Servier

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Servier
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Rechtsform S.A.S
Gründung 1954
Sitz Suresnes FrankreichFrankreich Frankreich
Leitung Olivier Laureau (CEO)
Mitarbeiter 21.400[1]
Umsatz 4 Mrd. Euro (2014)[1]
Branche Pharmazie
Website www.servier.de
www.servier.com

Les Laboratoires Servier ist ein französisches, privates Pharmazieunternehmen, das 1954 von dem Arzt und Apotheker Jacques Servier gegründet wurde. Servier beschäftigt weltweit in 140 Ländern etwa 20.000 Mitarbeiter, wovon 3.000 in Forschung und Entwicklung beschäftigt sind. Seit 2002 ist die Firma Servier eine Forschungsstiftung. Die deutsche Tochtergesellschaft existiert seit 1996.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1954 wurde Servier von dem Arzt und Apotheker Jacques Servier als Forschungslabor mit neun Personen gegründet. Seitdem hat Servier über 40 Medikamente in eigener Forschung entwickelt und beschäftigt heute über 21.000 Mitarbeiter in 146 Ländern, seit 1996 mit einer Niederlassung in München auch in Deutschland.[2][1]

Die Europäische Kommission gab am 8. Juli 2009 bekannt, dass ein formales Kartellverfahren gegen Servier und mehrere Hersteller generischer Arzneimittel wegen wettbewerbsbeschränkender Verhaltensweisen, sowie missbräuchlicher Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung eingeleitet wurde.[3]

Wegen der Blockade günstiger Alternativen zu einem Medikament hat die EU-Kommission 2014 eine Strafe von insgesamt 427,7 Millionen Euro gegen sechs Unternehmen ausgesprochen. Der französische Pharmakonzern Servier und fünf weitere Firmen hätten den Preis für das blutdrucksenkende Medikament Perindopril künstlich hoch gehalten. Die Wettbewerbshüter werfen Servier vor, strategisch Patente für Nachahmer-Medikamente, sogenannte Generika, aufgekauft zu haben. Dadurch sei die Einführung günstigerer Medikamente verhindert worden.[4]

Zurückgezogene Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Vergangenheit wurde mit dem Antidepressivum Amineptin ein Medikament - außerhalb Deutschlands - auf den Markt gebracht, das wegen seiner suchtfördernden Wirkung stark umstritten war und schließlich wieder vom Markt genommen wurde. Amineptin ist in Deutschland ein verkehrsfähiges, aber nicht verschreibungsfähiges Betäubungsmittel und in Deutschland nie auf dem Markt gewesen.[5]

Der von Servier unter den Markennamen Mediaxal und Mediator - außerhalb Deutschlands - vertriebene Appetitzügler Benfluorex löste - wie viele als Abmagerungsmittel verwendete Stimulanzien - Herzklappenschäden aus und wird offiziell für Hunderte Todesfälle in Frankreich verantwortlich gemacht.[6] Das 1975 eingeführte Medikament wurde erst 2009 nach einer Negativbewertung durch den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur vom Markt genommen und im Juni 2010 durch die Europäische Kommission verboten.[7] Benfluorex ist in Deutschland nie auf dem Markt gewesen.[8]

Servier Forschungspreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz-Loogen-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem nach Franz Loogen benannten Preis werden jährlich Wissenschaftler ausgezeichnet, die früh eine neue Entwicklung im Bereich der Kardiologie gesehen, begründet und/oder verfolgt und so ein neues Wissensgebiet eröffnet haben.[9]

Rudi Busse-Young-Investigator-Award[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem nach Rudi Busse benannten Preis werden experimentell tätige junge Wissenschaftler bis 35 Jahre ausgezeichnet.[9]

Hermann-Rein-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nach Hermann Rein benannte Preis wird an Wissenschaftler für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen oder klinischen Forschung in Mikrozirkulation und vaskulärer Biologie verliehen.[9]

Hans-Heimann-Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 wurde erstmals, anlässlich des DGPPN-Kongresses in Berlin, dieser nach Hans Heimann benannte Preis verliehen. Ausgezeichnet werden drei Tandems von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie ihre Betreuerinnen und Betreuer.[9]

Galenus von Pergamon-Preis (Prix Galien)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In 2009 erhielt Procoralan® den Galenus von Pergamon-Preis (Prix Galien) in der Kategorie Primary Care.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c „Key Figures“. WebSite Servier (engl.)
  2. „Über Servier“ - Unternehmen, WebSite Servier Deutschland
  3. europa.eu: Kartellrecht: Kommission leitet Prüfverfahren gegen Les Laboratoires Servier und mehrere Hersteller generischer Arzneimittel ein (8. Juli 2009)
  4. tagesschau.de (Memento vom 11. Juli 2014 im Internet Archive)
  5. Betäubungsmittelgesetz (BGBl. I 2001, 1187–1189), Anlage II; Stand 14. November 2011.
  6. Diabetes-Medikament für 500 Todesfälle in Frankreich verantwortlich. Dt. Ärzteblatt online, 16. November 2010 (Zugriff am 18. Januar 2011)
  7. Europäische Arzneimittelagentur: Benfluorex. (Zugriff am 18. Januar 2011)
  8. Ermittlungen gegen Jacques Servier Ärztezeitung online, 22. September 2011 (Zugriff am 14. November 2011)
  9. a b c d Wissenschaftspreise, WebSite Servier Deutschland
  10. Galenus von Pergamon-Preis In: Ärzte Zeitung. 19. Oktober 2009.

Koordinaten: 48° 52′ 25″ N, 2° 13′ 36,5″ O