Sensomotorik

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Als Sensomotorik (auch Sensumotorik) bezeichnet man das Zusammenspiel von sensorischen und motorischen Leistungen. Damit ist die Steuerung und Kontrolle der Bewegungen von Lebewesen im Zusammenspiel mit Sinnesrückmeldungen gemeint.

Wahrnehmung des Reizes durch Sinnesorgane und motorisches Verhalten stehen in direktem Zusammenhang, diese Prozesse verlaufen parallel, wie z. B. zwischen Auge, Ohr und der gezielten Steuerung von Arm-, Fußbewegungen beim Autofahren. Sensomotorik ist das Zusammenspiel der Sinnessysteme mit den motorischen Systemen.

Die Zusammenhänge von Hirn- und Nervenaktivität, sowie Bewegungsabläufen werden in Disziplinen wie der Neurowissenschaft, aber auch in der Sportwissenschaft untersucht. Der Wiederaufbau von gestörten sensomotorischen Funktionen ist beispielsweise Gegenstand der Ergotherapie und der Physiotherapie. Das Konzept der Sensomotorik dient gleichermaßen der Bewegungsschulung und -verbesserung. Es ist ein natürlicher Vorgang, der in der Prävention und Therapie (z. B. Kurzer Fuß) genutzt werden kann, um Bewegungen und Bewegungsmuster besser durchzuführen.

Die Entwicklung der sensomotorischen Leistungen im Kindesalter hat Jean Piaget intensiv erforscht (s. Stadium der Sensomotorischen Intelligenz).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Luhmann, H.J. (2009). Sensomotorische Systeme: Körperhaltung und Bewegung. In: R. Klinke, H.C. Pape, A. Kurtz, S. Silbernagl (Hg.), Lehrbuch Physiologie. 6., vollst. überarb. Aufl., S. 757–798. Stuttgart, New York: Thieme. ISBN 978-3-13-796006-5
  • Laube, W. (2009) Sensomotorisches System. Thieme, Stuttgart-New York, ISBN 978-3-13-148371-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Sensomotorik im Sportunterricht – Lern- und Lehrmaterialien