Sergei Sergejewitsch Prokofjew

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Sergei Prokofjew in New York, 1918
Sergei Prokofjew mit Schostakowitsch und Chatschaturian 1940

Sergei Sergejewitsch Prokofjew (russisch Сергей Сергеевич Прокофьев, wiss. Transliteration Sergej Sergeevič Prokof’ev; * 11. Apriljul./ 23. April 1891greg. auf Gut Sonzowka bei Bachmut, Gouvernement Jekaterinoslaw, Russisches Kaiserreich, heute Krasnoe bei Krasnoarmijsk, Oblast Donezk, Ukraine; † 5. März 1953 in Moskau) war ein russischer Pianist und Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sergei Sergejewitsch Prokofjew, der Sohn eines Gutsverwalters, zeigte schon in frühem Alter großes musikalisches Talent. Bereits im Alter von vier Jahren erhielt er den ersten Klavierunterricht von seiner Mutter, 1896 schrieb er seine ersten Kompositionen. Nachdem in den Sommern der Jahre 1902 und 1903 der Komponist Reinhold Glière dem jungen Prokofjew Privatstunden erteilt hatte, wurde dieser Anfang 1904 Alexander Glasunow vorgestellt, der ihm empfahl, sofort ein Studium am Konservatorium zu beginnen. So wurde Prokofjew schon im April 1904 als 13-jähriger Student am Sankt Petersburger Konservatorium, wo er bis 1914 Komposition, Kontrapunkt, Orchestration, Klavier und Dirigieren unter anderem bei Nikolai Rimski-Korsakow und Anatoli Ljadow studierte. Unterdessen war er mit einigen Kompositionen an die Öffentlichkeit getreten und hatte sich als brillanter Pianist einen Namen gemacht. Bis 1918 blieb er in Russland, reiste viel und gab Konzerte.

Aufgrund der schwierigen Situation nach der Oktoberrevolution entschloss sich Prokofjew 1918, Russland zu verlassen, und zog in die USA. Dort gelang es ihm jedoch nicht, Fuß zu fassen, sodass er sich im April 1920 nach einem finanziellen Fiasko in Frankreich niederließ. In den folgenden Jahren lebte er mit Ausnahme der Jahre 1922 und 1923, in denen er in Ettal wohnte, überwiegend in Paris. 1923 heiratete er Carolina Codina (1897–1989), eine spanische Sängerin mit dem Künstlernamen Lina Llubera. Seine vielfältigen Konzertreisen als Dirigent und besonders als Pianist führten ihn 1927 erstmals wieder in die Sowjetunion. Daraufhin beschäftigten ihn immer stärker Gedanken an eine Rückkehr, was nach einigen Jahren des Pendelns zwischen Moskau und Paris schließlich dazu führte, dass er sich 1936 endgültig in Moskau niederließ. Zwei Jahre später unternahm er seine letzte Reise ins westliche Ausland. In der Sowjetunion erlebte Prokofjew eine Produktivitätssteigerung; viele seiner bedeutendsten Werke entstanden dort.

Mira Mendelson und Prokofjew

1941 trennte er sich von seiner Familie und zog zu Mira Mendelson, die er 1948 heiratete. 1945 stürzte er schwer und zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu, was zu einer nachhaltigen Schädigung seiner Gesundheit führte.

Am 10. Februar 1948 wurde Prokofjew vom Zentralkomitee (ZK) der KPdSU in der Parteiresolution „Über die Oper Die große Freundschaft“ formalistischer Tendenzen bezichtigt und zu größerer Volkstümlichkeit aufgefordert. Obwohl seine Gesundheit, bedingt durch die Folgen des Unfalls, in seinen letzten Lebensjahren stark nachließ, blieb Prokofjew bis zu seinem Tode unermüdlich tätig. Ab 1952 erhielt er eine staatliche Pension.

