Sergio Ramos

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Sergio Ramos
FC RB Salzburg versus Real Madrid (Testspiel, 7. August 2019) 09.jpg
im Trikot von Real Madrid (2019)
Personalia
Name Sergio Ramos García
Geburtstag 30. März 1986
Geburtsort CamasSpanien
Größe 184 cm
Position Innenverteidigung
Junioren
Jahre Station
1996–2003 FC Sevilla
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2003–2004 Sevilla Atlético 26 0(2)
2004–2005 FC Sevilla 39 0(2)
2005–2021 Real Madrid 469 (72)
2021– Paris Saint-Germain 0 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2002 Spanien U17 1 0(0)
2004 Spanien U19 6 0(0)
2004 Spanien U21 6 0(0)
2005– Spanien 180 (23)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 8. Juli 2021

2 Stand: 13. Mai 2021

Sergio Ramos García (* 30. März 1986 in Camas) ist ein spanischer Fußballspieler. Der Innenverteidiger, der zum Beginn seiner Karriere auch als Rechtsverteidiger spielte, wurde beim FC Sevilla ausgebildet und debütierte im Alter von 17 Jahren in der Primera División. 2005 wechselte Ramos zu Real Madrid und gewann in den folgenden 16 Jahren u. a. fünf Mal die spanische Meisterschaft sowie vier Mal die Champions League. Seit Juli 2021 steht Ramos bei Paris Saint-Germain unter Vertrag.

Ramos spielt seit 2005 für die spanische Nationalmannschaft und ist Kapitän sowie Rekordspieler seines Landes. Er nahm an vier Weltmeisterschaften (2006, 2010, 2014, 2018) und an drei Europameisterschaften (2008, 2012, 2016) teil. Dabei wurde er 2008 und 2012 Europa- sowie 2010 Weltmeister.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sergio Ramos und Marcelo nach dem Gewinn der UEFA Champions League im Jahr 2018 (rechts: Trainer Zinédine Zidane)
Sergio Ramos bei der Meisterfeier mit dem Pokal (2017)

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC Sevilla[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Camas in der andalusischen Provinz Sevilla geborene Ramos spielte von Jugend an beim FC Sevilla und kam ab dem Jahr 2003 für Sevilla Atlético, die zweite Mannschaft des Vereins, zum Einsatz. Im Januar 2004 wurde er in die erste Mannschaft aufgenommen, für die er am 1. Februar, dem 22. Spieltag der Saison 2003/04, bei der 0:1-Niederlage Sevillas gegen Deportivo La Coruña sein Ligadebüt gab. In der Spielzeit 2004/05 erkämpfte er sich bei Sevilla einen Stammplatz als rechter Verteidiger.

Real Madrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Saison 2005/06 spielt er bei Real Madrid. Die Rückennummer 4, die er dort bekam, hat er von Fernando Hierro übernommen.[1] Bei Real setzte er sich auf Anhieb durch und absolvierte seither in keiner Spielzeit weniger als 23 Ligaspiele. 2007, 2008, 2012, 2017 und 2020 gewann er mit dem spanischen Hauptstadtklub die Meisterschaft, 2008 auch die Supercopa de España und 2011 im Finale gegen den FC Barcelona die Copa del Rey.[2] Bei den Feierlichkeiten nach dem Sieg ließ er den Pokal von einem Doppeldeckerbus auf die Straße fallen, woraufhin die Trophäe vom fahrenden Bus erfasst und beschädigt wurde.[3]

Im Clásico am 29. November 2010 erhielt Ramos seinen zehnten Platzverweis in bis dahin 175 Spielen für Real Madrid. Damit stellte er den bisherigen Klubrekord von Fernando Hierro ein, der dafür 439 Begegnungen benötigt hatte.[4]

2014, 2016, 2017 und 2018 gewann Sergio Ramos mit Real Madrid die UEFA Champions League. Das Besondere am Champions League Sieg 2017 war die Titelverteidigung, dies hatte noch kein Team zuvor geschafft. Beim Endspiel-Sieg 2014 gegen den Stadtrivalen Atlético Madrid in Lissabon erzielte Ramos den Ausgleichstreffer zum 1:1 in der dritten Minute der Nachspielzeit, Real gewann schließlich in der Verlängerung 4:1. Bereits im Halbfinalrückspiel gegen den FC Bayern München hatte Ramos die wichtigen Treffer zum 1:0 und 2:0 erzielt.[5] Auch 2016 erzielte er in Mailand gegen Atlético Madrid ein Tor im Endspiel, den Führungstreffer für den späteren Sieger Real in der 15. Minute.[6] Ramos wurde 2014 durch die European Sports Media, einem Zusammenschluss europäischer Sportzeitungen, in die „Elf des Jahres“ neben Spielern wie Franck Ribéry, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo gewählt. Die gleiche Ehrung wurde ihm von der FIFA/FIFPro und UEFA zuteil.

