ServusTV

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ServusTV
Senderlogo
Logo des österreichischen TV Senders "ServusTV"
Allgemeine Informationen
Empfang: Antenne, Kabel, Satellit, digital (Kabel auch analog), Livestream
Sitz: Salzburg
Sprachen: Deutsch
Eigentümer: Red Bull Media House GmbH
Auflösung: 576i (SDTV)
1080i (HDTV) (ServusTV HD)
Geschäftsführer: Dietrich Mateschitz, Christopher Reindl, Andreas Gall[1]
Intendant: Ferdinand Wegscheider
Sendebeginn: 1995 (als Salzburg TV)
1. Oktober 2009 (als ServusTV)
1. Jänner 2011 (in Deutschland)[2]
Rechtsform: Privatrechtlich
Programmtyp: Vollprogramm[3][2]
Marktanteil: 2 % (2017, Österreich)
0,2 % (2017, Deutschland) ()
Website: servustv.com
Liste von Fernsehsendern

ServusTV ist ein österreichischer Privatfernsehsender mit Sitz in Wals-Siezenheim im Bundesland Salzburg. Zusammen mit der Zeitschrift Servus in Stadt und Land befindet er sich im Besitz der Red Bull Media House GmbH, einer Tochterfirma der Red Bull GmbH. Der Sender ging 2009 aus dem 1995 gegründeten Vorgängersender SalzburgTV hervor.

Der Sendebetrieb von ServusTV startete am 1. Oktober 2009. Der Sender wird in Österreich digital-terrestrisch mittels DVB-T2 ausgestrahlt. Darüber hinaus ist der Sender europaweit unverschlüsselt via Astra-Satellit,[4] das österreichische Digital-TV-Angebot A1 Kabel TV sowie in mehreren deutschen digitalen Kabelnetzen zu empfangen. Parallel wird das Programm auch in High-Definition auf ServusTV HD ausgestrahlt. Auf der Website des Senders ist das Programm außerdem als Livestream in zwei Datenraten verfügbar.

Ende Juli 2016 wurde bekannt, dass ServusTV Ende 2016 den Sendebetrieb in Deutschland und der Schweiz einstellen wird.[5] Am 18. Oktober 2016 teilte man hingegen mit, dass Servus TV auch 2017 in Deutschland empfangbar bliebe.[6] Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz wird der Sender weiterhin verbreitet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von Salzburg TV

ServusTV ging aus dem Sender SalzburgTV hervor, an dem Red Bull am 1. Jänner 2007 einen 95-Prozent-Anteil erwarb. 2008 verließen die beiden Gründer von SalzburgTV den Sender, die genannten Gründe waren starke Differenzen bzgl. der Zukunft des Senders. Ihre Anteile wurden ebenfalls von Red Bull erworben.

Nachdem der Relaunch mehrmals verschoben wurde, wurde der Sender mit dem 1. Oktober 2009, 17.25 Uhr, in ServusTV umbenannt und zu einem 24-Stunden-Spartenprogramm mit Magazinen und Brauchtumssendungen, Berichten über Events, Kino, Sport, Reisen und Kulinarisches ausgebaut, der Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung bietet.[7] Gleichzeitig wurde die Variante in HD-Auflösung aufgeschaltet.

Anfang 2010 wurden 3D-Testsendungen im ColorCode-3D-Verfahren eingeführt, für die man eine Anaglyphenbrille benötigt.[8] Es gab jedoch keine festen Zeiten für 3D-Sendungen, da ServusTV diese Programme zunächst testweise im Rahmen des Red-Bull-TV-Fensters ausstrahlte. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Sendung Vogelfrei (Dienstag bis Freitag) Rundflüge über den Alpen-Donau-Adria-Raum in 3D gesendet.[9] Trotz des umfangreichen Angebots in den verschiedenen Sparten war das Programm in Österreich lange Zeit nur als Spartenprogramm lizenziert. Erst im April 2013 erkannte die lizenzierende KommAustria das Angebot als Vollprogramm an.[3] In Deutschland galt es zunächst weiterhin als Spartenprogramm mit dem Schwerpunkt Unterhaltung, erst im Jahr 2015 wurde es als Vollprogramm anerkannt.[2] Für den Programmveranstalter ist die österreichische Lizenz maßgeblich, lediglich für die Verbreitung in den deutschen Kabelnetzen zusätzlich die deutsche Lizenz.

