Septembermassaker

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Septembermassaker
Straßenszene

Die Septembermassaker (französisch Massacres de Septembre) zwischen dem 2. September und dem 6. September des Jahres 1792 waren Morde an über 1200 inhaftierten Gegnern der Französischen Revolution und anderen Häftlingen, die dafür gehalten wurden. Die Massaker gelten als einer der dunkelsten Punkte der Französischen Revolution.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen des Ersten Koalitionskrieges der europäischen Monarchien gegen das revolutionäre Frankreich ließ der preußische Oberbefehlshaber Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel am 25. Juli 1792 das nach ihm benannte Manifest des Herzogs von Braunschweig veröffentlichen. Darin forderte er von den Franzosen die erneute Unterwerfung unter ihren König und drohte im Falle von Übergriffen blutige Rache samt der Zerstörung von Paris an. Das Manifest erreichte jedoch das Gegenteil des Gewünschten, löste den Tuileriensturm am 10. August 1792 aus und radikalisierte die Revolution.

Im September 1792 rückten preußisch-österreichische Truppen unter dem Oberbefehl des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand (Braunschweig-Wolfenbüttel) auf französisches Gebiet vor. Nach dem Fall der Stadt Verdun fürchteten die Franzosen einen direkten Marsch der Alliierten auf Paris. Der amtierende Justizminister Georges Danton, der Publizist Jean Paul Marat und der Dichter Fabre d’Églantine heizten mit ihren Aufrufen und Stellungnahmen die Stimmung zusätzlich an.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es kam daraufhin in Frankreich zu einer Massenhysterie mit Stürmung der Gefängnisse. Zunächst wurden in blinder Wut die inhaftierten Revolutionsgegner, dann auch die übrigen Gefangenen massakriert. Die Zahl der Opfer betrug über 1200, darunter zahlreiche katholische Priester und Ordensleute, die den Eid auf die republikanische Verfassung verweigert hatten. Gut zwei Drittel der Opfer waren keine politischen Gefangenen, sondern wegen anderer Taten inhaftiert. Der Überlieferung nach sollen Frauen ermordeten Aristokraten das Herz herausgerissen haben. Etwa 90 % der Morde fanden in Paris statt.[1]

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Historiker Golo Mann hat den damaligen Justizminister Georges Danton als an den Morden „unmittelbar Schuldige[n]“ bezeichnet, da er ein mögliches Eingreifen unterlassen habe.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Madörin: Die Septembermassaker von 1792 im Urteil der französischen Revolutionshistoriographie. 1792–1840 (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 3: Geschichte der Hilfswissenschaften 58). Lang, Bern u. a. 1976, ISBN 3-261-01690-6 (Zugleich: Basel, Universität, Dissertation, 1974).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: September Massacres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frédéric Bluche: Septembre 1792. Logiques d’un massacre. Robert Laffont, Paris 1986, ISBN 2-221-04523-8, S. 100–102.
  2. Golo Mann: Lehrjahre in Frankreich (= Erinnerungen und Gedanken.). S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-10-047911-4, S. 183.