Serie A

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Serie A (Begriffsklärung) aufgeführt.
Serie A
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Verband FIGC
Erstaustragung 6. Oktober 1929
Hierarchie 1. Liga
Mannschaften 20
Meister Juventus Turin
Rekordmeister Juventus Turin (31)
Rekordspieler ItalienerItaliener Paolo Maldini (647)
Rekordtorschütze ItalienerItaliener Silvio Piola (274)
Website www.legaseriea.itVorlage:InfoboxFußballwettbwerb/Wartung/Webseite
Qualifikation für Italienischer Supercup
Champions League
Europa League
Serie B (II)

Die Serie A ist die höchste Spielklasse im italienischen Profifußball. Sie gehört gemäß der UEFA-Fünfjahreswertung mit der englischen Premier League, der spanischen Primera División und der Fußball-Bundesliga zu den bedeutendsten europäischen Ligen. Der formelle Name der Serie A lautet Lega Nazionale Professionisti Serie A TIM. Ausrichter der Meisterschaft ist die Lega Nazionale Professionisti (ital. ‚Nationale Profiliga‘), eine Unterorganisation des italienischen Fußballverbandes Federazione Italiana Giuoco Calcio (FIGC). In der Regel wird der Verband jedoch schlicht Lega Calcio genannt.

Insgesamt 18 Mal und damit am häufigsten wurden Spieler der Serie A zu Europas Fußballer des Jahres gewählt, am häufigsten Spieler von Juventus Turin (achtmal) und des AC Mailand (siebenmal). Darunter vier italienische Spieler. Siebenmal stellte die Serie A den offiziellen Weltfußballer des Jahres, zuvor wurde neunmal (immer) ein Spieler der Serie A inoffizieller Weltfußballer des Jahres.

Grundsätzliches[Bearbeiten]

Seit der Saison 2004/05 besteht die Liga aus 20 Vereinen (zuvor 18). Die Vereine auf den letzten drei Plätzen, die also im Lauf der Saison die wenigsten Punkte holen konnten, steigen in die zweite Liga, die Serie B, ab. Entsprechend steigen die ersten drei Mannschaften der Serie B in die Serie A auf. Bei Punktegleichheit zwischen mehreren Mannschaften entscheidet der direkte Vergleich zwischen diesen Teams. Bis zur Saison 2005/06 fanden am Saisonende bei Punktgleichheit Entscheidungsspiele statt. Zuletzt spielten am Ende der Saison 2004/05 der FC Parma und der FC Bologna ein direktes Duell gegen den Abstieg.

Saisonbeginn ist der italienische Supercup, der Ende August ausgetragen wird. Zu Werbezwecken findet dieser gelegentlich auch im Ausland statt. Die eigentliche Meisterschaft beginnt üblicherweise Anfang September und dauert bis Ende Mai. Nach dem Ende der Hinrunde im Dezember beginnt nach kurzer Winterpause die Rückrunde traditionell am 6. Januar. Jede Mannschaft spielt während der Saison zweimal gegen jede andere Mannschaft in der Liga, jeweils einmal im heimischen Stadion und einmal auswärts, in der Spielstätte des Gegners.

Spieltag der Serie A ist traditionell Sonntagnachmittag, zwei Partien werden jedoch regelmäßig am Samstag ausgetragen. Das Spitzenspiel der Runde wird üblicherweise Sonntagabend gespielt. Teilweise finden Englische Wochen statt, in denen Spiele auch dienstags und mittwochs ausgetragen werden.

Meister ist jene Mannschaft, die am Ende der 38 Spieltage an erster Position steht, also die meisten Punkte errungen hat. Aufgrund der Platzierung der italienischen Liga in der UEFA-Fünfjahreswertung berechtigen die ersten beiden Plätze zur direkten Champions-League-Teilnahme. Der Verein auf Platz Drei steigt in die 4. (und letzte) Qualifikationsrunde zur Champions League ein. Die Plätze Vier und Fünf berechtigen ebenso wie der Gewinn der Coppa Italia zur Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League.

Meistertitel[Bearbeiten]

Der „Scudetto“

Der Meistertitel der Serie A wird umgangssprachlich oftmals 'Scudetto' (ital. „scudetto“ = ‚kleiner Schild‘), nach der Plakette in italienischen Nationalfarben benannt, die der Meister in der Folgesaison auf dem Trikot tragen darf. Formell heißt der Titel Albo d’oro nach dem zum Ende der Saison überreichten und 1960 von Ettore Calvetti entworfenen goldenen Meisterpokal.