Am 17. August 2015 verlängerte der Abwehrchef seinen Vertrag vorzeitig bis 2020.[7]

Im November 2018 wurde im Rahmen der Football-Leaks-Enthüllungen bekannt, dass sich Ramos in der Vergangenheit in zwei Fällen eines Dopingvergehens schuldig gemacht hat. Bei einer Dopingkontrolle nach dem Champions-League-Finale am 3. Juni 2017 wurde in Ramos’ Urin der Wirkstoff Dexamethason gefunden. Die Einnahme dieses Wirkstoffes ist zwar erlaubt, wurde vom Teamarzt jedoch nicht wie vorgeschrieben an die UEFA gemeldet.[8] Der Vorfall blieb für Ramos ohne Konsequenzen. Zehn Monate später verweigerte Ramos nach einem Ligaspiel eine Dopingkontrolle und ging stattdessen duschen. Anstatt eines üblichen Dopingverfahrens durch die spanische Anti-Doping-Agentur und die UEFA wurde das erst sechs Monate später eingeleitete Verfahren bald darauf eingestellt.

Am 16. Juni 2021 gab Real Madrid bekannt, dass Ramos den Verein nach 16 Jahren Vereinszugehörigkeit zum Saisonende verlassen werde, nachdem man sich nicht über eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages hatte einigen können.[9]

Paris Saint-Germain[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2021/22 wechselte Ramos in die französische Ligue 1 zu Paris Saint-Germain. Der 35-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023.[10]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sergio Ramos bei der EM 2012

Sergio Ramos war schon als Jugendlicher eine feste Größe in Spaniens Juniorenteams. Sein größter Erfolg war der Turniersieg bei der U19-Europameisterschaft 2004.

In der A-Nationalmannschaft debütierte er am 26. März 2005 gegen China.[11] Damit war er der erste 18-jährige Debütant seit Torwart Juan Acuña 1941. Mit Spanien nahm er an der WM 2006, der EM 2008, dem Konföderationen-Pokal 2009 der WM 2010 und an der EM 2012 teil. Während Spanien bei der WM 2006 nach einer sehr guten Vorrunde im Achtelfinale am späteren Vize-Weltmeister Frankreich scheiterte, begann 2008 eine einzigartige Siegesserie: Spanien gewann die Europameisterschaft und Weltmeisterschaft hintereinander und verteidigte den EM-Titel 2012. Lediglich 2009 war man beim Konföderationen-Pokal nur Dritter geworden. Bis auf drei Ausnahmen spielte Ramos in allen Turnieren in der Startelf. Während er zunächst als rechter Außenverteidiger agierte, wurde er bei der EM 2012 in der Innenverteidigung eingesetzt. Sergio Ramos wurde 2010 nach der WM ins elfköpfige All-Star-Team gewählt. Während der EM 2012 war es im Halbfinale gegen Portugal zum Elfmeterschießen gekommen. Sergio Ramos verwandelte seinen Elfmeter im Stile von Antonín Panenka. Am 22. März 2013 bestritt Ramos im WM-Qualifikationsspiel gegen Finnland sein 100. Länderspiel, führte dabei die spanische Mannschaft als Spielführer aufs Feld, erzielte das 1:0 und löste Lukas Podolski als jüngsten europäischen „Hunderter“ ab.[12] Am 8. September 2015 gelang ihm als drittem Spieler nach Iker Casillas und Xavi der 100. Länderspielsieg.

Bei der Europameisterschaft 2016 stand er erneut im Aufgebot Spaniens. Er gehörte zum Stamm der Mannschaft und war einer der Spieler, die alle Spiele über die volle Spielzeit bestritten. Im Achtelfinale schied das Team gegen Italien aus.

Beim 1:1 gegen Norwegen im Rahmen der Qualifikation zur Europameisterschaft 2021 am 12. Oktober 2019 absolvierte der Verteidiger sein 168. Länderspiel und überholte damit den bisherigen Rekordhalter Iker Casillas.[13] Am 11. November 2020 stellte er mit seinem 176. Länderspiel den europäischen Rekord von Gianluigi Buffon ein,[14] den er beim 1:1-Unentschieden am 14. November 2020 gegen die Schweiz in der Nations-League überholte und somit zum alleinigen Europa-Rekordhalter wurde. In diesem Spiel vergab er zwei Elfmeter.[15] Ihm gelangen auch die meisten Länderspielsiege (130, Stand: 16. Juni 2021).[16]

Spielweise und Fähigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramos (li.) im Zweikampf mit dem Italiener Antonio Di Natale im Finale der EM 2012
Sergio Ramos mit Fernando Torres und Juan Mata mit dem EM-Pokal nach dem Titelgewinn 2012

Zu Beginn seiner Profikarriere beim FC Sevilla wurde er als Innenverteidiger eingesetzt, die gleiche Position bekleidete er auch nach seinem Transfer zu Real Madrid.[17] Nach der Ankunft von Christoph Metzelder und Pepe im Sommer 2007 wurde er überwiegend als Rechtsverteidiger eingesetzt, während er ab Ende 2011 wieder vermehrt als Innenverteidiger zum Einsatz kam. Im weiteren Verlauf seiner Karriere wurde er dann fast ausschließlich als Innenverteidiger aufgeboten.[1][18]

Sowohl bei Real Madrid als auch in der Nationalelf interpretierte Ramos die Position des rechten Verteidigers sehr offensiv, wurde aber bevorzugt in der Innenverteidigung eingesetzt. Er wird in der Abwehr aufgrund seiner Zweikampfstärke und seines Stellungsspiels geschätzt. Das liegt vor allem an seinem Timing. Aufgrund seiner Kopfballstärke ist er bei Standardsituationen immer in der Nähe des gegnerischen Strafraums zu finden und ein torgefährlicher Abnehmer von hohen Flanken. Darüber hinaus ist er ein sicherer Elfmeterschütze. Für Real Madrid erzielte er insgesamt über 100 Pflichtspieltore.

Ramos genießt in Madrid Heldenstatus, so erzielte er in der Nachspielzeit des Champions-League-Endspiels 2014 gegen den Stadtrivalen Atlético Madrid den Ausgleichstreffer zum 1:1 und führte seine Mannschaft so in die letztlich erfolgreiche Verlängerung. Zwei Jahre darauf traf er im Finale 2016 erneut gegen Atlético Madrid zur Führung und verhinderte mit einem Foul ohne jede Chance auf den Ball in der Nachspielzeit bei einem Konter von Atletico eine 3:1-Überzahlsituation, was vom Schiedsrichter nur mit einer Gelben Karte geahndet wurde.[19] Darüber hinaus gilt er als Führungsfigur und Motivator, der während der Spiele die Nähe zum Publikum sucht.

Allerdings ist Ramos auch für seine harte Spielweise bekannt. Er hält bei Real Madrid den Vereinsrekord für die meisten gelben Karten (235) und roten Karten (26) sowie den Ligarekord für die meisten roten (20) und gelben Karten in der Primera División (173) und spanischen Nationalmannschaft (24).[20] Nachdem sich Mohamed Salah vom FC Liverpool während des UEFA-Champions-League-Finales 2018 in einem Zweikampf mit Ramos an der Schulter verletzt hatte und ausgewechselt werden musste, wurde Ramos’ Zweikampfverhalten in Teilen der Medien als zu hart oder unfair kritisiert.[21] Außerdem traf Ramos im gleichen Spiel, nach einem Stoß seines Gegenspielers Virgil van Dijk,[22] den Torhüter Loris Karius mit dem Ellbogen im Gesicht,[23] wodurch dieser eine erst Tage nach dem Spiel festgestellte Gehirnerschütterung erlitt. Ärzte schlossen nicht aus, dass dadurch Karius’ Sehvermögen gestört gewesen und es so zu den zwei spielentscheidenden schweren Fehlern des Liverpooler Torhüters gekommen sein könnte.[24]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sergio Ramos (3. von links) und die spanische Nationalmannschaft beim damaligen spanischen Ministerpräsidenten Zapatero nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2010

Spanische Nationalmannschaft:

Sergio Ramos mit dem Champions-League-Pokal bei der Titelfeier nach dem Erfolg 2016

Real Madrid:

Individuelle Erfolge:

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerhalb des Fußballplatzes ist Ramos ein begeisterter Flamenco- und Stierkampffan.