In Deutschland wird ServusTV seit dem 1. September 2010 auch über Telekom Entertain übertragen.[10] Zudem gibt es seit 20. Dezember 2010 einen zusätzlichen Feed, um nach Aussage des Senders Schaltungen deutscher Werbekunden im Kabel und über Satellit separat berücksichtigen zu können. Das Programm selbst wird (mit Ausnahme der DEL- bzw. EBEL-Übertragungen im Rahmen der Servus Hockey Night) nicht auseinandergeschaltet.[11] Von Dezember 2011 bis Jänner 2014 wurde ServusTV in Berlin auch über DVB-T übertragen.[12][13]

Am 3. Mai 2016 gab Red Bull Media House bekannt, den Senderbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen.[14] Mehrere Medien vermuteten allerdings eine Initiative zur Gründung eines Betriebsrates als Ausschlaggeber.[15][16] Dietrich Mateschitz gab dazu später an, dass die bevorstehende Gründung eines Betriebsrats für die Unabhängigkeit des Senders „nicht gerade dienlich sei“. Weiter kommentiert er, dass der Betriebsrat „anonym, unterstützt von Gewerkschaft und Arbeiterkammer“ zustande gekommen wäre. Die „Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Unbeeinflussbarkeit insbesondere durch politische Parteien, egal welcher Richtung, war von Anfang an ein tragender Pfeiler von Servus TV[17] Nachdem sich die Mitarbeiter am selben Tag mehrheitlich gegen einen Betriebsrat ausgesprochen hatten, gab Mateschitz einen Tag später bekannt, dass er seine Entscheidung, den Sender einstellen zu wollen, wieder zurückgenommen habe.[18]

Am 31. Juli 2016 bestätigte Red Bull Media House, den Sendebetrieb in Deutschland und der Schweiz zum Jahresende einzustellen und die Sendelizenzen in den entsprechenden Ländern zurückzugeben.[19] In diesem Zusammenhang berichtet der Kurier von einem jährlichen geschätzten Fehlbetrag in Höhe von 40 bis 50 Mio. Euro. Mateschitz wurde dort zitiert, man tätige „jetzt die richtigen Investitionen, um auch auf lange Sicht nachhaltig erfolgreich zu sein.“ Da die österreichische Version des Programms bereits vor einigen Monaten aus rechtlichen Gründen verschlüsselt wurde und die für die Entschlüsselung erforderliche ORF-Smartcard nur in Österreich erhältlich ist, wird ein Empfang von Servus TV außerhalb Österreichs nicht mehr möglich sein. Wie viele Stellen durch diese Einstellung wegfallen, ist noch nicht bekannt, primär betroffen davon ist jedoch das Servus TV-Regionalbüro in München.[20]

Am 18. Oktober 2016 gab man bekannt, den Sendebetrieb in Deutschland und auch in der Schweiz 2017 doch fortführen zu wollen.[21] „Die sehr positive Resonanz von TV-Zuschauern, […] hat uns motiviert, […] den Sendebetrieb von ServusTV im klassischen TV-Bereich fortzusetzen, weiter auch auf diesem Weg erreichbar zu bleiben und das Vermarktungspotential abzurunden“, hieß es dabei in der Erklärung eines Sender-Sprechers.[6]

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kathrin Prähauser und Hans Martin Paar für die Servus Nachrichten

Das Programm von ServusTV wird in sechs Programmsäulen gegliedert. Die erste Säule besteht aus Nachrichten und Magazinen, dazu werden unter anderem das Servus Nachrichten, Servus am Abend und Talk im Hangar-7 gezählt. Bei Dokumentationen und Portraits wird beispielsweise Terra Mater oder Heimatleuchten ausgestrahlt. Zudem gibt es das Volkskultur-Magazin Hoagascht. Zu Unterhaltung zählt man Quizmaster im Vorabendprogramm oder Homo Austriacus im Hauptabendprogramm.[22] Beim Kulturprogramm von ServusTV sieht man Sendungen wie kulTOUR mit Holender oder literaTOUR mit Alfred Komarek. Die Servus Hockey Night und Sport und Talk aus dem Hangar-7 sowie die MotoGP werden im Programmangebot Sport gezeigt. Inhalte aus der Welt von Red Bull zeigt das Red Bull TV Fenster.

