Shark Island (Namibia)

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Shark Island
Haifischinsel
Lüderitzbucht aerial.jpg
Shark Island (rechte Bildmitte) mit der Lüderitzbucht (links) und der Stadt Lüderitz im Hintergrund
Geographische Lage
Shark Island (Namibia) (Namibia)
Shark Island (Namibia)
Koordinaten 26° 38′ 12″ S, 15° 9′ 8″ OKoordinaten: 26° 38′ 12″ S, 15° 9′ 8″ O
Region-ISO NA
Gewässer 1 Atlantischer Ozean
Länge 1,7 km
Breite 330 m
Fläche 31,6 ha

Shark Island (deutsch Haifischinsel) ist eine Halbinsel an der Küste Namibias im Südatlantik. Sie befindet sich in der Lüderitzbucht. Shark Island umfasst eine Fläche von etwa 31,6 Hektar[1]

Auf der Insel befinden sich ein Leuchtturm, das Lüderitz-Denkmal (mit einer Inschrift von Adolf Lüderitz) sowie ein Campingplatz von Namibia Wildlife Resorts.

Die Haifischinsel wurde im April 2018 zur Aufnahme in die Liste des Nationalen Erbes Namibias vorgeschlagen.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch eine künstliche Landbrücke im Süden zum Festland bei der Stadt Lüderitz wurde die frühere Insel zur Halbinsel. Den nördlichen Abschluss der Insel bildet das so genannte Haifischriff (Riff). Einen Kilometer nördlich davon befindet sich Penguin Island, die, wie früher die ehemalige Insel, zu den Penguin Islands gezählt wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme der Haifischinsel mit Lüderitz

Shark Island beherbergte von 1904 bis 1912 ein Lazarett, sowie ein Konzentrations- und Internierungslager, in dem während des Namakrieges rund 2000 gefangen genommene Orlam und Nama mit ihren Familien inhaftiert gehalten wurden. Zwischen 1032 und 3000 Menschen, kamen durch die hier herrschenden schlechten Hygiene- und Witterungsverhältnisse und systematische Unterernährung (Skorbut) in Verbindung mit Arbeit ums Leben.[2][3][4] Zum Teil wurden die Leichen für Rassen-Forschungszwecke nach Berlin überführt. Das Lager wurde von der Rheinischen Mission geleitet und erst später auf energisches Drängen der Missionare und verantwortungsbewusster Offiziere ins Landesinnere verlegt und noch später geschlossen.

Ab 26. September 1906 ließ das Hafenamt von den Kriegsgefangenen Sprengungen und Aufschüttungen an der Südostseite der Insel vornehmen, durch die die Insel zur Halbinsel wurde.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Proposed Recommendation of Shark Island as a National Heritage Place. National Heritage Council, In: The Namibian, 20. April 2018.
  2. Jürgen Zimmerer, Joachim Zeller: Völkermord in Deutsch-Südwestafrika: Der Kolonialkrieg 1904 – 1908. Links, Berlin 2003, ISBN 9783861533030, S. 80.
  3. Rüdiger Overmans: In der Hand des Feindes : Kriegsgefangenschaft von der Antike bis zum Zweiten Weltkrieg. Böhlau, Köln 1999, ISBN 9783412149987, S. 291: „Die Verhältnisse in Swakopmund, zu denen sich Tecklenburg äußerte, stellten keine Ausnahme dar. Noch schlimmer lagen die Verhältnisse im Konzentrationslager auf der Haifischinsel vor Lüderitzbucht, dem größten Gefangenenlager. Dort wurden sowohl Herero wie Nama interniert und ihrem Schicksal überlassen. Die Inhaftierung auf de." reprinted in Jürgen Zimmerer Deutsche Herrschaft über Afrikaner: Staatlicher Machtanspruch und ... (2004). Page 46."“
  4. Casper Erichsen, David Olusoga: The Kaiser's Holocaust: Germany's Forgotten Genocide and the Colonial Roots of Nazism. Faber & Faber, 5. August 2010, ISBN 9780571269488.