrund die Kirche Saint-Pierre
Das Rathaus
Séraphine Louis: Bouquet de fleurs, um 1942

Die Baustelle der Kathedrale Notre-Dame wurde 1153 eröffnet, am 16. Juni 1191 wurde das Bauwerk geweiht. Am Westportal befindet sich Bauplastik aus der Zeit um 1170 mit Szenen aus dem Marienleben; dargestellt ist der Tod und die Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel sowie ihre Krönung.[1] Um 1240 wurde die Kirche um ein Querschiff mit Vierung erweitert, der Südturm wurde im 13. Jahrhundert erhöht. 1504 setzte ein Blitzschlag die Kathedrale in Brand, ein teilweiser Neubau wurde erforderlich. 1530 bis 1534 wurden Obergaden und die Fassade des südlichen Querschiffs im Flamboyantstil erneuert.

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Gallorömische Stadtmauer mit 16 erhaltenen Türmen und Resten des Amphitheaters
  • Hôtel de ville: spätgotisches Rathaus, 15. bis 18. Jahrhundert, 1497 auf den Ruinen des niedergebrannten Vorgängerbaus errichtet
  • Aus dem Mittelalter stammen auch
    • die Kirche Saint-Pierre (Veranstaltungshalle)
    • das königliche Schloss
    • der Bischofspalast (13. bis 16. Jahrhundert, Museum für Kunst und Archäologie)
    • einige Wohnhäuser
    • das ehemalige Kloster St-Vincent, das früher am Stadtrand lag und heute in seinen Konventsbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert eine Schule enthält.
  • Hôtel du Haubergier
  • Jagdmuseum im Priorat (18. Jahrhundert) im Schlosspark

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Senlis (Oise) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Toman, Rolf (Hrsg.): Die Kunst der Gotik. Architektur - Skulptur - Malerei. 1. Auflage. Könemann, Köln 1998, ISBN 3-89508-313-5, S. 307.