Shan Xiaona

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Shan Xiaona Tischtennisspieler
Andere Schreibweisen: Shan Xiao Na
Nation: DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtsdatum: 18. Januar 1983
Geburtsort: Liaoning
Spielhand: Rechtshänderin
Spielweise: Penholder
Aktueller Weltranglistenplatz: 58 (Februar 2020) Vorlage:Infobox Tischtennisspieler/Wartung/Lokaler Wert
Bester Weltranglistenplatz: 12 (März 2017)
Aktueller kontinentaler Ranglistenplatz: 19 (Februar 2020)
Vereine als Aktive(r):
2005–2010 DeutschlandDeutschland TV Busenbach
2010–2013 DeutschlandDeutschland FSV Kroppach
seit 2013 DeutschlandDeutschland ttc berlin eastside

Shan Xiaona (chinesisch 單曉娜 / 单晓娜, Pinyin Shàn Xiǎonà, * 18. Januar 1983 in Liaoning, Volksrepublik China) ist eine deutsche Tischtennisspielerin chinesischer Herkunft. Sie wurde mit der deutschen Mannschaft 2013, 2014 und 2015 Europameisterin und gewann EM-Silber 2013 im Einzel sowie 2013 und 2016 im Doppel. 2016 errang sie bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille im Teamwettbewerb. Zudem gewann sie 2013 und 2014 die deutsche Meisterschaft im Einzel.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shan Xiaona ist eine Penholder-Spielerin mit einem kurzen Noppenbelag. Sie kam auf Vermittlung des Busenbacher Trainers Liu Liping 2005 nach Deutschland und schloss sich hier dem Bundesligaverein TV Busenbach an.[1] In den folgenden Jahren nahm sie an mehreren ITTF Pro Tour-Turnieren teil, allerdings unter der Flagge Singapurs. 2010 wechselte sie zum FSV Kroppach[2], im September 2012 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Seitdem ist sie für die deutsche Nationalmannschaft spielberechtigt. Sie darf bei Europameisterschaften und Olympischen Spielen eingesetzt werden, die Spielberechtigung für Weltmeisterschaften wird vom Weltverband ITTF bestritten.[3] 2018 entschärfte der ITTF-Kongress diese Bestimmung. Demnach gilt nun lediglich eine Sperrfrist von neun Jahre. Somit ist Shan Xiaona bei der WM 2022 spielberechtigt.[4]

In der Weltrangliste kehrte Shan im Dezember 2012 in die Top 100 zurück, zu denen sie unter der Flagge Singapurs bereits gehört hatte. Im Januar 2013 bestritt sie ihr erstes Länderspiel für Deutschland. Dabei gewann sie gegen die Rumänin Camelia Postoaca mit 3:0.[5] Anfang März wurde sie in Bamberg Deutsche Meisterin im Einzel, sie besiegte im Endspiel Zhenqi Barthel mit 3:2. Im Doppel wurde sie mit ihrer Partnerin Zhenqi Barthel Zweite.[6][7] 2014 verteidigte sie den Titel im Einzel, und gewann mit Kristin Silbereisen auch den Doppelwettbewerb.

Da Kroppach am Ende der Saison 2012/13 seine Mannschaft aus der Bundesliga zurückzog, wechselte Sahn Xiaona zu ttc berlin eastside.[8] Bei der Europameisterschaft 2013 in Schwechat holte sie mit der deutschen Mannschaft den Titel. Im Einzel gewann sie die Silbermedaille: Nachdem sie im Halbfinale Teamkollegin Han Ying besiegt hatte, unterlag sie im Endspiel der Schwedin Li Fen. Auch im Doppel erreichte sie den zweiten Platz; mit Zhenqi Barthel unterlag sie wie schon bei den Deutschen Meisterschaften dem Duo Petrissa Solja/Sabine Winter. Seit Juli 2013 stand sie erstmals in den Top 50 der Weltrangliste.