ServusTV ist seit 2010 TV-Partner der Österreichischen Eishockey-Liga. Dazu waren sie von 2013 bis 2016 TV-Partner der Deutschen Eishockey Liga (DEL).[23] Von beider Ligen wurde jeweils ein Spiel pro Woche wurde im Rahmen der Servus Hockey Night gezeigt. In den Play-Offs wurden vermehrt Spiele, zum Teil in Konferenzschaltung übertragen.

2017 produzierte ServusTV mit Trakehnerblut nach Eine Couch für alle seine erste fiktionale Serie. Die Hauptrolle der Alexandra Winkler als Erbin eines Trakehner-Gestüts verkörpert darin Julia Franz Richter, Winklers drei Halbgeschwister werden von Patricia Aulitzky, Laurence Rupp und Christoph Luser dargestellt.[24]

Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HD-Logo

ServusTV kann in Österreich und Deutschland empfangen werden.

  • DVB-T2 (Österreich)
  • DVB-C (Deutschland, Österreich, Schweiz)
  • DVB-S2 (ganz Europa)
  • Internet (freier Zugang weltweit, IPTV jedoch nur bei einzelnen Betreibern)

Die Ausstrahlung von ServusTV Deutschland über Satellit erfolgt unverschlüsselt. Seit dem 1. März 2016 wird Servus TV in Österreich nur verschlüsselt ausgestrahlt. Grund hierfür ist der Erwerb der Moto GP Rechte, die nur für Österreich erworben wurden. Der Empfang ist über die ORF-Smartcard bzw. Sky Austria ohne Zusatzkosten möglich. Servus TV Deutschland ist von dieser Änderung nicht betroffen. Zum Empfang wird daher nur eine digitale Satellitenanlage mit entsprechendem Empfänger benötigt.[25] [26][27][28] Im Netz von Kabel Deutschland wird der Sender in der HD-Variante verschlüsselt und kann nur mit einer kostenpflichtigen Smartcard empfangen werden.[29]

Die technische Reichweite beträgt im Jahr 2017 in Österreich 96 Prozent, in Deutschland 85 Prozent und in der Schweiz 33 Prozent.[19]

DVB-T und Kabel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den urbanen Regionen Österreichs ist ServusTV über DVB-T2 empfangbar. In allen Kabelnetzen kann ServusTV in Österreich empfangen werden sowie weitgehend auch in Deutschland und in der Schweiz. ServusTV ist in Österreich über SimpliTV als eines von drei kostenlosen HD-Programmen empfangbar. Bis auf weiteres ist das Programm auch bei einigen Anbietern in der Schweiz weiter empfangbar, darunter bei UPC und Swisscom (IPTV) und Quickline.[30]

Satellit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Standardauflösung kann ServusTV europaweit über folgende Frequenz empfangen werden, die Simulcastvariante des Senders wird über DVB-S2 ausgestrahlt.

  • Satellit: Astra 1N 19,2°
  • Downlink-Frequenz 12,663 75 GHz (11,303 GHz als HD)
  • Polarisation: Horizontal
  • Symbolrate: 22000
  • Modulation: QPSK (DVB-S2/8PSK in HD)
  • Fehlerschutz: FEC 5/6 (FEC 2/3 als HD)

Eine alternative Empfangsmöglichkeit der deutschen Version in Standardauflösung bietet Kabelkiosk, insbesondere für große Teile des westlichen Asiens. Für den Empfang wird wegen der MPEG-4-Kodierung (DVB-S2) ein geeigneter Receiver benötigt.

  • Satellit: Eutelsat 9A 9° Ost
  • Downlink-Frequenz: 11785
  • Polarisation: Horizontal
  • Symbolrate: 27500
  • Modulation: DVB-S2/8PSK
  • Fehlerschutz: FEC 2/3

Internet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IPTV-Angebote gibt es in Österreich, Deutschland (bei Telekom Entertain und Vodafone TV)[31] und in der Schweiz.

