Share Deal

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Der Share Deal [engl.] ist neben dem Asset Deal eine Form des Unternehmenskaufs. Hierbei erwirbt der Käufer vom Verkäufer die Anteile an der zum Verkauf stehenden Gesellschaft. Mit dem Begriff Share Deal kann auch die teilweise Übernahme von Anteilen an einer Gesellschaft bezeichnet werden.

Der Share Deal stellt einen Rechtskauf gemäß § 453 I BGB dar, wobei Aktien, GmbH-Anteile (Geschäftsanteile), sowie Gesellschaftsanteile an einer Personengesellschaft Kaufgegenstand sind. Hierdurch wird der Erwerber Anteilseigner und erhält die mit der Beteiligung verbundenen Rechte und Pflichten.

Ein Share Deal lässt sich prinzipiell einfach in einem Kauf- und Übertragungsvertrag über eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung (z. B. an einer GmbH oder Aktiengesellschaft) abbilden. In der Regel werden jedoch zusätzlich detaillierte Vereinbarungen darüber getroffen, inwiefern Risiken (z. B. mögliche Steuerverbindlichkeiten oder Garantiefälle) durch Käufer oder Verkäufer zu tragen sind. Verkäufer bevorzugen oft einen Share Deal gegenüber einem Asset Deal, u.a. weil ein Veräußerungsgewinn aus einem Share Deal in vielen Jurisdiktionen steuerlich begünstigt wird.

Steuervermeidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die sogenannten Paradise Papers wurde im November 2017 einer breiten Öffentlichkeit bekannt, dass in Deutschland Share Deals von der Immobilienwirtschaft zur Steueroptimierung genutzt werden. Dabei erwirbt das kaufende Unternehmen keine Immobilien vom verkaufenden Unternehmen (Asset Deals), sondern Firmenanteile (Shares). Wenn das Volumen dabei unter 95 % des Wert des verkaufenden Unternehmen bleibt, muss der Käufer keine Grunderwerbsteuer zahlen. Nach fünf Jahren kann der Käufer dann die restlichen Anteile erwerben, ohne Steuern zahlen zu müssen[1][2].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beisel, Wilhelm / Klumpp, Hans-Hermann Der Unternehmenskauf- Gesamtdarstellung der zivil- und Steuerrechtlichen Vorgänge einschließlich gesellschafts-, arbeits- und kartellrechtlicher Fragen bei der Übertragung eines Unternehmens. 5. Auflage. Beck Verlag, München 2006 ISBN 3406537073.
  • Ralf Ek/ Philipp von Hoyenberg: Unternehmenskauf und -verkauf, Beck-Rechtsberater im dtv, 1. Auflage 2006, ISBN 3-406-54707-9 (C.H. Beck)
  • Rödder, Thomas / Hötzel, Oliver / Mueller-Thuns, Thomas Unternehmenskauf, Unternehmensverkauf – Zivilrechtliche und steuerrechtliche Gestaltungspraxis. 1. Auflage. Verlag C.H.Beck, München 2003, ISBN 3406426328.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung: Paradise Papers - Investor verdrängt Berliner Mieter vom 6. November 2017, abgerufen am 6. November 2017
  2. Der Tagesspiegel: Streit um Share Deals - Wie sich Immobilienkonzerne die Grunderwerbssteuer sparen vom 8. Mai 2017, abgerufen am 6. November 2017