Für jeden zehnten Meistertitel darf ein Verein einen Stern im Wappen und auf dem Trikot tragen. Zu den erfolgreichsten Vereinen der Liga gehören demnach Juventus Turin mit 31 Meisterschaften und damit drei Sternen, und die Mailänder Vereine Inter und Milan mit jeweils 18 Meisterschaften und einem Stern.[1]

Der erste italienische Meister, der CFC Genua (1899)
Verein Titel
Juventus Turin 31
AC Mailand 18
Inter Mailand 18
CFC Genua 9
FC Pro Vercelli 7
FC Bologna 7
FC Turin 7
AS Rom 3
ACF Florenz 2
SSC Neapel 2
Lazio Rom 2
AS Casale 1
US Novese 1
Cagliari Calcio 1
Hellas Verona 1
Sampdoria Genua 1

Siehe auch: Liste der italienischen Fußballmeister

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen der Einführung der Meisterschaft 1898 bis nach der Saison 1928 wurde der italienische Meister in einer Meisterrunde zwischen den Siegern der diversen Regionalverbände ausgespielt, ähnlich dem deutschen System vor 1962. Die ersten italienischen Meisterschaften halten keinem aktuellen Vergleich statt. Es waren kleine Turniere, die an einem sonnigen Nachmittag ausgespielt wurden. Die erste italienische Meisterschaft fand am 8. Mai 1898 in Turin statt. Daran nahmen vier Mannschaften teil: Der spätere Meister Genoa CFC sowie die Turiner Vereine Internazionale Torino, FC Torinese und Ginnastica Torino.

Die Meistermannschaft des A.C. Milan (1901)

Wegen des Ersten Weltkrieges pausierte die Meisterrunde von 1916 bis 1919. Schon bald wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen und nach altem Modus fortgefahren. In den Nachkriegswirren beanspruchten allerdings zwei Fußballverbände den italienischen Meistertitel für sich. Neben der FIGC formierte sich 1919 die Confederazione Calcistica Italiana (CCI), in der ebenfalls eine Meisterschaft ausgespielt wurde. Dieser Verband ging jedoch bereits 1922 wieder in der FIGC auf, so dass es mit der SG Pro Vercelli (CCI) und US Novese (FIGC) in jenem Jahr ganz offiziell zwei italienische Meister gab.

Bald nach dem Krieg nahm das Interesse am Fußball enorm zu, und langsam etablierte sich der Profifußball. Der erste dokumentierte professionelle Fußballspieler war Virginio Rosetta, der 1923 von der US Pro Vercelli zu Juventus Turin wechselte. Edoardo Agnelli brachte Kapital zum Turiner Verein, wodurch es den Turinern ermöglicht wurde, Rosetta für die damalige Rekordsumme von 50.000 Lire nach Turin zu transferieren.

Die Professionalisierung des Fußballs brachte für die damaligen Seriensieger CFC Genua und US Pro Vercelli das Ende der Erfolge. Seit 1924 konnte weder Genua noch Pro Vercelli einen nationalen Titel auf Profiebene erringen.

1927 wurde dem zweiten Turiner Verein, dem FC Turin, der bereits gewonnene Titel aufgrund einer Regelwidrigkeit wieder aberkannt.

Zu Beginn der Meisterschaft 1929 wurde der Spielmodus geändert. Seitdem wird der Meister nicht mehr unter den Regionalsiegern, sondern unter sämtlichen teilnehmenden Mannschaften ermittelt. Die Meisterschaft wurde dadurch verlängert, erstmals dauerte die Meisterschaft über den Jahreswechsel an. Weiterhin erzwang der damalige italienische Diktator Mussolini, der bekennender Fußballfan war, die Zusammenlegung der Mailänder Vereine Inter Mailand und US Milanese zu Ambrosiana Inter. Die Trennung erfolgt unmittelbar nach dessen Sturz 1943.

