ServusTV

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
ServusTV
Senderlogo
Logo von ServusTV
Allgemeine Informationen
Empfang: Analog: Kabel
Digital: DVB-C, DVB-S, DVB-S2, DVB-T, IPTV
Eigentümer: Red Bull Media House GmbH
Auflösung: 576i (SDTV)
1080i (HDTV) (ServusTV HD)
Geschäftsführer: Dietrich Mateschitz, Christopher Reindl, Andreas Gall[1]
Intendant: Ferdinand Wegscheider
Sendebeginn: 1995 (als Salzburg TV)
1. Oktober 2009 (als ServusTV)
1. Jänner 2011 (in Deutschland)[2]
Sendeschluss: Ende 2016 in Deutschland und Schweiz
Rechtsform: Privatrechtlich
Programmtyp: Vollprogramm[3][2]
Marktanteil: 1,7 % (2015, Österreich)
0,2 % (April 2016, Deutschland) ()
Liste von Fernsehsendern

ServusTV ist ein österreichischer Privatfernsehsender mit Sitz in Wals-Siezenheim im Bundesland Salzburg. Zusammen mit der Zeitschrift Servus befindet er sich im Besitz der Red Bull Media House GmbH, einer Tochterfirma der Red Bull GmbH. Der Sender ging 2009 aus dem 1995 gegründeten Vorgängersender SalzburgTV hervor.

Der Sendebetrieb von ServusTV startete am 1. Oktober 2009. Der Sender wird in Österreich digital-terrestrisch mittels DVB-T ausgestrahlt. Darüber hinaus ist der Sender europaweit unverschlüsselt via Astra-Satellit,[4] das österreichische Digital-TV-Angebot A1 Kabel TV sowie in mehreren deutschen digitalen Kabelnetzen zu empfangen. Parallel wird das Programm auch in High-Definition auf ServusTV HD ausgestrahlt. Auf der Website des Senders ist das Programm außerdem als Livestream in zwei Datenraten verfügbar.

Seit Anfang 2010 gibt es 3D-Testsendungen im ColorCode-3D-Verfahren, für die man eine Anaglyphenbrille benötigt.[5] Derzeit gibt es noch keine festen Zeiten für 3D-Sendungen, da ServusTV diese Programme zunächst testweise im Rahmen des Red-Bull-TV-Fensters ausstrahlt. Darüber hinaus werden im Rahmen der Sendung Vogelfrei (Dienstag bis Freitag) Rundflüge über den Alpen-Donau-Adria-Raum in 3D gesendet.[6] Ende Juli 2016 wurde bekannt, dass ServusTV Ende 2016 den Sendebetrieb in Deutschland und der Schweiz einstellen wird.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von Salzburg TV

ServusTV ging aus dem Sender SalzburgTV hervor, an dem Red Bull am 1. Jänner 2007 einen 95-Prozent-Anteil erwarb. 2008 verließen die beiden Gründer von SalzburgTV den Sender, die genannten Gründe waren starke Differenzen bzgl. der Zukunft des Senders. Ihre Anteile wurden ebenfalls von Red Bull erworben.

Nachdem der Relaunch mehrmals verschoben wurde, wurde der Sender mit dem 1. Oktober 2009, 17.25 Uhr, in ServusTV umbenannt und zu einem 24-Stunden-Spartenprogramm mit Magazinen und Brauchtumssendungen, Berichten über Events, Kino, Sport, Reisen und Kulinarisches ausgebaut, der Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung bietet.[8] Zeitgleich wurde die Variante in HD-Auflösung aufgeschaltet. Trotz des umfangreichen Angebots in den verschiedenen Sparten war das Programm in Österreich lange Zeit nur als Spartenprogramm lizenziert. Erst im April 2013 erkannte die lizenzierende KommAustria das Angebot als Vollprogramm an.[3] In Deutschland galt es zunächst weiterhin als Spartenprogramm mit dem Schwerpunkt Unterhaltung, erst im Jahr 2015 wurde es als Vollprogramm anerkannt.[2] Für den Programmveranstalter ist die österreichische Lizenz maßgeblich, lediglich für die Verbreitung in den deutschen Kabelnetzen zusätzlich die deutsche Lizenz.

In Deutschland wird ServusTV seit dem 1. September 2010 auch über Telekom Entertain übertragen.[9] Zudem gibt es seit 20. Dezember 2010 einen zusätzlichen Feed, um nach Aussage des Senders Schaltungen deutscher Werbekunden im Kabel und über Satellit separat berücksichtigen zu können. Das Programm selbst wird (mit Ausnahme der DEL- bzw. EBEL-Übertragungen im Rahmen der Servus Hockey Night) nicht auseinandergeschaltet.[10] Von Dezember 2011 bis Jänner 2014 wurde ServusTV in Berlin auch über DVB-T übertragen.[11][12]

