Sharp

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Dieser Artikel beschreibt den Elektronikkonzern Sharp. Für den gleichlautenden Familiennamen siehe Sharp (Familienname). Für weitere Bedeutungen von Sharp siehe Sharp (Begriffsklärung).
Sharp K.K.
Logo of the Sharp Corporation.svg
Rechtsform Kabushiki-gaisha (Aktiengesellschaft)
ISIN JP3359600008
Gründung 1912
Sitz Osaka, Japan[1]
Leitung Tai Jeng-Wu[2]
Mitarbeiter 43.511 (März 2016)[3]
Umsatz 2,46 Billionen Yen (März 2016)[3]
Branche Elektronik
Website www.sharp-world.com

Das Unternehmen Sharp K.K. (jap. シャープ株式会社, Shāpu Kabushiki-gaisha) ist ein japanischer Elektronikkonzern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Konzernzentrale im Stadtteil Abeno-ku in Osaka
Tragbarer Fernseher von Sharp
Sharp-Taschenrechner
LCD-Fernseher der AQUOS-Serie in einem Fachgeschäft (2006)

1912 gründete Tokuji Hayakawa in Tokyo die Firma "Hayakawa Metals". 1915 entwickelte Hayakawa den Ever-Ready Sharp Pencil, einen mechanischen Bleistift und machte diesen Typ populär. Dieser Bleistift wurde dann auch im Ausland patentiert. 1923, nach dem Großen Kantō-Erdbeben, siedelte die Firma nach Osaka um. Dort entstand 1925 das erste japanische Radio auf Kristalldetektor-Basis, dem 1929 ein Gerät mit Radioröhren folgte. Ab 1931 beschäftigte sich die Firma als erstes privates Unternehmen in Japan mit Experimenten zum Fernsehen. 1935 ging die Firma an die Börse. Ab 1942 hieß die Firma "Hayakawa Electric".

Seit 1953 nahm die Firma eine Lizenz für Fernseher und produzierte sie als erste japanische Firma in Serie, und zwar unter dem Namen "Sharp". 1962 begann Sharp die ersten Mikrowellen-Kochgeräte zu bauen und 1963 startete die Serienproduktion von Solarzellen und Siliziumfotoelementen. 1964 baute Sharp einen der ersten transistorbasierten Tischrechner "COMPET", der heute in der Technischen Abteilung des British Museum zur ständigen Ausstellung gehört. 1969 folgte der ersten Rechner mit LSI-ICs, den QT-8D, 1971 den auf der Elektronik des QT-8D basierenden ersten mobilen elektronischen Taschenrechner EL-8 und 1973 der erste LCD-Taschenrechner. Treibende Kraft war Tadashi Sasaki (* 1915), der US-Erfahrungen besaß. In den 1980er Jahren war Sharp maßgeblich an der Entwicklung von portablen Computern beteiligt; neben IBM-kompatiblen Laptops waren vor allem die in BASIC programmierbaren sogenannten Pocketcomputer bekannt. 1981 gelang Sharp die Massenproduktion von Laserabtasteinheiten für CD-Spieler.

Fotohandy Sharp TM 200 mit 2-Megapixel-Kamera

Heute hat Sharp Zweigstellen in 30 Staaten und verkauft seine Produkte in 164 Ländern. Die Produktpalette reicht von Unterhaltungselektronik (insbesondere LCD-TVs und Audiosysteme) und Weißer Ware (z. B. Mikrowellengeräte) über digitale Informationssysteme (z. B. Multifunktionsgeräte, PDAs) und Mobiltelefone bis hin zu Solarmodulen. Darüber hinaus zählt die Entwicklung digitaler Kerntechnologien und Komponenten für elektronische Produkte (u.a. Opto-, Infrarot-, und Flash Memory-Elektronik) zu den Kernkompetenzen von Sharp.

Seit 1968 ist Sharp in Europa vertreten. Damals wurde die europäische Tochtergesellschaft "Sharp Electronics Europe GmbH" mit Sitz in Hamburg gegründet. Im Jahr 1986 wurde auch in Österreich eine Filiale gegründet, seit 1994 ist man in Wien für den osteuropäischen Raum (Central and Eastern European) zuständig.

Im Jahr 2001 stellte das Technologieunternehmen Sharp mit dem LC-C1 den ersten AQUOS LCD-TV vor und läutete damit das Zeitalter der LCD-Fernseher ein.[4] Mittlerweile sind LCD-Geräte die umsatzstärkste Sparte des Unternehmens.

Sharp war mit einem Marktanteil von weltweit 17 % seit 1999 einer der Weltmarktführer bei der Herstellung von Solarzellen und im Bereich der LC-Displays. (Stand: April 2007)

Sharp ging Ende 2007 eine strategische Partnerschaft mit Pioneer ein, um den steigenden Kosten der Entwicklung neuer Produkte zu begegnen.[5] Im April 2013 entschied sich Sharp, seine Pioneer-Anteile wieder zu veräußern.[6]

Ende Oktober 2011 gab Sharp bekannt, dass das Unternehmen wieder im europäischen Mobilfunkmarkt aktiv wird und stellte das neue Sharp Aquos SH80F mit Android-Betriebssystem vor.

2012 feierte Sharp seinen 100. Geburtstag.

In der ersten Hälfte seines bis Ende März 2013 laufenden Bilanzjahres brach der Umsatz um 16 Prozent auf rund elf Milliarden Euro ein. Der Verlust stieg auf 3,6 Milliarden Euro. Im November 2012 erhöhte Sharp die Verlustprognose - zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate - auf 4,5 Milliarden Euro.[7]

Nach einem Jahresverlust von 1,6 Mrd. Euro zum 31. März 2015 durch Preisdruck gab Sharp am 14. Mai die Streichung von 3000 Stellen bekannt, plante den Verkauf der Konzernzentrale in Osaka und weitere Kündigungen.[8] Im August 2015 wurde bekannt, dass der chinesische Elektronikkonzern Hisense das TV-Geschäft in Nord- und Südamerika, einschließlich Marke und einem Werk übernehmen will.[9]

Das taiwanische Unternehmen Foxconn Technology Group mit Sitz in Taipeh erwarb 2016 66 % der Anteile von Sharp zum reduzierten Preis von 389 Mrd. Yen, nachdem Sharp ein weiteres Verlustjahr mit einem operativen Verlust von 162 Mrd. Yen per Ende März 2016 aufgewiesen hat.[10] Dabei entstand der größte Verlust im Segment Display Devices mit LCD-Flachbildschirmen.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sharp Corporation – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://sharp-world.com/corporate/info/sb/index.html
  2. sharp-world.com: Members of the Board
  3. a b c Annual Report 2016, abgerufen am 30. September 2016
  4. http://www.sharp.de/cps/rde/xchg/de/hs.xsl/-/html/ifa-2011-sharp-europapraesident-sasaoka-sharp-setzt-auf-die-zukunftsmaerkte-der-mobilen-und-grossformatigen-lcds.htm
  5. Golem: Sharp steigt bei Pioneer ein 26. September 2007
  6. Sharp Continues Cash-Raising Quest. The Wall Street Journal. 14. April 2013. Abgerufen am 14. April 2013.
  7. handelsblatt.com: Die erschöpften Helden
  8. Sharp streicht nach Verlusten Tausende Stellen, ORF.at, 14. Mai 2015.
  9. Hisense kauft TV-Hersteller Sharp America, heise.de, Meldung vom 2. August 2015.
  10. Patrick Welter: Foxconn ist bei Sharp am Ziel. NZZ online, 30. März 2016