Bei der Europameisterschaft 2014 in Lissabon holte sie mit dem deutschen Team erneut den Titel. Dabei gewann sie ihre vier Spiele alle im entscheidenden fünften Satz. In diesem Jahr gewann sie zudem die German Open im Einzel, holte damit ihren ersten Titel auf der World Tour[9] und qualifizierte sich sowohl im Einzel als auch im Doppel mit Petrissa Solja zum ersten Mal für die Grand Finals, wo sie aber jeweils in der ersten Runde im Entscheidungssatz unterlag.[10] Bei den Europaspielen 2015 holte sie Mannschaftsgold, zusammen mit Han Ying und Petrissa Solja, genauso wie bei der Europameisterschaft 2015 in Jekaterinburg. Im Doppel mit Solja gewann Shan die German[11] und Austrian Open,[12] bei den Grand Finals Ende des Jahres schied sie aber wieder in beiden Wettbewerben in der ersten Runde aus.[13] Bei den Olympischen Spielen 2016 gewann sie mit der Mannschaft die Silbermedaille nach einem 3:2-Sieg gegen Japan im Halbfinale und einer 0:3-Niederlage im Finale gegen das chinesische Team.[14] Im gleichen Jahr wurde sie zusammen mit Petrissa Solja Vize-Europameisterin im Doppel. Im Einzel schied sie wie im Vorjahr im Achtelfinale aus. Zudem gelang zwar zum dritten Mal in Folge im Einzel und Doppel die Qualifikation für die Grand Finals, zum dritten Mal in Folge bedeutete aber die erste Runde das Aus.[15][16]

2017 schlug Shan bei den Qatar Open unter anderem die Weltranglistenzweite Zhu Yuling[17] und kam ins Halbfinale,[18] wodurch sie im März in der Weltrangliste mit Platz 12 eine neue Bestmarke erreichte.[19] Bei der Team-EM gewann sie mit der deutschen Mannschaft überraschend nur Silber,[20] bei den Grand Finals nahm sie diesmal nur im Einzel teil und schied in der ersten Runde gegen Chen Xingtong aus.[21] Nachdem sie infolge der Geburt ihrer Tochter 2018 keine internationalen Turniere bestritten hatte und in der Weltrangliste weit zurückgefallen war, kehrte sie 2019 zurück und holte mit der deutschen Mannschaft Gold bei den Europaspielen, zusammen scheiterte man bei der Europameisterschaft wenige Monate später aber überraschend im Viertelfinale an Portugal.[22]

Privat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shan Xiaona wohnt in Düsseldorf und ist verheiratet mit Zhang Yong, einem Trainer der Chinesischen Super League.[6] 2017 erhielt sie einen Studienplatz an der Uni Shanghai für Sports Humanities and Sociology. Es ist sehr schwer für chinesische Bürger, dort angenommen zu werden, aber Shan Xiaona galt mit ihrem deutschen Pass als Ausländerin und musste daher lediglich chinesische Sprachkenntnisse nachweisen.[23] Im Juli 2018 wurde sie Mutter eines Mädchens.[24]

Ergebnisse aus der ITTF-Datenbank[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verband Veranstaltung Jahr Ort Land Einzel Doppel Mixed Team
GER Europameisterschaft 2019 Nantes FRA Viertelfinale
GER Europameisterschaft 2017 Luxemburg LUX Silber
GER Europameisterschaft 2016 Budapest RUS letzte 16 Silber
GER Europameisterschaft 2015 Jekaterinburg RUS letzte 16 Viertelfinale Gold
GER Europameisterschaft 2014 Lissabon POR Gold
GER Europameisterschaft 2013 Schwechat AUT Silber Silber Gold
GER Europaspiele 2019 Minsk BLR Gold
GER Europaspiele 2015 Baku AZE Gold
GER Olympische Spiele 2016 Rio de Janeiro BRA Silber
GER Challenge Series 2020 Granada ESP Halbfinale Halbfinale
GER World Tour 2017 Incheon KOR letzte 16 Gold
GER World Tour 2017 Doha QAT Halbfinale letzte 16
GER World Tour 2016 Budapest HUN letzte 16 Halbfinale
GER World Tour 2015 Wels AUT letzte 32 Gold
GER World Tour 2015 Incheon KOR Halbfinale
GER World Tour 2015 Zagreb CRO Silber Halbfinale
GER World Tour 2015 Bremen GER letzte 16 Gold
GER World Tour 2014 Jekaterinburg RUS Halbfinale letzte 16
GER World Tour 2014 Olmütz GER letzte 64 Silber
GER World Tour 2014 Magdeburg GER Gold Halbfinale
GER World Tour 2014 Doha QAT letzte 64 Halbfinale
GER World Tour 2013 Dubai UAE Halbfinale
GER World Tour 2013 Berlin GER letzte 64
GER World Tour 2013 Spala POL letzte 64 Silber
GER World Tour 2013 Olmütz CZE Viertelfinale
GER World Tour 2013 Yokohama JPN letzte 16 Viertelfinale
GER World Tour 2013 Changchun CHN letzte 16 Viertelfinale
GER World Tour 2013 Doha QAT letzte 16 Silber
GER World Tour 2013 Wels AUT letzte 64 Viertelfinale
GER World Tour 2012 Poznań POL letzte 16 letzte 16
GER World Tour 2012 Bremen GER Viertelfinale
SIN Pro Tour 2007 Bremen GER letzte 64
SIN Pro Tour 2007 Toulouse FRA letzte 64 letzte 16
SIN Pro Tour 2007 Wels AUT letzte 32 Viertelfinale
SIN Pro Tour 2007 Nanjing CHN letzte 32 letzte 16
SIN Pro Tour 2007 Velenje SVN letzte 64
SIN Pro Tour 2007 Zagreb HRV letzte 32 Halbfinale
SIN Pro Tour 2006 Bayreuth GER Viertelfinale Viertelfinale
GER World Tour Grand Finals 2017 Astana KAZ letzte 16
GER World Tour Grand Finals 2016 Doha QAT letzte 16 Viertelfinale
GER World Tour Grand Finals 2015 Lissabon POR letzte 16 Viertelfinale
GER World Tour Grand Finals 2014 Bangkok THA letzte 16 Viertelfinale

Quellen: siehe unten[25]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Hepfer: Shan Xiao Na - Vorliebe für Bratwurst und Laufsteg, Zeitschrift tischtennis, 2010/2 Seite 20–21
  • Susanne Heuing: Nana für Deutschland, Zeitschrift tischtennis, 2012/12 Seite 17

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vereinswechsel nach Busenbach (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.today), abgerufen am 9. März 2013
  2. Vereinswechsel nach Kroppach (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.today), abgerufen am 9. März 2013
  3. Zeitschrift tischtennis, 2013/1 Seite 7
  4. Zeitschrift tischtennis, 2018/5 Seite 21
  5. Erstes Länderspiel für DE – Shan Xiaona (Kropapch) (Memento vom 18. März 2013 im Internet Archive), abgerufen am 9. März 2013
  6. a b Zeitschrift tischtennis, 2013/3 Seite 13
  7. Zeitschrift tischtennis, 2013/3 Seite 30
  8. Zeitschrift tischtennis, 2013/3 Seite 22
  9. German Open: Ovtcharov und Shan holen den Titel! mytischtennis.de, 30. März 2014, abgerufen am 15. September 2019.
  10. Grand Finals in Bangkok: Endstation Achtelfinale für Han Ying und Shan Xiaona. tischtennis.de, 12. Dezember 2014, abgerufen am 15. September 2019.
  11. German Open: Doppeltes Doppel-Gold für Deutschland! mytischtennis.de, 22. März 2015, abgerufen am 15. September 2019.
  12. Mizutani und Han Sieger der Tischtennis-Austrian-Open. salzburg24.at, 6. September 2015, abgerufen am 15. September 2019.
  13. Grand Finals: Ovtcharov und Han stehen im Viertelfinale. mytischtennis.de, 11. Dezember 2015, abgerufen am 15. September 2019.
  14. Tischtennis-Frauen gewinnen Silber. ZEIT ONLINE, 17. August 2016, abgerufen am 15. September 2019.
  15. Grand Finals: Viertelfinal-Aus für Doppel Shan/Solja / Deutsche Einzel am Freitag. tischtennis.de, 8. Dezember 2016, abgerufen am 15. September 2019.
  16. Grand Finals: Ovtcharov im Viertelfinale gegen Fan / Han im Halbfinale nach kampflosem Erfolg über erkrankte Weltmeisterin. tischtennis.de, 9. Dezember 2016, abgerufen am 15. September 2019.
  17. Katar: Shan schlägt Top-Chinesin, Han und Ovtcharov raus! mytischtennis.de, 24. Februar 2017, abgerufen am 15. September 2019.
  18. Qatar Open: Shan im Halbfinale ausgeschieden. mytischtennis.de, 25. Februar 2017, abgerufen am 15. September 2019.
  19. Weltrangliste im März: Shan Xiaona macht riesen Sprung auf Platz 12. tischtennis.de, 2. März 2017, abgerufen am 15. September 2019.
  20. Silbertränen. SZ-Online, 17. September 2017, abgerufen am 15. September 2019.
  21. Grand Finals: Boll zieht ins Viertelfinale ein. mytischtennis.de, 14. Dezember 2017, abgerufen am 15. September 2019.
  22. EM: DTTB-Damen im Viertelfinale ausgeschieden! mytischtennis.de, 6. September 2019, abgerufen am 15. September 2019.
  23. Zeitschrift tischtennis, 2017/12 Seite 7
  24. Shan Xiaonas Tochter: Willkommen im Leben, kleine Mia!, Artikel vom 20. Juli 2018, auf tischtennis.de, abgerufen am 20. Mai 2019
  25. Shan Xiaona Ergebnisse aus der ITTF-Datenbank auf ittf.com, abgerufen am 26. Juni 2014