Prokofjews Grab auf dem Nowodewitschi-Friedhof

Prokofjew starb am 5. März 1953, am selben Tag wie sein größter ideologischer Peiniger Stalin. Dabei mutet dieser Umstand wie eine Ironie der Geschichte an, da Prokofjews Tod, im Schatten der landesweiten Trauer um den gleichzeitig verstorbenen Diktator, von der Öffentlichkeit fast völlig unbeachtet blieb. Es fanden sich noch nicht einmal Blumen an seinem Grab.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prokofjew selbst hat seinen Stil als Zusammenspiel von vier Grundlinien erklärt. Die „klassische Linie“ kommt einerseits in seinem Interesse für historisierende Elemente wie alte Tänze, andererseits im Festhalten an traditionellen Formen zum Ausdruck. Wirklich neoklassizistisch komponierte er allerdings nur in seiner Klassischen Sinfonie, da er Neoklassizismus als Verzicht auf eine eigenständige Tonsprache ansah. Die „moderne Linie“ hingegen beinhaltet seine Vorliebe für gewagte Harmonik, Dissonanzen und ungewohnte Akkordkombinationen. Teilweise führt sie bis an die äußersten Grenzen der Tonalität. Als drittes nennt Prokofjew die „motorische Linie“. Viele seiner Werke sind durch bohrende Rhythmik und wilde Motorik gekennzeichnet. Im Gegensatz dazu steht die „lyrische Linie“. Immer wieder gelang es Prokofjew, Momente von herber Lyrik und leiser Resignation zu schaffen und ausdrucksstarke Melodien zu komponieren. Zu dieser Aufzählung kann man noch ergänzen, dass auch Humor und Ironie in seinem Schaffen eine bedeutende Rolle spielen. Außerdem haben Prokofjews Orchesterwerke einen recht spezifischen Klang, weil sie durch eine ungewöhnliche Orchestrierung, die zum Beispiel teilweise Violinen und Tuba unisono spielen lässt, gekennzeichnet sind.

Trotz dieser Kontinuität lassen sich drei Schaffensperioden erkennen. Die erste Periode wird häufig als „russische Periode“ bezeichnet, da sie die Werke umfasst, die vor seiner vorübergehenden Emigration entstanden. Prokofjews Werke dieser Zeit sind durch eigenwillige Rhythmen, scharfe Dissonanzen, „sarkastischen“ Humor und große vitale Kraft gekennzeichnet. Obgleich er eindeutig mit der spätromantischen Tradition bricht, ist sein Stil nicht völlig von der musikalischen Vergangenheit losgelöst, zumal er die Tonalität nicht sprengt. Trotzdem sorgten einige seiner Werke dieser Periode für einen Skandal (wie zum Beispiel die Skythische Suite). Nach einigen entspannteren Werken des Übergangs (1. Violinkonzert, 3. Klavierkonzert) wurde seine Tonsprache in der zweiten Periode, der „Auslandsperiode“ (ab 1918), noch moderner - die Dominanz der zweiten „Grundlinie“ (s. o.) ist eindeutig zu erkennen. Teilweise setzt sich Prokofjew über die Tonalität hinweg. Klangballungen und wüste Ausbrüche kennzeichnen viele seiner damaligen Werke. Gleichwohl erreichte er nie die Modernität einiger seiner Zeitgenossen. Ab Anfang der 1930er Jahre zeichnete sich ein deutlicher Stilwandel ab. Seine volle Ausprägung fand dieser neue Stil dann nach dem Umzug in die Sowjetunion, weshalb diese Periode als „sowjetische Periode“ bezeichnet wird. Prokofjew war davon überzeugt, Musik schreiben zu müssen, die einen gesellschaftlichen Auftrag erfüllte. Dies zeichnet sich in der Vereinfachung der Harmonik und den klareren Konturen der Melodien ab. Indem er in stärkerem Maße auf die Traditionen der russischen Volksmusik eingeht, wurde seine Musik verständlicher und leichter zugänglich. Zudem festigt er die Tonalität und legte Wert auf eine ausgefeilte Polyphonie. Während des Zweiten Weltkrieges wurde seine Tonsprache noch einmal schärfer, was prompt zur o.g. Kritik im „Beschluss“ führte. Daraufhin vereinfachte Prokofjew seinen Stil noch weiter. Seine letzten Werke sind von weiten Melodien, lyrischer Stimmung, leiser Resignation und einem fast romantischen Tonfall gekennzeichnet.

