Septemberstreiks

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Die Septemberstreiks waren eine Reihe Wilder Streiks im September 1969 in der Bundesrepublik Deutschland. Sie begannen am 2. September 1969 mit einem Arbeitskampf bei der Hoesch AG in Dortmund, der von der IG Metall weder geplant noch verantwortet wurde. Es kam zu einem Demonstrationszug der Beschäftigten, die die Arbeit niedergelegt hatten, zum Gebäude der Firmenleitung. Die Forderung nach Lohnerhöhung um 30 Pfennig pro Stunde wurde innerhalb sehr kurzer Zeit von der Firmenleitung akzeptiert.

Diesem erfolgreichen außergewerkschaftlichen Arbeitskampf folgten in den kommenden Wochen eine Reihe weiterer wilder Streiks, hauptsächlich in der Montanindustrie und der Stahlindustrie, aber auch im Öffentlichen Dienst. Vom 2. bis 19. September waren mindestens 140.000 Personen im Ruhrgebiet und im Saarland an den Arbeitsniederlegungen beteiligt, später folgten weitere Streiks in der Oberpfalz, in Kiel und Bremen.[1] Sie führten für über acht Millionen Beschäftigte zu Lohnerhöhungen außerhalb der gewöhnlichen Tarifverhandlungen.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Septemberstreiks 1969. Darstellung, Analyse, Dokumente der Streiks in der Stahlindustrie, im Bergbau, in der metallverarbeitenden Industrie und anderen Wirtschaftsbereichen. Hrsg. vom Institut für Marxistische Studien und Forschungen. Redaktion Heinz Jung, Josef Schleifstein, Kurt Steinhaus. Institut für Marxistische Studien und Forschungen, Frankfurt am Main 1969 (Beiträge des Instituts für Marxistische Studien und Forschungen 1) 1969 (Lizenzausgabe: Pahl-Rugenstein, Köln 1969 und diverse Raubdrucke)
  • Friedemann Schuster: Die September-Streiks. Auf die Arbeiter kommt es an! Erarbeitet auf der Grundlage der Studie des Instituts für Marxistische Studien und Forschungen in Frankfurt a.M. „Die September-Streiks 1969“. Marxistische Blätter, Frankfurt am Main 1969 (Marxistische Taschenbücher)
  • Michael Schumann unter Mitarbeit von Martin Baethge: Die Septemberstreiks – Ausnahme oder Auftakt? Ein empirischer Beitrag zur Analyse der Streikbewegung im September 1969. Untersuchung im Auftrag des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Soziologisches Forschungsinstitut, Göttingen 1970 (SOFI Forschungsberichte)
  • Jürgen Alberts: Bild“ im Einsatz. Analyse der Berichterstattung zu den Septemberstreiks 1969. In: Blätter für deutsche und internationale Politik. 15 (1970), S. 916–933
  • Eckart Hildebrandt: Zur Analyse der Septemberstreiks 1969. In: Sozialistische Politik 1970, S. 71–84 Digitalisat
  • Michael Schumann (Hrsg.): Am Beispiel der Septemberstreiks – Anfang der Rekonstruktionsperiode der Arbeiterklasse? Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1971, ISBN 3-434-00162-X.
  • Peter Blie, Birger Ollrogge: Die Darstellung der Septemberstreiks 1969 in der Gewerkschaftspresse. 1974 (Berlin, Freie Univ., Magisterarbeit, 1974)
  • Joachim Bergmann: Von den Septemberstreiks zur Wirtschaftskrise. Veränderte Bedingungen der gewerkschaftlichen Politik. In: derselbe (Hrsg.): Beiträge zur Soziologie der Gewerkschaften. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, S. 7–20
  • Karl Lauschke: Der Wandel in der betrieblichen und gewerkschaftlichen Interessenvertretung nach den westdeutschen Septemberstreiks. In: Bernd Gehrke (Hrsg.): 1968 und die Arbeiter. Studien zum „proletarischen Mai“ in Europa Neunzehnhundertachtundsechzig und die Arbeiter. Hamburg; VSA-Verlag, Hamburg 2007 ISBN 3-89965-165-0, S. 76–91
  • Peter Birke: Wilde Streiks im Wirtschaftswunder. Arbeitskämpfe, Gewerkschaften und soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland und Dänemark. Campus, Frankfurt und New York 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Birke: Wilde Streiks im Wirtschaftswunder. Arbeitskämpfe, Gewerkschaften und soziale Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland und Dänemark. Campus, Frankfurt und New York 2007, S. 228.
  2. Peter Birke: Verwischte Spuren. In: Der Freitag vom 9. September 2009. Online.