Wegen des Zweiten Weltkriegs musste die Austragung der Meisterschaft zwischen 1944 und 1946 erneut unterbrochen werden. Auch wenn es in dieser Zeit keine offiziellen Meister gab, wurde 1944 eine inoffizielle Meisterschaft ausgespielt, bei der die Mannschaft der AC Spezia, die mit Spielern aus der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr verstärkt war, den Titel erringen konnte. Die Serie A nahm unter diesem Namen erstmals 1946 ihren regulären Spielbetrieb auf. Dem ging die Gründung der Lega Calcio mit Sitz in Mailand einher. Diese konstituierte sich erstmals am 14. Mai 1946. Zunächst entstand nur eine gesamtitalienische Profiliga; an dieser nahmen 1947/48 21 Mannschaften teil; es ist bis heute die höchste Anzahl an Vereinen. Eine darauf folgende Reform gründete die Serie A und Serie B mit jeweils 18 Mannschaften. Seitdem trägt die Serie A diesen Namen.

Die Meistermannschaft des FC Turin (1948)

Nach dem Krieg beherrschte der AC Turin die italienische Meisterschaft. Die Mannschaft, die „Grande Torino“ genannt wurde, wird bisweilen heute noch als eine der besten bezeichnet, die jemals in der Serie A gespielt hat. Am 4. Mai 1949 verunglückte die gesamte Mannschaft des designierten Meisters, AC Turin, bis auf eine Ausnahme bei einem Flugzeugabsturz am Superga-Hügel bei Turin. Der Titel wurde den Turinern postum zugesprochen. Damit begann zugleich auch die Wende im italienischen Fußball. Seitdem dominieren, bis auf wenige Ausnahmen, die eingangs erwähnten italienischen Großclubs das nationale Fußballgeschehen. Juventus, Inter und Milan gewannen seit dem Zweiten Weltkrieg 55 Mal die nationale Meisterschaft.

Seit 1956/57 dürfen nicht-italienische Schiedsrichter Partien leiten; des Weiteren erfolgte in jenem Jahr die erste Liveübertragung eines Spiels im Fernsehen, damals allerdings vorverlegt auf einen Samstag. Aus heutiger Sicht sehr interessant ist die Kritik des damaligen Präsidenten des Italienischen Olympischen Komitees (CONI), Onesti, an der italienischen Fußball-Liga am 3. August 1958. Darin wirft der Präsident dem Verband vor, viel zu viel Geld für den Fußball auszugeben. Dabei fällt auch der Begriff „ricchi scemi“ (‚reiche Dummköpfe‘).

Unter der Führung von Aldo Stacchi wurden im Ligabetrieb ab August 1965 radikale Änderungen vorgenommen. Ab der Saison 1967/68 wurde die Serie A von 18 Vereinen auf 16 reduziert; die Wiederaufstockung auf 18 Mannschaften erfolgte 1987. Sehr viel drastischer war die zweite Maßnahme. Nach der skandalösen Niederlage des zweimaligen Weltmeisters gegen Nordkorea bei der WM 1966 durften, um die italienische Nationalmannschaft zu stärken und die italienischen Erfolge in den 1930er Jahren zu wiederholen, zwischen 1966 und 1980 keine Ausländer an der Meisterschaft teilnehmen. Zwei Jahre nach Aufhebung der Sperre wurde Italien 1982 Fußball-Weltmeister. Einige Vereine hielt das aber nicht ab, dennoch Ausländer einzusetzen, indem sie diese einbürgerten. Seit Mai 1980 dürfen wieder Ausländer an der nationalen Meisterschaft teilnehmen.

1973 forderte der Fußballverband mehr Geld vom Nationalen Olympischen Komitee. Die 500-600 Milliarden Lire, die der Verband aus Geldern des Totocalcio (Fußballtippspiel) erhielt, reichten nicht mehr aus, um das 50-Milliarden-Lire-Loch (25 Millionen Euro) der Vereine zu stopfen. Eine Lösung war nicht in Sicht, so war der Wettskandal acht Jahre später nur eine der Folgen der Verschuldung der Vereine und der Liga.

Zum erwähnten Skandal kam es schließlich 1980/81, als der AC Mailand und Lazio Rom wegen illegaler Wettgeschäfte zwangsabsteigen mussten. Den Mailändern gelang zwar der sofortige Wiederaufstieg aus der Serie B, jedoch stieg man ein Jahr später wieder ab, ehe man sich wieder in der Serie A festsetzen konnte. Die erwähnte Dreierdominanz war in diesen Jahren nachhaltig gebrochen, so dass wieder verstärkt andere Vereine den Meistertitel erobern konnten. So wurde 1983 die AS Rom nach über 40 Jahren wieder Meister und 1985 erstmals Hellas Verona. Weiter sorgte der SSC Neapel unter Diego Maradona ab Mitte der 1980er Jahre für Abwechslung und unterbrach die norditalienische Dominanz.

In den achtziger Jahren gewann der SSC Neapel zweimal den „Scudetto“

In den 80er Jahren folgten tiefgreifende Änderungen der Finanzierung. Da sich die finanzielle Lage der Vereine wenig verbessert hatte, folgten ab der Saison 1981/82 weitere Neuerungen. Seitdem wurde das Sponsoring (etwa die Trikotwerbung) liberalisiert und die Fernseh- und Übertragungsrechte rückten zunehmend in das Interesse der Liga. Bis dahin erfolgte die Übertragung der Spiele im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der RAI. Auch wenn die Holding-Gesellschaft Fininvest der Liga öffentlich ein Angebot machte, blieben die Rechte zunächst bei der RAI. Der Vertrag wurde aber um 5,8 Milliarden Lire (2,9 Millionen Euro) aufgestockt. Die Lage besserte sich jedoch nicht entscheidend, die Schulden der Vereine summierten sich Mitte der 80er-Jahre auf 200 Milliarden Lire (100 Millionen Euro). 1990 musste die RAI zur Verlängerung des Kontraktes bereits 162,5 Millionen Euro zahlen. Nach dieser Saison war der italienische Fußball nicht mehr im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen. Durch die Offerten des italienischen Pay-per-View-Fernsehens entspannte sich die finanzielle Lage leicht. Durch das Bosman-Urteil erfolgte 1995 ein Rückschlag. Bis heute hat sich die Lage nicht wesentlich gebessert, in den letzten Jahren wurden dem AC Parma, dem AC Florenz und dem SSC Neapel wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten die Lizenz entzogen. 2005 verabschiedete das italienische Parlament ein Gesetz, wonach die Vereine Verluste durch gesunkene Transferwerte der Spieler über Jahre hinweg von der Steuer abschreiben können.

Sportlich folgten zum Ende des Jahrtausends Meistertitel von den Römer Vereinen Lazio und AS Rom. Meister wurden in den letzten Jahren Juventus und der AC Mailand.

Im Sommer 2005 wurde der italienische Fußball erneut schwer gebeutelt. Der Fußballverband, die Lega Calcio, verweigerte mehreren Serie A- und Serie B-Vereinen die Lizenz. Dies betraf unter anderem den FC Messina und den Serie-B-Aufsteiger AC Turin. Während der Sportgerichtshof in Rom dem mit 18 Millionen Euro verschuldeten Verein Messina die Lizenz bestätigte, folgte das Sportgericht der Entscheidung der Lega Calcio und verweigerte den Aufstieg vom AC Turin. Der mit 30 Millionen Euro verschuldete Verein konnte allerdings durch Neuinvestitionen von Sponsoren zumindest die Zweitligalizenz retten.

Anderer Natur war die drakonische Bestrafung des ersten italienischen Meisters, des CFC Genua. Sowohl die Liga als auch das Sportgericht sahen es als erwiesen an, dass sich Genua mit zumindest einem manipulierten Spiel den Aufstieg erkauft hatte. Genuas Präsident Enrico Preziosi hatte den 3:2-Sieg seiner Mannschaft beim damals bereits feststehenden Absteiger AC Venedig mit einer Barübergabe von 250.000 Euro erkauft. Die Lega Calcio versetzte Genua daraufhin auf den letzten Platz in der Serie B, was faktisch den Abstieg in die Serie C1 bedeutete. Des Weiteren wurde Genua mit einem Punkteabzug von drei Punkten für die nächste Saison bestraft. Die Präsidenten der beiden Vereine durften für fünf Jahre keine Ämter in ihren Vereinen wahrnehmen.

Von dieser Entscheidung profitierten die Serie-B-Vereine Ascoli Calcio und FBC Treviso, die als nachrückende Mannschaften in die Serie A aufsteigen durften.

