Serer

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Serer (Begriffsklärung) aufgeführt.

Die Serer sind neben den Wolof und Pulaars die größte Volksgruppe in Senegal und sprechen Serer - eine Niger-Kongo-Sprache. Die meisten Mitglieder sprechen heute auch Wolof, das in den Städten vorherrscht.

Ihre Gesellschaft ist matrilinear strukturiert und zeichnet sich durch streng getrennte Kasten aus: Adlige, Krieger, Bürger, Sklaven sowie Handwerker (z. B. Schmiede) und Künstler (z. B. Griots). Heute werden meist nur noch zwei Schichten unterschieden: Bauern und Grundbesitzer.

Ihren eigenen Legenden zufolge wanderten sie zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert vom Norden kommend nach Zentral-Senegal ein, um dem Druck des Islamzu entgehen. Die Serer sind ausgezeichnete Feldbauern (Reis, Hirse, Sorghum) und Viehzüchter. Der Ringkampf ist eine traditionelle Sportart der Männer.

Der Staatsmann und Dichter Léopold Senghor war ein bekannter Serer.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serer bildeten bis zu ihrem teilweisen Übertritt zum Islam, daneben auch zum Katholizismus im 19. Jahrhundert eine homogene ethnisch-religiöse Gruppe. Seit der Unabhängigkeit haben sich die Islamisierung und die sprachlich-kulturelle Anpassung an die Wolof beschleunigt. Doch hängen immer noch größere Gruppen dem traditionellen Glauben an den universellen Gott Roog an. Das Weltbild der Serer umfasst eine komplette Kosmologie und Kosmogonie mit differenzierten Annahmen über Leben und Tod, Raum und Zeit und die Unsterblichkeit der Seele. Es begründet, warum mit den Ahnen kommuniziert werden kann. Die Feste werden durch einen Kalender geregelt. Die großen Clans verehren verschiedene Totemtiere.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Serer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien