Sergei Jurjewitsch Filin

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Sergei Filin (2011)

Sergei Jurjewitsch Filin (russisch Серге́й Юрьевич Фи́лин; * 27. Oktober 1970 in Moskau) ist ein russischer Balletttänzer und Leiter des Bolschoi-Balletts.

Filin erhielt seine Ausbildung an der Bolschoi-Ballett-Akademie. 1988 wurde er Tänzer am Bolschoi-Theater, 1990 Solotänzer. Er arbeitete auch beim Georgischen Staatsballett Tiflis und als Gast an der Staatsoper Wien.

2001 wurde er zum Volkskünstler Russlands ernannt. Filin war Ballettdirektor des Stanislawski-Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheaters in Moskau und wurde im März 2011 zum künstlerischen Direktor des Bolschoi-Balletts berufen.[1]

Der zum zweiten Mal verheiratete Filin hat drei Söhne.

Säureattentat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Januar 2013 wurde Filin vor seiner Wohnung von einem unbekannten Maskierten mit Kapuze bei einem Säureattentat schwer verletzt; er erlitt Verätzungen an Kopf, Hals und Augen. Vor dem Anschlag gab es bereits ständig Drohungen, seit Filin den einflussreichen Posten erhielt. Seine Internetseite wurde gehackt und mit Beleidigungen versehen, seine Autoreifen zerstochen. Nach dem Anschlag erklärte Filin, er sei „absolut sicher“, wer hinter dem Anschlag stecke, nannte aber öffentlich keine Namen.[2] Behandelt wurde er in Moskau;[3] am 4. Februar 2013 wurde er für eine Reha nach Aachen gebracht.[4][5] Am 6. März 2013 gab die Moskauer Polizei bekannt, dass drei festgenommene verdächtige Personen den Säure-Angriff auf Filin gestanden hätten. Mutmaßlicher Auftraggeber soll der Bolschoi-Solotänzer Pawel Dmitritschenko sein.[6] Gegen ihn sowie zwei weitere Männer wurde Haftbefehl erlassen, da Fluchtgefahr bestehe. Nach Angaben des Innenministeriums soll Dmitritschenko dem Attentäter 50.000 Rubel (rund 1.250 Euro) gezahlt haben. Am 3. Dezember 2013 wurde Dmitritschenko von einem Moskauer Gericht zu 6 Jahren Haft verurteilt. Dieser gab vor Gericht an, er habe sich von Filin bei der Vergabe großer Rollen übergangen gefühlt. Der eigentliche Täter, Juri Saruzki, wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, und der Fahrer, Andrej Lipatow, muss für 4 Jahre in Haft. Die drei Täter müssen Filin zudem ein Schmerzensgeld von 3.5 Mio. Rubel (ca. 78.000 Euro) bezahlen. Filin erlitt bei dem Attentat schwere Verätzungen im Gesicht und verlor teilweise seine Sehkraft.[7] Die Ereignisse sind Gegenstand der Dokumentation "Bolschoi Babylon", die am 14. September 2015 ihre Premiere beim Internationalen Filmfestival Toronto hatte und auch in Deutschland veröffentlicht wurde.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sergei Filin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sergej Filin wird Leiter des Bolschoi-Theater, Die deutsche Bühne, 13. April 2011
  2. Bolshoi director Sergei Filin 'knows' attacker. BBC News, 3. Februar 2013, abgerufen am 3. Februar 2013 (englisch).
  3. Frankfurter Allgemeine (FAZ) Gesellschaft vom 18. Januar 2013 Moskau: Säureanschlag auf Ballettchef des Bolschoi-Theaters (FAZ.NET mit dpa/AFP), abgerufen am 22. Januar 2013
  4. Aachener Nachrichten - Verletzter Bolschoi-Ballettchef wird in Aachen behandelt
  5. Сергея Филина направят на комплексную реабилитацию в Германию. In: Vesti.ru. 29. Januar 2013, abgerufen am 29. Januar 2013 (russisch).
  6. Nach Säureangriff am Moskauer Bolschoi-Theater: Festgenommene gestehen Angriff auf Ballett-Chef. tagesschau.de, 6. März 2013, archiviert vom Original am 9. März 2013, abgerufen am 6. März 2013.
  7. NZZ online 3. Dezember 2013 Bolschoi-Tänzer zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, abgerufen am 3. Dezember 2013
  8. IMDb.com Bolschoi Babylon (2015) - Release Info, abgerufen am 22. Juli 2016