Nur ein Jahr später wurde der größte Fußballskandal in der Geschichte Italiens aufgedeckt. Dabei wurden systematische Schiedsrichter-Absprachen, insbesondere in den Spielzeiten 2004/05 und 2005/06, aufgedeckt, in die neun Vereine und mehrere Kommissionäre und Schiedsrichter verwickelt waren. Maßgeblicher Drahtzieher war dabei der damalige Juventus-Manager Luciano Moggi, der als Koordinator der Affäre gilt. Weiters betraf der Skandal die Serie-A-Vereine AC Mailand, AC Florenz, Lazio Rom und Reggina Calcio sowie den Serie-B-Verein AC Arezzo. Neben drastischen Punkteabzügen für die Vereine führte dies unter anderem zur Aberkennung zweier Meistertitel von Juventus und dem Zwangsabstieg des Vereins, sowie zu Sperren von Managern und Funktionären, vor allem Luciano Moggi, Antonio Giraudo und dem Schiedsrichter Massimo De Santis.

Auch die Saison 2006/07 wurde von Skandalen erschüttert; einzelne Vereine hatten mit schweren Fanausschreitungen zu kämpfen. Tiefpunkt war das Spiel Catania Calcio gegen US Palermo, als bei schweren Ausschreitungen mit mehr als hundert Verletzten auch ein eingesetzter Polizist verstarb, getroffen von einem Waschbecken, das zuvor von den Randalierern aus einer Stadiontoilette gerissen wurde. Als Reaktion darauf sagte der italienische Verband nicht nur den Spielbetrieb der Serie A, sondern aller Ligen im Land für den folgenden Spieltag ab. Auch das Freundschaftsspiel der Fußballnationalmannschaft Italiens gegen Rumänien am 7. Februar 2007 wurde abgesagt.[2]

Vereine[Bearbeiten]

Die italienische Serie A weist von jeher ein starkes Nord-Süd-Gefälle auf. Der wirtschaftlich stärkere Norden Italiens ist auch im Fußball dominant. Dies zeigt sich noch entschiedener in den Erfolgen. Bis auf wenige Ausnahmen (1956 und 1969 AC Fiorentina, 1970 US Cagliari, 1987 und 1990 SSC Neapel, 1974 und 2000 Lazio Rom, 1983 und 2001 AS Rom) gingen seit 1945 sämtliche Meistertitel nach Norditalien, vor allem in die Industriestädte Turin und Mailand.

In den letzten Jahren gab es jedoch leichte Verschiebungen. Waren noch vor zehn Jahren lediglich drei Vereine aus dem Süden in der höchsten italienischen Liga, sind es heute immerhin fünf. Bis zum Zwangsabstieg des SSC Neapel war dieser der Vertreter des Südens im „Kampf“ gegen die Industriestädte des Nordens. In der Saison 2006/07 konnte vor allem der US Palermo überzeugen. In der darauffolgenden Saison kehrte Napoli allerdings wieder in die Serie A zurück und platzierte sich auf dem achten Schlussrang.

Am häufigsten vertreten in der Saison 2013/14 sind die Regionen Lombardei und Emilia-Romagna, in denen je drei Vereine spielen (Atalanta Bergamo, AC Mailand und Inter Mailand, sowie FC Bologna, US Sassuolo Calcio und FC Parma). Traditionsreiche Stadtduelle werden gegenwärtig in Mailand, Rom und Turin ausgetragen, wo die Derbys AC Mailand–Inter Mailand, AS Rom–Lazio Rom sowie Juventus Turin–FC Turin die jeweiligen Saisonhöhepunkte sind. Jüngeren Datums und überregional weniger bedeutend sind die Derbys in Genua (Sampdoria Genua–CFC Genua) und Verona (Hellas-Chievo). Die restlichen Vereine verteilen sich recht gleichmäßig auf ganz Italien, ohne markante Konzentration auf eine bestimmte Gegend.

Einige meist süditalienische Regionen wie Apulien, Kalabrien, die Marken und die Abruzzen sind jedoch, gelegentlich über Jahrzehnte, ohne Verein in der Serie A. Die Regionen Basilikata und Molise und die autonomen Regionen Trentino-Südtirol und Aostatal stellten noch nie einen Vertreter in der höchsten Spielklasse.[3]

Teilnehmende Vereine in der Saison 2015/16[Bearbeiten]

Die folgenden 20 Mannschaften treten in der Saison 2015/16 in der Serie A gegeneinander an.

