Sharon Mitchell

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Sharon Mitchell, 2006

Sharon Mitchell (* 18. Januar 1956) ist eine ehemalige Pornodarstellerin, Sexualwissenschaftlerin, Gesundheitswissenschaftlerin und Direktorin der Adult Industry Medical Health Care Foundation.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Waisenkind wurde sie in ein katholisches Elternhaus adoptiert und wuchs in Monmouth County (New York) auf. Bereits mit 17 Jahren heiratete sie. In New York trat sie später als Tänzerin und Schauspielerin in kleinen Theatern auf, bevor sie Mitte der 70er Jahre ihre Pornokarriere begann.[1] 1975 änderte sie ihren Namen als Hommage an Martha Mitchell.

Während ihrer über zwanzigjährigen Karriere in der Pornoindustrie spielte sie in über 200 Filmen mit und führte in 38 Regie. Bereits früh begann sie im Bereich Bondage als Model zu arbeiten, später Anfang der 90er Jahre wechselte sie auch das Filmsubgenre hin zu BDSM-Filmen. In diesen übernahm sie häufig die Rolle der strengen Herrin. Mitchell drehte mit männlichen und weiblichen Partnern.

Vor allem ihre gesundheitlichen Erfahrungen waren für ihren späteren Lebensweg entscheidend. Durch ihre 16-jährige Heroinabhängigkeit infizierte sie sich beim Tausch von Nadeln mit Hepatitis. Während ihrer Arbeit steckte sie sich mit Herpes, Chlamydien und Trichomoniasis an.[2]

Sharon Mitchell bei einer Veranstaltung der Free Speech Coalition (2000)

Am 30. März 1996 wurde sie von einem Stalker überfallen, mehrere Tage gefangengehalten und beinahe umgebracht. Er vergewaltigte sie, misshandelte sie schwer und biss ihr unter anderem eine Brustwarze ab. Trotz ihrer Verletzungen konnte sie ihren Peiniger abwehren. Selbst sagt sie dazu: „That was the wake-up call from the universe, the moment of clarity“ (Dies war ein Weckruf des Universums, der Moment der Klarheit.). Sie änderte ihr Leben, schaffte den Entzug, absolvierte ein Studium der Sexualwissenschaft (human sexuality) und promovierte zum Ph.D. 22 Monate nach dem Angriff des Stalkers gründete sie 1998 die 'Adult Industry Medical Health Care Foundation'.[1]

Mitchell, die 1984 für ihre Rolle im Film Sexcapades mit dem AVN Award für die beste Darstellerin ausgezeichnet wurde, ist Mitglied der AVN Hall of Fame. Sie ist ebenfalls in die XRCO Hall of Fame[3] und 1994 in die Liste der Legends of Erotica[4] aufgenommen worden. Sie wurde ebenfalls dreimal mit dem CAFA-Award ausgezeichnet: 1982 – Best Supporting Actress for Blue Jeans, 1983 – als Best Actress für Sexcapades und 1983 – als Best Supporting Actress für Night Hunger.[5] 2001 wurde sie mit dem Hot d’Or d'Honneur ausgezeichnet.

2004 wurde Sharon Mitchell als eine von 30 bekannten Pornodarstellern von dem amerikanischen Fotografen Timothy Greenfield-Sanders in seinem Buch XXX: 30 Porn-Star Portraits und seiner HBO-Dokumentation Thinking XXX porträtiert.[6][7] 2009 trat sie in dem Dokumentarfilm 9to5 – Days in Porn von Jens Hoffmann auf.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1982: CAFA Award als Best Supporting Actress in Blue Jeans (geteilt mit Lisa De Leeuw)
  • 1983: CAFA Award als Best Actress in Sexcapades
  • 1983: CAFA Award als Best Supporting Actress in Night Hunger
  • 1984: AVN Award als Best Actress – Film in Sexcapades
  • 1988: Aufnahme in die XRCO Hall of Fame
  • 1994: Legends of Erotica Hall of Fame
  • Aufnahme in die AVN Hall of Fame
  • 2001: Hot d’Or d’honneur (Ehrenpreis)
  • 2008: XBIZ Award für Lifetime Achievement-Industry Contribution

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sharon Mitchell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Nick Madigan: Voice of Health in a Pornographic World. In: The New York Times vom 10. Mai 2004 (abgerufen am 9. Juli 2009)
  2. courttv.com. vom 30. Juli 2001 (Memento vom 3. Februar 2008 im Internet Archive)
  3. XRCO Hall of Fame - Übersicht (abgerufen am 10. Juli 2009)
  4. Legends of Erotica Class of 2008 (abgerufen am 10. Juli 2009)
  5. Award-Übersicht (abgerufen am 10. Juli 2009)
  6. Timothy Greenfield-Sanders: XXX: 30 Porno-Stars im Porträt. (Originaltitel: XXX: 30 Porn-Star Portraits.) Heyne Hardcore, München 2004; S. 102–103, 176–177. ISBN 978-3-453-67515-5.
  7. Thinking XXX. Internet Movie Database, abgerufen am 22. Mai 2015 (englisch).