Sowjetische Briefmarkenausgabe zum 100. Geburtstag Prokofjews (1991)

Prokofjew ist ein bedeutender Komponist und zählt zu den Klassikern der Moderne. Bedeutsam war auch sein Wirken als Filmmusik-Komponist. Alexander Newski gilt als vielfach analysiertes Schlüsselwerk der Filmmusik-Geschichte. Er beeinflusste und prägte die moderne Filmmusik klassisch-romantischen Stils, die vor allem in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts eindeutige Stilkopien schuf oder Zitate aus Werken Prokofjews verwendete (John Williams, James Horner).

Besonderen Einfluss auf sein Schaffen hatten Max Reger, dessen ausgefeilte Modulationskunst Prokofjew beeindruckte, als dieser 1906 St. Petersburg besuchte, und sein Freund seit Studienzeiten Nikolai Mjaskowski, der Prokofjew in einem ausgiebigen Briefwechsel stets seine Meinung zu dessen neuesten Werken mitteilte und auf dessen Urteil Prokofjew großen Wert legte. Insgesamt kann aber kein Komponist genannt werden, an welchem sich Prokofjew besonders stark orientierte; vielmehr schuf er einen eigenen, neuartigen Stil und beeinflusste viele Komponisten der nachfolgenden Generation.

Prokofjew notierte alle seine Partituren in C, d.h. klingend. Für das Englischhorn nimmt er meist den Altschlüssel, wie er schon bei Johann Sebastian Bach zu finden war. Hohe Töne notierte er im Violinschlüssel. Ähnlich verfuhr er beim Fagott, das meist nur den Bassschlüssel erhält. In den jeweiligen Vorworten wies er darauf hin, dass die Stimmen transponiert werden müssen (in der Regel B-Klarinetten und Bassklarinetten, F-Hörner und B-Trompeten). Piccolo und Kontrabass notierte er jedoch in der klassischen, oktavversetzten Art. Auch setzte er konsequent – wie auch Max Reger und teilweise Schostakowitsch – die Trompeten in seinen Partituren stets über die Hörner. Den Tenorschlüssel vermied er konsequent bei den Violoncelli. Für hohe Töne nahm er dann den Violinschlüssel (loco) Die sogenannte 'C-Partitur' setzte sich nicht überall durch; wurde aber doch immer häufiger übernommen (u.a. von Arthur Honegger, später von Alban Berg und Arnold Schönberg. Letztere – Berg und Schönberg – notierten den Kontrabass jedoch in seiner wirklichen Tonhöhe).

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in dieser Aufzählung gebrauchte Hinweis „unveröffentlicht“ bezieht sich auf das Notenmaterial, nicht auf das Werk selbst.

Bühnenwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opern

  • Der Riese, Oper in 3 Akten, unveröffentlicht (1900, UA: 1901 in privatem Rahmen)
  • Auf unbewohnten Inseln, Ouvertüre und drei Szenen zum 1. Akt, unveröffentlicht (1900–02)
  • Das Gelage während der Pest, 1. Akt nach Alexander Puschkin, unveröffentlicht (1903), erste Szene revidiert (1908/09)
  • Undine, Oper in vier Akten, Libretto A. M. Kilštedt nach Friedrich de la Motte Fouqué, unveröffentlicht (1904–07)
  • Maddalena op. 13, Oper in einem Akt, Libretto Magda Liven, unveröffentlicht (1911–13)
  • Der Spieler op. 24, Oper in vier Akten, Libretto S. Prokofjew nach F. Dostojewski (1915–17), revidiert (1927/28); UA: 1929 Théatre Royal de la Monnaie, Brüssel
  • Die Liebe zu den drei Orangen op. 33, Oper in vier Akten und Prolog, Libretto S. Prokofjew nach Carlo Gozzi (1919)
  • Der feurige Engel op. 37, Oper in fünf Akten, Libretto S. Prokofjew nach W. Brjussow (1919–23), revidiert (1926/27)
  • Semjon Kotko op. 81, Oper in fünf Akten, Libretto von S. Prokofjew und W. Katajew nach W. Katajew (1939)
  • Die Verlobung im Kloster op. 86, Oper in fünf Akten, Libretto von S. Prokofjew und Mira Mendelson nach R. Sheridan (1940/41)
  • Khan Buzay, (1942, 1946)
  • Krieg und Frieden op. 91, Oper in dreizehn Bildern, Libretto von S. Prokofjew und Mira Mendelson nach L. Tolstoi (1941), revidiert (1946–52)
  • Die Geschichte vom wahren Menschen op. 117, Oper in vier Akten, Libretto von S. Prokofjew und Mira Mendelson nach B. Polewoi (1947/48)
  • Ferne Meere, geplant als op. 118, Libretto von S. Prokofjew und Mira Mendelson nach W. Dychowitschny (1948–?)

Ballette

  • Ala und Lolli op. 20, von S. Gorodetzki, unveröffentlicht, unvollständig (1914/15)
  • Le chout („Der Narr“) op. 21, Ballett in sechs Szenen, S. Prokofjew nach A. Afanassjew (1915), revidiert (1920)
  • Trapeze op. 39, Ballett in einem Akt (1924, Musik verschollen)
  • Le pas d’acier  („Der stählerne Schritt“) op. 41, Ballett in zwei Szenen, S. Prokofjew und Georgi Bogdanowitsch Jakulow (1925/26)
  • L’enfant prodigue („Der verlorene Sohn“) op. 46, Ballett in drei Akten, B. Kochno (1928/29)
  • Sur le Borysthène („Am Dnjepr“) op. 51, Ballett in zwei Szenen, S. Prokofjew und S. Lifar (1930/31)
  • Romeo und Julia op. 64, Ballett in drei Akten, S. Prokofjew nach W. Shakespeare (1935/36)
  • Cinderella („Aschenbrödel“) op. 87, Ballett in drei Akten, N. Wolkow (1940–44)
  • Das Märchen von der steinernen Blume op. 118, Ballett in vier Akten, L. Lawrowski und Mira Mendelson nach P. Bashow (1948–53)

Schauspielmusik

  • Ägyptische Nächte, A. Tairow nach A. Puschkin, W. Shakespeare und G. B. Shaw (1934)
  • Boris Godunow op. 70, W. Meyerhold insz., nach A. Puschkin (1936)
  • Eugen Onegin op. 71, A. Puschkin (1936)
  • Hamlet op. 77, W. Shakespeare (1937/38)

Orchesterwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sinfonien

Andere Orchesterwerke

  • Rêves („Träume“) op. 6, Sinfonische Dichtung (1910)
  • Esquisse automnale („Herbst“), Sinfonische Skizze (1910), revidiert (1915 und 1935)
  • Suite aus Ala und Lolli op. 20 („Skythische Suite“) (1915)
  • Suite aus Le chout („Der Narr“) op. 21 (1920)
  • Andante, aus der Klaviersonate Nr. 4 (1934)
  • Suite aus Die Liebe zu den drei Orangen op. 33 (1919), revidiert (1924)
  • Ouvertüre über hebräische Themen op. 34 (1934)
  • Suite aus Le pas d’acier („Der stählerne Schritt“) op. 41 (1926)
  • Amerikanische Ouvertüre op. 42, für 17 Instrumente, unveröffentlicht (1926–28)
  • Divertimento op. 43 (1925–29)
  • Suite aus L’enfant prodigue („Der verlorene Sohn“) op. 46 (1929)
  • Vier Porträts und Finale aus Der Spieler op. 49 (1931)
  • Andante aus dem Streichquartett Nr. 1, unveröffentlicht (ca. 1930)
  • Suite aus Am Dnjepr op. 51 (1933)
  • Sinfonischer Gesang op. 57, unveröffentlicht (1933)
  • Suite aus Leutnant Kishe op. 60, Bariton ad lib. (1934)
  • Suite aus Ägyptische Nächte op. 61 (1934)
  • Suite Nr. 1 aus Romeo und Julia op. 64 (1936)
  • Suite Nr. 2 aus Romeo und Julia op. 64 (1936)
  • Ein Sommertag op. 65, Kindersuite (1941)
  • Vier Märsche für Blasorchester op. 69 (1935–37)
  • Russische Ouvertüre op. 72, unveröffentlicht (1936), revidiert (1937)
  • Suite aus Semjon Kotko op. 81 (1941)
  • Sinfonischer Marsch B-Dur op. 88, unveröffentlicht (1941)
  • Marsch As-Dur für Blasorchester op. 89 (1941)
  • Suite Das Jahr 1941 op. 90, unveröffentlicht (1941)
  • Marsch B-Dur op. 99 (1943-44)
  • Suite Nr. 3 aus Romeo und Julia op. 101 (1946)
  • Ode auf die Beendigung des Krieges op. 105 für Blasinstrumente, 8 Harfen, 4 Klaviere, Schlagzeug, Kontrabass, unveröffentlicht (1945)
  • Suite Nr. 1 aus Aschenbrödel op.107 (1946)
  • Suite Nr. 2 aus Aschenbrödel op.108 (1946)
  • Suite Nr. 3 aus Aschenbrödel op.109, drittes Stück aus Die Liebe zu den drei Orangen (1946)
  • Walzer-Suite op. 110 (1946)
  • Dreißig Jahre op. 113, Festpoem zum 30. Jahrestag der Oktoberrevolution (1947)
  • Puschkin-Walzer op. 120, unveröffentlicht (1949)
  • Sommernachts-Suite op. 123 aus Die Verlobung im Kloster (1950)
  • Hochzeits-Suite op. 126 aus Das Märchen von der steinernen Blume (1951)
  • Zigeunerfantasie op. 127 aus Das Märchen von der steinernen Blume, unveröffentlicht (1951)
  • Ural-Rhapsodie op. 128 aus Das Märchen von der steinernen Blume, unveröffentlicht (1951)
  • Die Herrin des Kupferberges op. 129 aus Das Märchen von der steinernen Blume, nicht ausgeführt (1951)
  • Die Begegnung von Wolga und Don op. 130, Festpoem (1951)

Werke für Soloinstrument und Orchester

Kammermusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klavierwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke zu 2 Händen: Frühwerke ohne Opuszahl

  • Indischer Galopp F-Dur (1896)
  • Marsch C-Dur (1896)
  • Walzer C-Dur (1896)
  • Rondo C-Dur (1896)
  • Marsch H-Dur/D-Dur (1897)
  • Polka G-Dur (1899)
  • Walzer G-Dur (1899)
  • Walzer C-Dur/G-Dur (1899)
  • Marsch (1900)
  • 7 Stücke (1901)
  • Liedchen, 1.Serie, 12 Stücke (1902)
  • Bagatelle a-Moll (1902)
  • Liedchen, Serie II., 12 Stücke (1902)
  • Sonate Nr. 1 a-Moll (1903)
  • Liedchen, Serie III, 12 Stücke (1903/04)
  • Variationen über Tschishika (1904)
  • Liedchen, Serie IV, 12 Stücke (1905)
  • Polka mélancholique fis-Moll (1905)
  • Liedchen, Serie V, 12 Stücke (1906)
  • Lied ohne Worte Des-Dur (1907)
  • Intermezzo A-Dur (1907)
  • Orientalisches Liedchen g-Moll (1907)
  • Sonate Nr. 2 f-Moll, verarbeitet in op. 1 (1907)
  • Sonate Nr. 3 a-Moll, verarbeitet in op. 28 (1907)
  • Vier Stücke, revidiert als op. 3 (1908)
  • Sonate Nr. 4 (1907-08)
  • Vier Stücke, revidiert als op. 4 (1908)
  • Sonate Nr. 5, verarbeitet in op. 29 (1908)
  • Prüfungsfuge (1908)
  • Andante c-Moll, unvollständig (1908)
  • Zwei Stücke (1908)
  • Etüde c-Moll (1908)
  • Stücke über Es-C-H-E (1908)
  • Sonate Nr. 6,verschollen (ca.1908/09)