Standorte der teilnehmenden Vereine in der Saison 2015/16
Mannschaft
Platzierung 2014/15 Erste Saison in der Serie A Durchgehend in der Serie A seit
Atalanta BC.svg Atalanta Bergamo 17. 1928/29 2011/12
FC Bologna.svg FC Bologna 4. der Serie B1 1910/11 2008/09
Carpi FC.png FC Carpi Meister der Serie B 2015/16 2015/16
Logo FC Empoli.svg FC Empoli 15. 1986/87 2014/15
AC Florenz.svg AC Florenz 4. 1931/32 2004/05
Frosinone Calcio.svg Frosinone Calcio Vizemeister der Serie B 2015/16 2015/16
Genoa CFC.svg CFC Genua 6. 1897/98 2007/08
Sampdoria Genua.svg Sampdoria Genua 7. 1946/47 2012/13
AC Mailand Logo.svg AC Mailand 10. 1899/00 1983/84
Inter Mailand.svg Inter Mailand 8. 1908/09 1908/09
S.S.C. Napoli logo.svg SSC Neapel 5. 1926/27 2007/08
US Palermo.svg US Palermo 11. 1932/33 2014/15
AS Roma logo (2013).svg AS Rom Vizemeister 1927/28 1952/53
Lazio Rom.svg Lazio Rom 3. 1913/14 1988/89
US Sassuolo Calcio.svg US Sassuolo Calcio 12. 2013/14 2013/14
Torino FC Logo.svg FC Turin 9. 1929/30 2012/13
Juventus Turin.svg Juventus Turin Meister 1899/00 2007/08
Udinese calcio.png Udinese Calcio 16. 1913/14 1995/96
AC Chievo Verona.svg Chievo Verona 14. 2001/02 2008/09
Hellas Verona 1903 FC.svg Hellas Verona 13. 1957/58 2013/14

1 Als Sieger der Play-Offs aufgestiegen.

„Ewige“ Tabelle der Serie A[Bearbeiten]

Hauptartikel: Ewige Tabelle der Serie A

Die „ewige“ Tabelle der Serie A umfasst alle Meisterschaftsergebnisse seit der Gründung der italienischen Serie A im Spieljahr 1929/30. Bislang wurden 83 Spieljahre durchgeführt, an denen 62 verschiedene Vereine teilgenommen haben.

Die Wertung wird von Rekordmeister Juventus Turin (5.168 Punkte) angeführt, das überdies mit 1,89 Punkten pro Spiel den besten Durchschnitt aufweist. Dahinter folgen die beiden Mailänder Klubs Inter Mailand (4.879 Punkte / 1,76 Punkte je Spiel) und AC Mailand (4.729 / 1,74).

Zuschauer[Bearbeiten]

Zuschauerschnitt der Serie A
Saison Ligaschnitt Stadion mit höchstem Schnitt Ø
2001/02 26.430 Stadio Giuseppe Meazza (Inter Mailand) 63.364
2002/03 25.592 Stadio Giuseppe Meazza (Inter Mailand) 61.943
2003/04 25.675 Stadio Giuseppe Meazza (AC Mailand) 63.245
2004/05 26.098 Stadio Giuseppe Meazza (AC Mailand) 63.595
2005/06 22.476 Stadio Giuseppe Meazza (AC Mailand) 59.993
2006/07 18.473 Stadio Giuseppe Meazza (Inter Mailand) 48.284
2007/08 23.340 Stadio Giuseppe Meazza (AC Mailand) 56.906
2008/09 25.304 Stadio Giuseppe Meazza (AC Mailand) 59.731
2009/10 25.282 Stadio Giuseppe Meazza (Inter Mailand) 56.195
2010/11 24.901 Stadio Giuseppe Meazza (Inter Mailand) 59.697
2011/12 22.493 Stadio Giuseppe Meazza (AC Mailand) 49.359
2012/13 23.300 Stadio Giuseppe Meazza (Inter Mailand) 46.654
2013/14 23.385 Stadio Giuseppe Meazza (Inter Mailand) 46.246
2014/15 22.213 Stadio Olimpico di Roma (AS Rom) 40.118
Quelle: weltfussball.de

Die Serie A kämpft seit Jahren mit sinkendem Zuschauerinteresse, was unter anderem auf die veralteten Stadien und die stetig steigenden Ticketpreise zurückzuführen ist. Im Durchschnitt kostet ein Ticket heute mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren. In der Saison 2014/15 sahen insgesamt 8,44 Millionen Zuschauer die 380 Spiele, was einen Schnitt von 22.213 Besuchern pro Spiel macht. Die nebenstehende Tabelle zeigt den Ligaschnitt der letzten Jahre und demonstriert die rückläufige Besucherentwicklung. In der Saison 2007/08 stiegen die Zuschauerzahlen wieder, nachdem im Vorjahr aufgrund des Fußballskandals die Besucherzahlen drastisch zurückgingen.