Nach den Finalsiegen bei der EM 2008, WM 2010 und EM 2012 trug er zur Siegerehrung die Flagge der spanischen Region Andalusien um die Hüften und ein T-Shirt mit der Aufschrift „Siempre con nosotros“ („Immer bei uns“), mit dem er an seinen verstorbenen Mannschaftskollegen beim FC Sevilla Antonio Puerta erinnert.

Seit Ende 2012 ist er mit der acht Jahre älteren, spanischen Moderatorin Pilar Rubio liiert. Die beiden heirateten im Juni 2019 in Sevilla und haben vier Söhne (* 2014, 2015, 2018 und 2020).[26][27][28][29]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sergio Ramos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sergio Ramos: From an average right back to the best center back of the decade. In: sportskeeda.com. Absolute Sports Pvt. Ltd., 21. Dezember 2018, abgerufen am 3. Juli 2021 (englisch).
  2. Ronaldo köpft Madrid zum Pokalsieg vom 21. April 2011 auf spiegel.de
  3. Pokal bei Feierlichkeiten demoliert vom 21. April 2011 auf sport1.de.
  4. Milde Strafe für Serientäter Sergio Ramos vom 1. Dezember 2010 auf spox.com
  5. Masterful Madrid end Bayern reign. uefa.com. Abruf 14. April 2015
  6. La Undécima für Real im Elfmeterschießen. uefa.com. Abruf 29. Mai 2016
  7. Ramos verlängert seinen Vertrag bis 2020
  8. Sergio Ramos doping test: What is dexamethasone, the substance Real Madrid captain allegedly used?
  9. Official announcement. realmadrid.com. Abruf 16. Juni 2021
  10. Sergio Ramos signs with Paris Saint-Germain, en.psg.fr, 8. Juli 2021, abgerufen am 8. Juli 2021.
  11. Sergio Ramos
  12. uefa.com: Ramos bestreitet 100. Länderspiel
  13. Spanien verpasst Sieg in Norwegen - Ramos nun Rekordspieler, tz.de, abgerufen am 12. Oktober 2019
  14. sefutbol.com: „CRÓNICA | Un buen inicio en Ámsterdam antes de pedir paso en la UEFA Nations League (1-1)“
  15. DER SPIEGEL: Nations League: Ramos verschießt zwei Elfmeter gegen die Schweiz - DER SPIEGEL - Sport. Abgerufen am 15. November 2020.
  16. Ramos ist bereits der Spieler mit den drittmeisten Länderspielen in der Geschichte | Real Madrid CF. Abgerufen am 18. November 2020.
  17. Sergio Ramos joins Real Madrid for €27 million. In: thinkspain.com. Think Web Content S.L., 1. September 2006, abgerufen am 3. Juli 2021 (englisch).
  18. Sergio Ramos in Zukunft in der Innenverteidigung? In: goal.com. Mediasports Digital GmbH, 4. November 2011, abgerufen am 3. Juli 2021.
  19. Understanding the impact of tactical fouls. auf arsenalcolumn.wordpress.com
  20. [1]
  21. "Metzger" Ramos spaltet Fußballwelt. Abgerufen am 27. Mai 2018.
  22. Real Madrid's Sergio Ramos to face no action for Loris Karius clash. ESPN.com, 29. Mai 2018, abgerufen am 6. Juni 2018 (englisch).
  23. [2]
  24. Karius erlitt in CL-Finale Gehirnerschütterung. In: sport.orf.at. 5. Juni 2018, abgerufen am 5. Juni 2018.
  25. https://de.fifa.com/confederationscup/matches/round=250121/match=66212/preview.html
  26. Ramos’ Glückssträhne geht weiter – Abwehrboss zum ersten Mal Vater. realtotal.de. abgerufen am 14. April 2015
  27. Verkündung der Geburt des zweiten Sohnes auf dem Instagram-Account von Pilar Rubio. instagram.com/pilarrubio_oficial. abgerufen am 29. August 2016
  28. Zum 3. Mal Papa! Fußball-Profi Sergio Ramos überglücklich. promiflash.de abgerufen am 22. Mai 2018
  29. Sergio Ramos: Baby Nummer 4 beim Kapitän von Real Madrid da. Abgerufen am 26. Juli 2020.