Werke zu 2 Händen: Werke mit Opuszahl

  • Sonate Nr. 1 f-Moll op. 1, nach Sonate Nr. 2 (1909)
  • Vier Etüden op. 2 (1909)
  • Vier Stücke op. 3, Revision der vier Stücke von 1907/08 (1911)
  • Vier Stücke op. 4, Revision der vier Stücke von 1908 (1910–12)
  • Toccata d-Moll op. 11 (1912)
  • Zehn Stücke op. 12 (1906–13)
  • Sonate Nr. 2 d-Moll op. 14 (1912)
  • Sarkasmen op. 17 (1912–14)
  • Flüchtige Visionen (Visions fugitives) op. 22 (1915–17)
  • Sonate Nr. 3 a-Moll op. 28 (aus alten Heften), nach Sonate (Nr. 3) (1917)
  • Sonate Nr. 4 c-Moll op. 29 (aus alten Heften), nach Sonate (Nr. 5) und Sinfonie e-Moll (1917)
  • Die Märchen der alten Großmutter op. 31 (1918)
  • Vier Stücke op. 32 (1918)
  • Marsch und Scherzo aus Die Liebe zu den drei Orangen op. 33 (1922)
  • Sonate Nr. 5 C-Dur op. 38, revidiert als op. 135 (1923)
  • Divertimento op. 43 (1938)
  • Dinge an sich op. 45, zwei Stücke (1928)
  • Sechs Stücke op. 52 (1930/31)
  • Zwei Sonatinen op. 54, e-Moll und G-Dur (1931/32)
  • Drei Stücke op. 59 (1933/34)
  • Gedanken (Pensées) op. 62 (1933/34)
  • Kindermusik op. 65, 12 Stücke (1935)
  • Zehn Stücke aus Romeo und Julia op. 75 (1937)
  • Gavotte op. 77 (1938)
  • Sonate Nr. 6 A-Dur op. 82 (1939/40)
  • Sonate Nr. 7 B-Dur op. 83 (1939–42)
  • Sonate Nr. 8 B-Dur op. 84 (1939–44)
  • Drei Stücke aus Aschenbrödel op. 95 (1942)
  • Drei Stücke op. 96 (1941–42)
  • Zehn Stücke aus Aschenbrödel op. 97 (1943)
  • Zwei Stücke aus Aschenbrödel op. 102 (1944)
  • Sonate Nr. 9 C-Dur op. 103 (1947)
  • Sonate Nr. 5 C-Dur op. 135 (1952/53)
  • Sonate Nr. 10 c-Moll op. 137, unveröffentlicht, unvollständig
  • Sonate Nr. 11 op. 138, nicht ausgeführt
  • Dumka, unveröffentlicht (nach 1933)

Werke zu 4 Händen

  • Marsch C-Dur (1897)
  • Marsch C-Dur (1899)
  • Marsch F-Dur (1899)
  • Stück F-Dur (1899)
  • Stück d-Moll (1900)
  • Stück mit Zither, unvollständig (1900)
  • Bagatelle Nr. 1 c-Moll (1901)

Vokalwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vokalwerke mit Orchester