Den größten Schnitt weisen seit Jahren die beiden Mailänder Großclubs auf. Juventus Turin konnte vor dem Zwangsabstieg nur wenige Besucher in ihr Stadion locken, in der Saison 2005/06 lag der Schnitt bei 30.604 pro Heimspiel. Dies änderte sich mit der Eröffnung des Juventus Stadiums in der Saison 2010/11. Dieses hat mit 41.000 Plätzen zwar etwa 28.000 weniger als das abgerissene Stadio delle Alpi, ist allerdings immer sehr gut ausgelastet, wie der Schnitt von 38.553 Besuchern in der letzten Saison zeigt. In den 90er Jahren sorgte noch der SSC Neapel vor dem Abstieg für Rekorde und verzeichnete 2006/07 in der Serie B die italienweit vierthöchste Besucherauslastung.

Weitere Faktoren, die Besucher abschrecken, ist die zunehmende Gewalt in den Stadien. Besonders die römischen Vereine haben ernsthafte Probleme mit randalierenden Hooligans. Inzwischen wird dem auch seitens der Liga entgegengewirkt, indem man rigoros gegen Ausschreitungen vorgeht, Stadionverbote erteilt und Vereine bei Nichteinhaltung der Richtlinien bestraft.

Rekorde[Bearbeiten]

Die erfolgreichsten Spieler in der Serie A sind Giovanni Ferrari und Giuseppe Furino mit jeweils acht italienischen Meisterschaften.[4] Furino gewann alle acht Scudetti mit dem Rekordmeister Juventus Turin und ist der einzige Spieler, dem dies gelang. Auch Ciro Ferrara gewann acht Meistertitel, doch der Scudetto der Saison 2004/05 wurde Juventus Turin wieder aberkannt. Roberto Bettega, Alessandro Costacurta, Paolo Maldini und Gaetano Scirea gewannen jeweils sieben Meisterschaften.

Erfolgreichster Trainer ist Giovanni Trapattoni, der mit Juventus Turin (6) und Inter Mailand (1) insgesamt sieben Meisterschaften gewann, gefolgt von Fabio Capello und Marcello Lippi mit jeweils fünf Titeln.[5] Carlo Carcano hält mit vier Meisterschaften von 1931 bis 1934 den Rekord für die meisten gewonnen Scudetti eines Trainers in Folge.

Der erfolgreichste Torschütze ist Silvio Piola, der 274 Tore in 537 Spielen der Serie A erzielte. Gunnar Nordahl wurde als einziger Spieler fünf Mal Torschützenkönig. Giuseppe Meazza, Aldo Boffi, Luigi Riva, Paolino Pulici, Roberto Pruzzo, Michel Platini und Giuseppe Signori wurden je drei Mal Capocannoniere der Serie A.[6]

Rekord-Spieler der Serie A[7]
Spielera Zeitraum Vereinb Spiele
01 Paolo Maldini 1984–2009 AC Mailand 647
02 Javier Zanetti 1995–2014 Inter Mailand 618
03 Gianluca Pagliuca 1987–2007 FC Bologna 592
04 Francesco Totti 1993–0000 AS Rom 588
05 Dino Zoff 1961–1983 Juventus Turin 570
06 Pietro Vierchowod 1980–2000 Sampdoria Genua 562
07 Roberto Mancini 1981–2000 Sampdoria Genua 541
08 Silvio Piola 1929–1954 Lazio Rom 537
09 Enrico Albertosi 1958–1980 AC Florenz 532
10 Gianni Rivera 1959–1979 AC Mailand 527
0 Alessandro Del Piero 1991–2012 Juventus Turin 527

