Serbische Fortschrittspartei

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Serbische Fortschrittspartei
Српска напредна странка
Logo der SNS
Parteivorsitzender Aleksandar Vučić
Partei­vorsitzender Aleksandar Vučić
Stell­vertretender Vorsitzender Jorgovanka Tabaković
Gründung 21. Oktober 2008
Gründungs­ort Belgrad
Haupt­sitz Čika Ljubina 8
Belgrad 11000
Aus­richtung Nationalkonservatismus,
Nationalismus,
Populismus,
Wirtschaftsliberalismus
Farbe(n) Rot, Blau, Weiß
(serbische Trikolore)
Parlamentssitze
131/250
Mitglieder­zahl 300.000 (Stand: 2011)[1]
Website www.sns.org.rs

Die Serbische Fortschrittspartei (serbisch-kyrillisch Српска напредна странка, SNS) ist eine politische Partei in Serbien, die dem souveränistischen, rechtskonservativen und nationalistischen Spektrum zuzuordnen ist. Mit ihrem Namen knüpft sie an eine um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert im Königreich Serbien bestehende gleichnamige Partei an. International kooperiert die Serbische Fortschrittspartei mit rechtspopulistischen und EU-kritischen Kräften.[2] Inzwischen ist die SNS in der parlamentarischen Versammlung des Europarates allerdings der Fraktion der EVP beigetreten und verfolgt einen deutlichen pro-europäischen Kurs.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Partei von Tomislav Nikolić, ehemaliger Vizepräsident der Serbischen Radikalen Partei (SRS). Nachdem es zu innerparteilichem Streit um die Haltung der Fraktion zum Assoziierungsabkommen Serbiens mit der Europäischen Union kam, wobei Nikolić im Parlament für dieses stimmte, während der vom ICTY angeklagte Parteivorsitzende Vojislav Šešelj es strikt ablehnte, trat Nikolić im September 2008 vom Fraktions- und Vizeparteivorsitz zurück und begründete eine neue Fraktion unter dem Namen Napred Srbijo („Vorwärts Serbien“).[4] Ihm folgten im Laufe der Zeit einige andere Abgeordnete der SRS. Es kam zum Streit mit der SRS, da diese den Abtrünnigen die Mandate entziehen wollte, was diese jedoch ablehnten, da sie die Mandate an die Person und nicht an die Partei gebunden sahen. Am 12. September 2008 wurden Nikolić und 17 weitere führende Parteimitglieder aus der SRS ausgeschlossen.[5] Am 10. Oktober 2008 wurde die neue Partei Serbische Fortschrittspartei amtlich registriert.

Bei den Parlamentswahlen am 6. Mai 2012 wurde die Liste um die SNS knapp vor der DS stärkste Kraft, während die SRS den erneuten Einzug ins Parlament verfehlte. Seit dem 20. Mai 2012 stellt die SNS mit Tomislav Nikolić den Präsidenten Serbiens. Nach seiner Wahl zum Präsidenten trat Tomislav Nikolić als Parteivorsitzender zurück. Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Aleksandar Vučić. Seit dem 27. Juli 2012 ist die SNS Teil einer Koalitionsregierung mit Ivica Dačić (SPS) als Ministerpräsidenten und Aleksandar Vučić als stellvertretenden Ministerpräsidenten.

Dačić und später auch Vučić führten im Winter/Frühjahr 2012/2013 die von der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton organisierten Verhandlungen mit der kosovarischen Regierung über eine Normalisierung der Beziehung Serbiens zum Kosovo. Diese mündeten in einen im April 2013 paraphierten Vertrag über die Rechte der Serben im Nordkosovo. Die SNS unterstützte im serbischen Parlament am 26. April 2013 ausdrücklich die Ergebnisse der Verhandlungen, während die SRS den Vertrag als Verrat bezeichnete.[6]

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 24. April 2016 gewann die SNS die absolute Mehrheit in der Serbischen Nationalversammlung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.blic.rs/vesti/politika/partijsku-knjizicu-ima-vise-od-milion-gradana/196hbjq
  2. http://library.fes.de/pdf-files/id/08290.pdf Tomislav Nikolić positioniert sich in Europa - Bündnis mit Österreichs Rechtspopulisten? Friedrich-Ebert-Stiftung, Juli 2011
  3. http://www.b92.net/eng/news/politics.php?yyyy=2013&mm=04&dd=24&nav_id=85864
  4. Nikolić oformio svoj klub, B92, 8. September 2008
  5. NZZ Online: Serbische Radikale schließen Nikolic aus (12. September 2008)
  6. Serbian Parliament Approves Belgrade, Pristina Deal. Auf: www.balkaninsight.com, 27. April 2013