  • Zwei Gedichte op. 7 für Frauenchor und Orchester von K. Balmont, unveröffentlicht (1909/10)
  • Das hässliche Entlein op. 18 für Singstimme und Orchester (1923)
  • Kantate Es sind ihrer Sieben (Chaldäische Beschwörung) op. 30 für Tenor, gemischten Chor und großes Orchester (1917/18), revidiert (1933)
  • Mélodie op. 35 für eine Singstimme und Orchester (ca. 1920)
  • Suite aus Der feurige Engel op. 37 für eine Singstimme und Orchester, unveröffentlicht, unvollständig (1923)
  • Peter und der Wolf op. 67 für Erzähler und Orchester, Sinfonisches Märchen für Kinder (1936)
  • Kantate zum 20. Jahrestag der Oktoberrevolution op. 74, nach Marx/Lenin/Stalin für zwei Chöre, Orchester, Blasorchester, Akkordeonorchester und Schlagzeug, unveröffentlicht (1936/37)
  • Lieder unserer Tage op. 76 für Solostimmen, Chor und Orchester (1937)
  • Kantate Alexander Newski op. 78 für Mezzosopran, Chor und Orchester nach W. Lugowski/S. Prokofjew (1937)
  • Trinkspruch (Heil Stalin) op. 85 für Chor und Orchester (1939)
  • Ballade vom unbekannten Knaben op. 93 für Sopran, Tenor, Chor und Orchester, unveröffentlicht (1942/43)
  • Blüh’ auf, gewaltig’ Vaterland op. 114, Kantate zum 30. Jahrestag der Oktoberrevolution, von J. Dolmatowski (1947)
  • Winterlagerfeuer op. 122, Suite nach S. Marschak für Sprecher, Knabenchor und Orchester (1949/50)
  • Auf Friedenswacht op. 124, Oratorium nach S. Marschak für Mezzosopran, Sprecher, Chor, Knabenchor und Orchester (1950)

Chorwerke

  • Zwei Massenlieder op. 66a für Gesang und Klavier (1935)
  • Vier Lieder op. 66b für eine Singstimme o. einstimmigen Chor und Klavier (1935)
  • Sieben Massenlieder und Marsch op. 89 für Gesang und Klavier (1941), Nr. 1, 2 und 7 unveröffentlicht
  • Nationalhymne op. 98 nach S. Michalkow und El-Registan (1943)
  • Allunionshymne nach S. Stschipatschow, unveröffentlicht, unvollständig (1946)
  • Soldatenmarschlied op. 121 nach W. Lugowski (1950)

Lieder für Singstimme und Klavier

  • Juvenilia. unveröffentlicht (1903–07)
  • Zwei Gedichte op. 9 (1910/11)
  • Das hässliche Entlein op. 18, nach Hans Christian Andersen (1914)
  • Fünf Gedichte op. 23(1915)
  • Fünf Gedichte op. 27 von A. Achmatowa (1916)
  • Fünf Lieder ohne Worte op. 35 (1920)
  • Fünf Gedichte op. 36 von K. Balmont (1921)
  • Fünf kasachische Volksweisen (1927)
  • Zwei Lieder aus Leutnant Kishe op. 60 nach J. Tynjanow (1934)
  • Drei Kinderlieder op. 68 (1936)
  • Drei Romanzen op. 73 nach A. Puschkin (1936)
  • Drei Lieder aus Alexander Newski op. 78 nach W. Lugowski (1939)
  • Sieben Lieder op. 79 (1939)
  • Zwölf russische Volkslieder op. 104 (1944)
  • Zwei Duette op. 106, Bearbeitungen russischer Volkslieder für Tenor, Bass und Klavier (1944)
  • Vom Wels, nach S. Michalkow, unveröffentlicht, unvollständig

Andere Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leutnant Kishe op. 60, J. Tynjanow, unveröffentlicht, (1933); daraus auch die 5-sätzige Suite
  • Pique Dame op. 70, nach A. Puschkin, nicht verfilmt(1936);
  • Alexander Newski für Mezzosopran, Chor und Orchester, S. Eisenstein, unveröffentlicht (1938)
  • Lertmontow, unveröffentlicht (1941)
  • Kotowski, unveröffentlicht (1942)
  • Partisanen in der Steppe der Ukraine, unveröffentlicht (1942)
  • Tonja, unveröffentlicht, nicht verfilmt (1942)
  • Iwan der Schreckliche (Iwan Grosny) op. 116, Sergei Eisenstein, Teil I (1942–44), Teil II, unveröffentlicht (1945)