Rekord-Torjäger der Serie A[8]
Spieler Zeitraum Vereinc Tore
01 Silvio Piola 1929–1954 Lazio Rom 274 (Ø 0,51)
02 Francesco Totti 1993–0000 AS Rom 243 (Ø 0,41)
03 Gunnar Nordahl 1948–1958 AC Mailand 225 (Ø 0,77)
04 Giuseppe Meazza 1929–1947 Inter Mailand 216 (Ø 0,59)
José Altafini 1958–1976 AC Mailand 216 (Ø 0,47)
06 Antonio Di Natale 2002–0000 Udinese Calcio 207 (Ø 0,49)
07 Roberto Baggio 1985–2004 Juventus Turin 205 (Ø 0,45)
08 Kurt Hamrin 1956–1971 AC Florenz 190 (Ø 0,48)
09 Alessandro Del Piero 1993–2012 Juventus Turin 188 (Ø 0,39)
Giuseppe Signori 1991–2004 Lazio Rom 188 (Ø 0,55)
11 Gabriel Batistuta 1991–2003 AC Florenz 184 (Ø 0,58)
Paolo Maldini
Francesco Totti
a Fett gedruckte Spieler sind noch aktiv.
b Angegeben ist der Verein, für den der Spieler die meisten Einsätze absolviert hat.
c Angegeben ist der Verein, für den der Spieler die meisten Tore erzielt hat.

Stand: Saisonende 2014/15

Funktionäre[Bearbeiten]

Seit August 2009 ist Maurizio Beretta Präsident der Lega Calcio und damit Vorsitzender der Serie A und B.[9]

Dem untergeordnet ist ein Rat von Funktionären, jeweils einer für die Serie A und Serie B. Dieser trifft Entscheidungen, die Vorgaben zur Finanzierung, Leitung und Organisation der zuständigen Liga betreffend. Es handelt sich bei diesen Verantwortlichen jeweils um Geschäftsführer oder Präsidenten von Vereinen in der Serie A oder B.

Sportgerichtliche Entscheidungen und sonstige Disziplinarstrafen wie Stadionverbote und Geldstrafen trifft der Disziplinärausschuss der Lega Calcio. Disziplinarstrafen für Spieler trifft das Sportgericht der Lega Calcio mit Hilfe eines Vertreters der AIA (Associazione italiana arbitra; dt. ‚Italienischer Schiedsrichterverband‘).

Funktionäre[10]
Funktion Name
Präsident Maurizio Beretta
Vize-Präsident Adriano Galliani
CEO Marco Brunelli
Ligakonzil Andrea Agnelli
Aurelio De Laurentiis
Urbano Cairo
Angelomario Moratti
Luca Campedelli
Mario Cognigni
Antonio Percassi
Maurizio Zamparini
Präsidentenhistorie[11]
Amtszeit Name
1946–1950 Piero Pedroni
1951–1957 Graf Saverio Giulin
1958–1964 Giorgio Perlasca
1965–1973 Aldo Stacchi
1973–1979 Franco Carraro
1980–1981 Renzo Righetti
1982–1987 Antonio Matarrese
1988–1996 Luciano Nizzola
1997–2001 Franco Carraro
2002–2006 Adriano Galliani
2006–2009 Antonio Matarrese
2009–0000 Maurizio Beretta

UEFA-Fünfjahreswertung[Bearbeiten]

Platzierung in der UEFA-Fünfjahreswertung (in Klammern die Vorjahresplatzierung). Die Kürzel CL und EL hinter den Länderkoeffizienten geben die Anzahl der Vertreter in der Saison 2015/16 der Champions League bzw. der Europa League an.

Stand: Ende der Europapokalsaison 2014/15[12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. legaseriea.it – Serie A – Albo d’oro
  2. uefa.com – Anti-Hooligan-Gesetze in Italien
  3. rsssf.com – Italy – Regional Analysis
  4. rsssf.com – Italy – Players With Four or More Championships
  5. rsssf.com – Italy – Coaches of Championship Teams
  6. rsssf.com – Italy – Serie A Top Scorers
  7. rsssf.com – Italy – All-Time Most Matches Played in Serie A
  8. rsssf.com – Italy – All-Time Topscorers
  9. gazzetta.it – Beretta presidente di Lega – Vice: Galliani per la A
  10. legaseriea.it – Organigramma
  11. legaseriea.it – Storia della lega
  12. Bert Kassies: Aktuelle UEFA-Fünfjahreswertung 2014. Abgerufen am 30. August 2015 (englisch).