Shannan

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Tibetische Bezeichnung
Tibetische Schrift:
ལྷོ་ཁ་ས་ཁུལ་
Wylie-Transliteration:
lho kha sa khul
Offizielle Transkription der VRCh:
Shannan (Lhoka)
THDL-Transkription:
Lhokha
Andere Schreibweisen:
Chinesische Bezeichnung
Traditionell:
山南地區
Vereinfacht:
山南地区
Pinyin:
Shānnán Dìqū
Lage von Lhokha (gelb) in Tibet (hellgrau)

Shannan (tib.: lho kha, tibetisch: ལྷོ་ཁ་ས་ཁུལ, Lhoka, Lhokha) ist ein Regierungsbezirk im Süden des Autonomen Gebiets Tibet in der Volksrepublik China. Er hat eine Fläche von 79.699 km² und ca. 320.000 Einwohner (2002).

Geschichte[Bearbeiten]

Legenden zufolge besiedelten vor vier Millionen Jahren die Vorfahren der heutigen Tibeter das Tal des Yarlung Tsangpo (Brahmaputra). Ein Ort in der Nähe von Tsethang gilt der Legende nach als erstes bebautes Feld Tibets und Yumbu Lagang in derselben Gegend gilt als erstes Bauwerk Tibets. Mitte des 7. Jahrhunderts n. Chr. begann Songtsen Gampo seinen Feldzug zur Eroberung der Tibet-Qinghai-Hochebene. Ein Bewässerungssystem wurde eingeführt, die Verwendung des Pflugs und von Zugtieren verbreitete sich, so dass Shannan zur Kornkammer Tibets wurde. In Nêdong wurde ein Palast für Prinzessin Jincheng errichten, dessen Ruinen bis heute erhalten sind. Die tibetischen Könige ließen sich in Qonggyai begraben. Nach dem Zusammenbruch des tibetischen Königreiches folgte eine Periode der Zersplitterung, Kriege und Hungersnöte. 1253 vereinigte die mongolische Yuan-Dynastie Tibet unter ihrer Herrschaft und Nêdong wurde ein Zentrum der Pagzhu-Sekte; die Könige von Nêdong herrschten 262 Jahre lang über Tibet. Während der Herrschaft des Kashag (bis 1951 bzw. 1959) hatten die wichtigsten Feudalherren Güter in Shannan. Während der ersten Jahre nach dem Aufstand von 1959 stieg die landwirtschaftliche und industrielle Produktion in Shannan jährlich um 9 %; die Getreideproduktion wurde vervierfacht.[1]

Vor 1959 waren 39,5% des Bodens in Shannan im Besitz der Klöster, 30,9% gehörten der Regierung in Lhasa und 29,6% der Aristokratie.[2]

Konflikt mit Indien[Bearbeiten]

Teile des Kreises Cona und der Süden des Kreises Lhünzê im Regierungsbezirk Shannan sowie Teile der Kreise Mêdog und Zayü des Regierungsbezirks Nyingchi werden von der chinesischen Regierung als Teil ihres Territoriums beansprucht, sind aber de facto unter der Kontrolle Indiens, wo diese Gebiete zum Bundesstaat Arunachal Pradesh gezählt werden.

Der Konflikt geht auf die Shimla-Konvention von 1914 zurück und führte im Oktober/November 1962 zu einem indisch-chinesischen Grenzkrieg.

Wichtige Orte[Bearbeiten]

Im Kreis Gonggar befindet sich der Flughafen von Lhasa.

Im Kreis Chanang befindet sich das Kloster Samye (tib.: bsam yas), das als erstes buddhistisches Kloster Tibets gilt.

Im Kreis Qonggyai befinden sich die Gräber tibetischer Könige.

Im Kreis Nêdong befindet sich das Kloster Thradrug.

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Name Tibetisch Wylie Chinesisch Pinyin
Kreis Chanang གྲ་ནང་རྫོང་ gra nang rdzong 扎囊县 Zhānáng Xiàn
Kreis Comai མཚོ་སམད་རྫོང་ mtsho smad rdzong 措美县 Cuòměi Xiàn
Kreis Cona མཚོ་སྣ་རྫོང་ mtsho sna rdzong 错那县 Cuònà Xiàn
Kreis Gonggar གོང་དཀར་རྫོང་ gong dkar rdzong 贡嘎县 Gònggā Xiàn
Kreis Gyaca རྒྱ་ཚ་རྫོང་ rgya tsha rdzong 加查县 Jiāchá Xiàn
Kreis Lhozhag ལྷོ་བྲག་རྫོང་ lho brag rdzong 洛扎县 Luòzhā Xiàn
Kreis Lhünzê ལྷུན་རྩེ་རྫོང་ lhun rtse rdzong 隆子县 Lóngzǐ Xiàn
Kreis Nagarzê སྣ་དཀར་རྩེ་རྫོང་ sna dkar rtse rdzong 浪卡子县 Làngkǎzǐ Xiàn
Kreis Nêdong སྣེ་གདོང་རྫོང་ sne gdong rdzong 乃东县 Nǎidōng Xiàn
Kreis Qonggyai འཕྱོངས་རྒྱས་རྫོང་ 'phyongs rgyas rdzong 琼结县 Qióngjié Xiàn
Kreis Qusum ཆུ་གསུམ་རྫོང་ chu gsum rdzong 曲松县 Qūsōng Xiàn
Kreis Sangri ཟངས་རི་རྫོང་ zangs ri rdzong 桑日县 Sāngrì Xiàn

Literatur[Bearbeiten]

Róng Zhànduī 绒占堆: Shānnán 山南 (Beijing, Wǔzhōu chuánbō chūbǎnshè 五洲传播出版社 2000), ISBN 7-80113-398-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Lhoka in History (China Tibet Information Center)
  2. Shakya Tsering: The Dragon in the Land of Snows. A History of Modern Tibet Since 1947 (New York, Penguin 2000), S. 252.

28.55611111111192.556666666667Koordinaten: 28° 33′ N, 92° 33′ O