Arrangements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Buxtehude: Orgelpräludium und Fuge für Klavier (1920; 1918?)
  • Schubert: Walzer, Suite für Klavier (1920; 1918?), vierhändig (1923)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gymnastikmusik, unveröffentlicht, unvollständig (ca.1936)

Erzählungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der wandernde Turm, deutsche Erstveröffentlichung, Edition Elke Heidenreich bei C. Bertelsmann, 2012, ISBN 978-3-570-58034-9.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1944 wurde ihm die Goldmedaille (Gold Medal) der Londoner Royal Philharmonic Society verliehen.[1] Insgesamt erhielt Prokofjew sechsmal den Stalinpreis und einmal den Leninpreis. Den Stalinpreis (Zweiter Klasse) erhielt Prokofjew 1943 für die Klaviersonate Nr. 7 B-Dur op.83 und den Stalinpreis (Erster Klasse) 1946 für seine 5. Symphonie, die Klaviersonate Nr. 8 und das Cinderella-Ballett.[2]

Der Flughafen Donezk heißt, oder hieß zumindest bis zu seiner Zerstörung 2014/2015 Donetsk International Airport Sergey Prokofiev.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erhebe dich, du russisches Volk aus Alexander Newski liegt dem Song „Mother Russia“ von Iron Maiden zugrunde
  • Leutnant Kishe-Suite op. 60:
    • Stings „Russians“ zitiert daraus die Romanze bzw. Kishes Begräbnis.
    • Woody Allen verwendete Teile für seinen Film „Die letzte Nacht des Boris Gruschenko“ („Love and Death“).
    • Die Rockband Magnum verwendet Troika als Intro bei ihren Live-Konzerten sowie den Live-Alben.
    • Emerson, Lake & Palmer verwendeten Motive für „I believe in Father Christmas“.
  • Darüber hinaus verwendeten Emerson, Lake and Palmer Romeo und Julia op. 64 für ihren gleichnamigen Song sowie den 2. Satz der Skythischen Suite op. 20 für “The Enemy God Dances With The Black Spirits”.
  • Die britische Band Muse verwendete auf einem Konzert im Londoner Wembley-Stadion einen Auszug aus „Tanz der Ritter“ aus Romeo und Julia als Intro und Überleitung zu ihrem Song „Knights of Cydonia“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sigrid Neef: Die Opern Sergej Prokofjews (= Prokofiew-Studien 7), Studia slavica musicologica 45. Verlag Ernst Kuhn. Berlin 2009.
  • Eckart Kröplin: Frühe sowjetische Oper. Schostakowitsch, Prokofjew. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1985, DNB 870672428.
  • Friedbert Streller: Sergej Prokofjew und seine Zeit. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1953, 1960, Laaber-Verlag, Laaber 2003. ISBN 3-936000-63-8.
  • Maria Biesold: Sergej Prokofjew, Komponist im Schatten Stalins. Quadriga-Verlag, Weinheim 1996. ISBN 3-88679-271-4.
  • Thomas Schipperges: Sergej Prokofjew. Rowohlt, Reinbek 1995; zweite verb. Aufl. 2005, ISBN 978-3-499-50516-4.
  • Ulrich Wünschel: Sergej Prokofjews Filmmusik zu Sergej Eisensteins Alexander Newski. Wolke-Verlag, Hofheim/Taunus 2005, ISBN 3-936000-63-8.
  • Simon Morrison: The love and wars of Lina Prokofiev, London : Harvill Secker, 2013, ISBN 978-1-84655-731-6
  • BIBLIOGRAPHIE

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sergei Prokofiev – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Empfänger der Goldmedaille der RPS ab 1901
  2. Simon Morrison: The People's Artist: Prokofiev's Soviet Years. Oxford University Press, Oxford 2009, ISBN 978-0-19-518167-8, S. 164
  3. Bild des Donetsk International Airport Sergey Prokofiev