Am 3. Mai 2016 gab Red Bull Media House bekannt, den Senderbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen.[13] Dietrich Mateschitz gab zudem auch später an, dass die bevorstehende Gründung eines Betriebsrats für die Unabhängigkeit des Senders „nicht gerade dienlich sei“. Weiter kommentiert er, dass der Betriebsrat „anonym, unterstützt von Gewerkschaft und Arbeiterkammer“ zustande gekommen wäre. Die „Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Unbeeinflussbarkeit insbesondere durch politische Parteien, egal welcher Richtung, war von Anfang an ein tragender Pfeiler von Servus TV[14] Nachdem sich die Mitarbeiter am selben Tag mehrheitlich gegen einen Betriebsrat ausgesprochen hatten, gab Mateschitz einen Tag später bekannt, dass er seine Entscheidung, den Sender einstellen zu wollen, wieder zurückgenommen habe.[15]

Am 31. Juli 2016 bestätigte Red Bull Media House, den Sendebetrieb in Deutschland und der Schweiz zum Jahresende einzustellen und die Sendelizenzen in den entsprechenden Ländern zurückzugeben.[16] In diesem Zusammenhang berichtet der Kurier von einem jährlichen geschätzten Fehlbetrag in Höhe von 40 bis 50 Mio. Euro. Mateschitz wurde dort zitiert, man tätige „jetzt die richtigen Investitionen, um auch auf lange Sicht nachhaltig erfolgreich zu sein.“ Da die österreichische Version des Programms bereits vor einigen Monaten aus rechtlichen Gründen verschlüsselt wurde und die für die Entschlüsselung erforderliche ORF-Smartcard nur in Österreich erhältlich ist, wird ein Empfang von Servus TV außerhalb Österreichs nicht mehr möglich sein. Wie viele Stellen durch diese Einstellung wegfallen, ist noch nicht bekannt, primär betroffen davon ist jedoch das Servus TV-Regionalbüro in München.[17]

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kathi Wörndl (Amadeus Austrian Music Award 2009)

Das Programm von ServusTV wird in sechs Programmsäulen gegliedert. Die erste Säule besteht aus Nachrichten und Magazinen, dazu werden unter anderem das Servus Journal und Lichtspiele gezählt. Bei Dokumentationen und Portraits wird beispielsweise Terra Mater ausgestrahlt. Zu Unterhaltung zählt man Kino-Zeit und Talkshows wie Talk im Hangar-7. Beim Kulturprogramm von ServusTV sieht man Sendungen wie kulTOUR mit Holender und Meisterwerke sowie die Kurzsendung Hoagascht. Die Servus Hockey Night und Sportshows werden im Programmangebot Sport gezeigt, im Red-Bull-TV-Fenster werden neben 3D-Ausstrahlungen Sendungen und Shows wie The Film Festival in your Living Room, Bullet Points, Free, Cliptomaniacs und Nightflight ausgestrahlt.

ServusTV war seit 2010 TV-Partner der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL). Dazu waren sie von 2013 bis 2016 TV-Partner der Deutschen Eishockey Liga (DEL).[18] Von beider Ligen wurde jeweils ein Spiel pro Woche wurde im Rahmen der Servus Hockey Night gezeigt. In den Play-Offs wurden vermehrt Spiele, zum Teil in Konferenzschaltung übertragen.

Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HD-Logo

ServusTV kann in Österreich (und bis Jahresende 2016 auch in Deutschland und in der Schweiz) empfangen werden. Die Empfangsmöglichkeiten sind:

  • DVB-T (Österreich)
  • DVB-C (Deutschland, Österreich, Schweiz)
  • DVB-S (ganz Europa)
  • Internet (freier Zugang weltweit, IPTV jedoch nur bei einzelnen Betreibern)

In den urbanen Gebieten Österreichs ist der Empfang von ServusTV terrestrisch über DVB-T möglich (Multiplex B). Die Ausstrahlung von ServusTV Deutschland über Satellit erfolgt unverschlüsselt. Seit dem 1. März 2016 wird Servus TV in Österreich nur verschlüsselt ausgestrahlt. Grund hierfür ist der Erwerb der Moto GP Rechte, die nur für Österreich erworben wurden. Der Empfang ist über die ORF-Smartcard bzw. Sky Austria ohne Zusatzkosten möglich. Servus TV Deutschland ist von dieser Änderung nicht betroffen. Zum Empfang wird daher nur eine digitale Satellitenanlage mit entsprechendem Empfänger benötigt.[19] [20][21][22] Im Netz von Kabel Deutschland wird der Sender in der HD-Variante verschlüsselt und kann nur mit einer kostenpflichtigen Smartcard empfangen werden.[23] Ende 2016 stellt ServusTV seine Verbreitung in Deutschland und der Schweiz ein.[24]

Die technische Reichweite beträgt im Jahr 2016 in Österreich 93 Prozent, in Deutschland 85 Prozent und in der Schweiz 33 Prozent.[16]

DVB-T und Kabel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den urbanen Regionen Österreichs ist ServusTV über DVB-T empfangbar. In den größeren Kabelnetzen kann ServusTV in Österreich empfangen werden sowie weitgehend auch in Deutschland und in der Schweiz. ServusTV ist in Österreich über SimpliTV als eines von drei kostenlosen HD-Programmen empfangbar.

Satellit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Standardauflösung kann ServusTV europaweit über folgende Frequenz empfangen werden, die Simulcastvariante des Senders wird über DVB-S2 ausgestrahlt.

  • Satellit: Astra 1N 19,2°
  • Downlink-Frequenz 12,663 75 GHz (11,303 GHz als HD)
  • Polarisation: Horizontal
  • Symbolrate: 22000
  • Modulation: QPSK (DVB-S2/8PSK in HD)
  • Fehlerschutz: FEC 5/6 (FEC 2/3 als HD)

Eine alternative Empfangsmöglichkeit der deutschen Version in Standardauflösung bietet Kabelkiosk, insbesondere für große Teile des westlichen Asiens. Für den Empfang wird wegen der MPEG-4-Kodierung (DVB-S2) ein geeigneter Receiver benötigt.

  • Satellit: Eutelsat 9A 9° Ost
  • Downlink-Frequenz: 11785
  • Polarisation: Horizontal
  • Symbolrate: 27500
  • Modulation: DVB-S2/8PSK
  • Fehlerschutz: FEC 2/3

Internet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IPTV-Angebote gibt es in Österreich, Deutschland (bei Telekom Entertain und Vodafone TV)[25] und in der Schweiz.

Seit einer Neugestaltung im Mai 2014 ist das bestehende Internetangebot mit Apple iOS- und Android-Apps sowie unter verschiedenen Smart-TV-Plattformen (z.B. Samsung) verfügbar und wird auch in ITV-Angebote wie Telekom Entertain eingespeist. Bereits zuvor konnte das Programm auf der Homepage des Senders Online als Internetfernsehen abgerufen werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.servustv.com/de/Impressum
  2. a b c ServusTV Deutschland – Eintrag bei der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM), abgerufen am 22. Februar 2015, Eintrag als Spartenprogramm abgerufen am 7. September 2014
  3. a b Bescheid der KommAustria vom 10. April 2013
  4. Anna Gasteiger: „Red Bull startet ‚Servus TV‘.“ (Memento vom 13. Februar 2009 im Internet Archive) Kurier online vom 28. November 2008 (Archivversion)
  5. Senderhomepage: ServusTV in 3D – Alle wichtigen Informationen & FAQs
  6. Website des Senders: ServusTV in 3D – Alle wichtigen Informationen & FAQs
  7. Jetzt endgültig: Servus TV stellt Sendebetrieb in Deutschland und Schweiz ein Meedia 1. August 2016
  8. Wilhelm Sinkovicz: “Servus TV”: Kultur, Natur und später Sport. In: diepresse.com. 1. Oktober 2009, abgerufen am 3. Mai 2016.
  9. Deutsche Telekom: Senderliste des Entertain-Pakets, Stand: 1. Dezember 2011 (PDF-Datei, 422 kB)
  10. Servus TV: Vorerst kein eigenes Deutschland-Programm. In: digitalfernsehen.de. 21. Dezember 2010, abgerufen am 3. Mai 2016.
  11. Peter Dehn: DVB-T: Berliner Kanal 59 ist wieder auf Sendung. In: dehnmedia.de. 3. Dezember 2011, abgerufen am 3. Mai 2016.
  12. Servus TV verlässt DVB-T in Berlin. In: tvdigital.de. 6. Februar 2014, abgerufen am 3. Mai 2016.
  13. Mateschitz dreht den Sender “Servus TV” ab. In: www.nachrichten.at. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  14. Mitarbeiter unterschrieben gegen Betriebsratsgründung. In: derStandard.at. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  15. Red-Bull-Chef Mateschitz will Servus TV doch weiterführen. In: derStandard.at. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  16. a b ServusTV stellt Sendebetrieb in Deutschland und Schweiz ein. In: kurier.at. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  17. http://www.wuv.de/medien/servus_tv_macht_in_deutschland_schluss
  18. Christian Buchler: EHC-Spiele kostenlos in TV und Netz; Wolfsburger Nachrichten, 18. Juni 2012
  19. hdtv-pro.de: „Servus TV HD Deutschland neu auf Astra 19,2° Ost“
  20. Senderhomepage: ServusTV empfangen: Alle Infos – Antworten auf Fragen zum Empfang von ServusTV
  21. FAZ: „Österreichs ‚Servus TV‘: Anders privatfernsehen“ vom 5. August 2010
  22. „DX-News – Astra 19,2° Ost: Neuer HDTV-Sender Servus TV (Österreich) europaweit Free-to-Air auf Sendung“ vom 2. Oktober 2009
  23. Preisliste Kabel Deutschland Digitalpakete
  24. DWDL.de GmbH: Servus TV stellt Sendebetrieb in Deutschland ein - DWDL.de. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  25. ServusTV empfangen in Deutschland. ServusTV Fernsehgesellschaft m.b.H.. Abgerufen am 5. Mai 2012.