Sensbachtal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen von Sensbachtal

Sensbachtal war eine Gemeinde im Odenwaldkreis in Hessen mit zuletzt 944 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2015) auf 33,94 km². Durch den Zusammenschluss der Stadt Beerfelden mit den Gemeinden Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal zur Stadt Oberzent am 1. Januar 2018 wurde Sensbachtal aufgelöst.

Sensbachtal

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der ehemaligen Gemeinde im Odenwaldkreis

Sensbachtal lag in 300 bis 550 Meter Höhe im südlichen Odenwald auf einer Fläche von 33,94 Quadratkilometern und dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, zehn Kilometer von Eberbach am Neckar entfernt. Die Teilorte von Sensbachtal reihten sich in dem Tal auf, das der Sensbach von Nord nach Süd bis zur hessischen Landesgrenze in den Buntsandstein-Odenwald gegraben hat und das auf der Westseite von der Sensbacher Höhe begleitet wird.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sensbachtal grenzte im Osten an die Gemeinde Hesseneck (Odenwaldkreis), im Süden an die Stadt Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg) sowie im Westen und Norden an die Stadt Beerfelden (Odenwaldkreis).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bestand aus den Ortsteilen Hebstahl, Ober-Sensbach und Unter-Sensbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand am 1. Februar 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Hebstahl, Ober-Sensbach und Unter-Sensbach.[1][2] Sitz der Gemeindeverwaltung war Unter-Sensbach.

In zentraler Lage sind in Unter-Sensbach Rathaus, Feuerwehrhaus, Sporthalle und ein zweigruppiger Kindergarten entstanden.

Sinkende Einwohnerzahlen und wirtschaftliche Gründe führten zu Bestrebungen, die Gemeinden Hesseneck, Beerfelden, Rothenberg und Sensbachtal zum 1. Januar 2018 zu einer Kommune mit dem Namen Oberzent zusammenzuschließen. In Bürgerentscheiden am 6. März 2016 stimmten die Bürger der vier Gemeinden jeweils mehrheitlich dafür. Bei einer Abstimmungsbeteiligung von 65,2 % betrug in Sensbachtal die Mehrheit 71,3 % der abstimmenden Bürger.[3] Die Postleitzahl 64759 für Sensbachtal wurde mit dem Zusammenschluss obsolet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl der Gemeinde entwickelte sich im Lauf der Zeit wie folgt (soweit nicht anders vermerkt, entnommen aus den Publikationen des Hessischen Statistischen Landesamtes):[4]

Monat und Jahr Einwohnerzahl   Monat und Jahr Einwohnerzahl
Juni 1976[5] 1026   Dezember 2012 957
Dezember 2009 991   Dezember 2013 959
Dezember 2010 983   Dezember 2014 947
Dezember 2011 967   Dezember 2015 944

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[6] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
 
Insgesamt 11 Sitze
  • GFW/ÜWS: 11
Wahl-
jahr
Wahl-
beteili-
gung
Es entfielen auf die Wahlvorschläge von
GFW/ÜWS[7] DS[8] BVS[9] Insgesamt
% % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
2016 64,8 100,0 11 100 11
2011[10] 50,7 100,0 11 100 11
2006 52,0 100,0 15 100 15
2001[11] 72,5 65,6 10 22,8 3 11,6 2 100 15
1997 81,8 64,5 10 23,3 3 12,3 2 100 15

Seit 2006 fanden entsprechend den Bestimmungen des Hessischen Kommunalwahlgesetzes die Wahlen nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl statt, da nur jeweils ein Wahlvorschlag vorlag. Für die Wahlen 2011 wurde die Zahl der zu wählenden Gemeindevertreter von 15 auf 11 vermindert. Gleichwohl umfasste 2016 die einzige Vorschlagsliste der GFW/ÜWS nur 8 Kandidaten, sodass die Wähler auch nach dem Verfahren der Mehrheitswahl keine wirkliche Wahl zwischen den Kandidaten hatten.[12]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Sensbachtal neben dem Bürgermeister zwei ehrenamtliche Beigeordnete angehörten. Letzter Bürgermeister war seit 1. Januar 2008 bis zur Auflösung der Gemeinde Egon Scheuermann (parteilos).[13] Er wurde am 22. September 2013 mit 91,3 % der Stimmen wiedergewählt.[14] Sein direkt gewählter Amtsvorgänger war

  • 1990 bis 2007 Manfred Heiss.[15]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Sensbachtal.svg

Wappen

Wappen von Sensbachtal
Blasonierung:In Grün und Rot gewellter silberner Schräglinksbalken, begleitet oben von einem silbernen Wagenrad, unten von 3 silbernen Sternen.[16]

Das Wappen wurde der Gemeinde Sensbachtal am 5. Februar 1981 vom Hessischen Innenministerium genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde am 12. Mai 1986 durch das Hessische Innenministerium genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Auf rot/grüner Flaggenbahn, belegt mit einem weißen Mittelstreifen in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.“[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehemalige Zehntscheuer
  • Friedhof mit Kapelle, erbaut zu Beginn des 30-jährigen Krieges, was an der Eingangsbogen eingemeißelten Jahreszahl "1619" zu erkennen ist. Aus dieser Zeit stammen auch die ältesten Teile der Einfriedungsmauer.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die B 45 (Hanau–Eberbach) wird nach etwa acht Kilometern erreicht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Abs. 22 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 358.
  3. Bürgerentscheid am 06.03.2016 in Sensbachtal. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.statistik-hessen.de. Archiviert vom Original; abgerufen am 6. März 2016.
  4. Statistische Berichte des Bereiches Bevölkerung 2009 - 2015, abgerufen am 3. Januar 2018
  5. Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  6. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  7. GFW/ÜWS: Gemeinschaft Freier Wähler/Überparteiliche Wählervereinigung Sensbachtal
  8. DS: Dorfgemeinschaft Sensbachtal
  9. BVS: Bürger-Vereinigung-Sensbachtal
  10. Hessisches Statistisches Landesamt: Wahlergebnisse 2011 und 2006
  11. Hessisches Statistisches Landesamt: Wahlergebnisse 2001 und 1997
  12. Neckartal-Nachrichten vom 8. März 2016: Ergebnisse der Kommunalwahlen in der Oberzent
  13. Hessisches Statistisches Landesamt: Direktwahlen in Sensbachtal
  14. Bürgermeisterwahl. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 25. März 2021.
  15. www.eberbach-channel.de vom 21. Dezember 2001: Amtseinführung des Sensbachtaler Bürgermeisters vollzogen. Dritte Amtszeit Abgerufen im Januar 2018.
  16. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Sensbachtal im Odenwaldkreis, Regierungsbezirk Darmstadt vom 5. Februar 1981. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1981 Nr. 8, S. 476, Punkt 271 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,8 MB]).
  17. Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Sensbachtal, Odenwaldkreis vom 12. Mai 1986. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1986 Nr. 21, S. 1071, Punkt 506 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 13,3 MB]).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sensbachtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien