Shannon (Fluss)

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Shannon
An tSionainn
Der Shannon in Limerick; im Hintergrund King John’s Castle

Der Shannon in Limerick; im Hintergrund King John’s Castle

Daten
Lage Irland, Europa
Flusssystem Shannon
Quelle Cuilcagh Mountains im County Cavan
54° 14′ 5″ N, 7° 55′ 9″ W
Quellhöhe 76 m
Mündung Atlantik bei LimerickKoordinaten: 52° 34′ 0″ N, 9° 42′ 0″ W
52° 34′ 0″ N, 9° 42′ 0″ W
Mündungshöhe m
Höhenunterschied 76 m
Sohlgefälle 0,21 ‰
Länge 370 km
Linke Nebenflüsse Brosna, River Inny, River Feale
Rechte Nebenflüsse Suck
Mittelstädte Limerick
Schiffbar von der Mündung bis zum Ort Leitrim

Der Shannon (irisch: An tSionainn, An tSionna) ist mit etwa 370 Kilometern der längste und wasserreichste Fluss Irlands sowie der Britischen Inseln. Sein Einzugsgebiet umfasst rund 15.700 Quadratkilometer.[1] Knapp 250 Kilometer des Flusslaufs sind schiffbar.

Seine Entstehung und sein Name soll nach der keltischen Mythologie auf die weibliche Sagengestalt Sionan zurückgehen.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Quelle des Shannon liegt 76 m über NN in den Cuilcagh Mountains im County Cavan im Nordwesten des Landes. Von hier aus fließt er zunächst durch ein unterirdisches Höhlensystem und kommt als Shannon Pot wieder an die Oberfläche. Er entwässert die moorige Mitte Irlands und durchfließt fischreiche Seen. Die größten von ihnen sind Lough Allen, Lough Ree und Lough Derg. Nördlich von Limerick bildet der Fluss Stromschnellen. Westlich von Limerick ergießt er sich durch einen etwa 100 km langen Mündungstrichter in den Atlantik. Der Mündungsarm ist stark von den Gezeiten beeinflusst.

Orte am Fluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

f1Georeferenzierung Karte mit allen verlinkten Seiten: OSM

Verlauf des Flusses

Wasserwegenetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Shannon ist nördlich von Carrick-on-Shannon ausgehend durch den revitalisierten Shannon-Erne Waterway (vormals Ballinamore & Ballyconnell Canal) mit dem Seengebiet des Lough Erne in Nordirland verbunden. Flussabwärts von Carrick-on-Shannon umgeht der 1848 erbaute Jamestown Canal einen nicht schiffbaren Teil des Shannon zwischen Jamestown und Drumsna.

Der Royal Canal zweigt nördlich des Lough Ree vom Shannon ab und führt bis nach Dublin. Weiter südlich verbindet der Grand Canal ab Shannon Harbour (bei Banagher) den Shannon mit dem River Barrow und führt ebenfalls bis Dublin. Eine Revitalisierung des Ulster Canals ist geplant.

Bauten und Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Shannon bildete lange die natürliche Grenze zwischen den östlichen Provinzen und Connacht ganz im Westen der irischen Insel. Während des Mittelalters wurden an seinen Ufern zahlreiche Burgen gebaut.

Moneypoint Power Station (im Hintergrund) und Tarbert Lighthouse bei Tarbert

Bis zum Einzug der Eisenbahn war der Shannon der Hauptverkehrsweg in der Region. Das nach dem Ersten Weltkrieg unabhängig gewordene Irland investierte im Rahmen des Shannon Power Development Projektes zwischen 1924 und 1930 umfassend in den Ausbau des Flusses. Bis heute sind die Staustufen des Shannon mit seinen Kraftwerken der größte Stromlieferant Irlands. Bei Limerick liegt der Shannon International Airport unmittelbar am nördlichen Flussufer.

Bedeutsam ist der Shannon heute auch für den Tourismus. Zusammen mit den großen Kanälen Irlands steht Freizeitkapitänen ein Wasserwegenetz von über 800 km zur Verfügung. Der Hafen von Kilrush an der Mündung des Shannon beherbergt den größten Yachthafen der irischen Westküste mit 120 Liegeplätzen.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Shannon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyers Neues Lexikon, Bibliographisches Institut Leipzig, 1964. Band 7, S. 488
  2. Kilrush Marina, abgerufen am 15. Juli 2018