Setzungsriss

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Setzungsrisse, teilweise verfugt, in einer Scheunenwand

Ein Setzungsriss ist ein Bauschaden, der sich zumeist als längerer schräger Riss in Mauerwerk bemerkbar macht.

Setzungsrisse kommen durch eine ungleichmäßige Setzung des Baugrunds durch das Gewicht des Bauwerks zustande. Unterschiedliches Gewicht von Bauwerksteilen (wie bei Kirche und Kirchturm), unterschiedliche Bodenbeschaffenheit über die Fläche des Grundrisses hinweg (wie etwa auf Torflinsen), geologische Veränderungen, Veränderungen des Grundwasserspiegels oder bauliche Maßnahmen in der Nachbarschaft (auch durch Anbau an ältere Bauwerke, die sich bereits gesetzt hatten), tragen dazu bei, dass nicht mehr alle „starr“ miteinander verbundenen Bauteile gleichermaßen auf dem Untergrund abgestützt sind. So entstehen Spannungen in Wänden, Böden und Decken, die beim Überschreiten des Plastizitätsvermögens des Baumaterials zu Rissen führen.

Je nach Situation können Setzungsrisse unbedenklich sein oder die Standsicherheit des Bauwerks gefährden. Eine Behebung der Ursachen ist meist mit großem Aufwand verbunden. Zur Vermeidung erwarteter Setzungsrisse dienen eine Verbesserung der Gebäudesteifigkeit, Bewegungsfugen oder eine spezielle Gründung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Széchy: Untersuchung und Festigkeitslehre des Baugrundes, Springer, Wien 1963. ISBN 978-3-7091-8106-5
  • Joachim Schulz: Architektur der Bauschäden: Schadensursache, gutachterliche Einstufung, Springer, Berlin 2015. ISBN 978-3-6580-7424-1