Seit einer Neugestaltung im Mai 2014 ist das bestehende Internetangebot mit Apple iOS- und Android-Apps sowie unter verschiedenen Smart-TV-Plattformen (z.B. Samsung) verfügbar und wird auch in ITV-Angebote wie Telekom Entertain eingespeist. Bereits zuvor konnte das Programm auf der Homepage des Senders Online als Internetfernsehen abgerufen werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.servustv.com/de/Impressum
  2. a b c ServusTV Deutschland – Eintrag bei der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM), abgerufen am 22. Februar 2015, Eintrag als Spartenprogramm abgerufen am 7. September 2014
  3. a b Bescheid der KommAustria vom 10. April 2013
  4. Anna Gasteiger: „Red Bull startet ‚Servus TV‘.“ (Memento vom 13. Februar 2009 im Internet Archive) Kurier online vom 28. November 2008 (Archivversion)
  5. Jetzt endgültig: Servus TV stellt Sendebetrieb in Deutschland und Schweiz ein Meedia 1. August 2016
  6. a b Servus TV zieht in Deutschland doch nicht den Stecker DWDL.de 18. Oktober 2016
  7. Wilhelm Sinkovicz: “Servus TV”: Kultur, Natur und später Sport. In: diepresse.com. 1. Oktober 2009, abgerufen am 3. Mai 2016.
  8. Senderhomepage: ServusTV in 3D – Alle wichtigen Informationen & FAQs (im Webarchiv)
  9. Website des Senders: ServusTV in 3D – Alle wichtigen Informationen & FAQs (im Webarchiv)
  10. Deutsche Telekom: Senderliste des Entertain-Pakets, Stand: 1. Dezember 2011 (PDF-Datei, 422 kB)
  11. Servus TV: Vorerst kein eigenes Deutschland-Programm. In: digitalfernsehen.de. 21. Dezember 2010, abgerufen am 3. Mai 2016.
  12. Peter Dehn: DVB-T: Berliner Kanal 59 ist wieder auf Sendung. In: dehnmedia.de. 3. Dezember 2011, abgerufen am 3. Mai 2016.
  13. Servus TV verlässt DVB-T in Berlin. In: tvdigital.de. 6. Februar 2014, abgerufen am 3. Mai 2016.
  14. Mateschitz dreht den Sender “Servus TV” ab. In: www.nachrichten.at. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  15. Oliver Mark: Gewerkschaft: "Kein Kniefall" vor Mateschitz wegen Betriebsrats. In: derstandard.at. 10. Mai 2016, abgerufen am 24. April 2017.
  16. n-tv Nachrichtenfernsehen: Kein Betriebsrat - keine Probleme: Servus TV sagt doch nicht Servus. In: n-tv.de. 4. Mai 2016, abgerufen am 24. April 2017.
  17. Mitarbeiter unterschrieben gegen Betriebsratsgründung. In: derStandard.at. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  18. Red-Bull-Chef Mateschitz will Servus TV doch weiterführen. In: derStandard.at. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  19. a b ServusTV stellt Sendebetrieb in Deutschland und Schweiz ein. In: kurier.at. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  20. http://www.wuv.de/medien/servus_tv_macht_in_deutschland_schluss
  21. Servus TV sendet weiter in Deutschland und in der Schweiz. 18. Dezember 2016, abgerufen am 31. August 2017.
  22. Homo Autriacus bei Servus TV. Abgerufen am 31. August 2017.
  23. Christian Buchler: EHC-Spiele kostenlos in TV und Netz; Wolfsburger Nachrichten, 18. Juni 2012
  24. Kleine Zeitung: Servus TV produziert erste eigene Serie. Artikel vom 27. Juli 2017, abgerufen am 14. August 2017.
  25. hdtv-pro.de: „Servus TV HD Deutschland neu auf Astra 19,2° Ost“
  26. Senderhomepage: ServusTV empfangen: Alle Infos – Antworten auf Fragen zum Empfang von ServusTV
  27. FAZ: „Österreichs ‚Servus TV‘: Anders privatfernsehen“ vom 5. August 2010
  28. „DX-News – Astra 19,2° Ost: Neuer HDTV-Sender Servus TV (Österreich) europaweit Free-to-Air auf Sendung“ vom 2. Oktober 2009
  29. Preisliste Kabel Deutschland Digitalpakete
  30. Empfangsangaben für die Schweiz auf der Homepage des Anbieters
  31. ServusTV empfangen in Deutschland. ServusTV Fernsehgesellschaft m.b.H.. Abgerufen am 5. Mai 2012.