Shavkat Mirziyoyev

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Shavkat Mirziyoyev (2018)

Shavkat Miromonovich Mirziyoyev (russisch Шавкат Миромонович Мирзиёев Schawkat Miromonowitsch Mirsijojew, Aussprache: [ʃɑfˈkɑt mirɔˈmɔnəvʲit͡ɕ mirziˈjɔjɪf]; * 24. Juli 1957 bei Zomin, Usbekische SSR, Sowjetunion) ist seit 2016 Präsident der Republik Usbekistan. Zuvor war er seit 2003 Premierminister unter Staatsgründer Islom Karimov.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mirziyoyev wurde 1957 bei Zomin geboren, einer Stadt in der Provinz Jizzax (Dschissach). Er studierte in Taschkent am Institut für Mechanisierung und Bewässerungstechnik der Landwirtschaft. Er ist diplomierter Maschineningenieur und Kandidat der technischen Wissenschaften. Von 1974 bis zum Zerfall der Sowjetunion arbeitete er in der Landwirtschaft, speziell im Bereich der Bewässerungstechnik. Im politischen Bereich war er an seiner Hochschule als Komsomol-Sekretär aktiv. Später hatte er auch Posten in der Organisation der KPdSU inne und arbeitete als Hochschullehrer.

Im unabhängigen Usbekistan war er Leiter der Verwaltung der Provinz Jizzax und von 2001 bis 2003 der Provinz Samarqand. Von 1999 bis 2004 war Mirziyoyev Abgeordneter des Oliy Majlis, des usbekischen Parlaments. 2003 wurde er auf Vorschlag Präsident Karimovs als Nachfolger von Oʻtkir Sultonov zum Regierungschef gewählt. Im Januar 2005 wurde er vom Parlament nochmals in seinem Amt bestätigt. Da neben dem Präsidentenamt kein anderes politisches Amt wichtig ist, war Mirziyoyev als Premier selbst in Usbekistan weitgehend unbekannt.

Nach dem Tod von Staatspräsident Karimov wurde Mirziyoyev am 8. September 2016 bei einer gemeinsamen Sitzung beider usbekischen Parlamentskammern zum kommissarischen Staatsoberhaupt bestimmt.[1] Er gewann die Präsidentschaftswahl in Usbekistan 2016 mit 88,6 % der Stimmen und wurde am 14. Dezember 2016 Staatspräsident von Usbekistan.
Bei der Präsidentschaftswahl am 24. Oktober 2021 kandidierte Mirziyoyev für eine zweite Amtszeit und gewann diese mit 80,1 % der Wählerstimmen erwartungsgemäß. Die OSZE kritisierte im Nachhinein das Fehlen eines „echten Wettbewerbs“ und massive Unregelmäßigkeiten bei der Stimmauszählung.[2]

Reisen nach Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste offizielle Besuch eines Staatsoberhauptes der Republik Usbekistan nach 18 Jahren erfolgte im Januar 2019. Auf Einladung der deutschen Bundeskanzlerin traf am 21. Januar 2019 der usbekische Präsident in Berlin ein. In Berlin traf er Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble.[3] Im Vorfeld des Besuches und im Zusammenhang mit der voranschreitenden Liberalisierung des Marktes in Usbekistan wurden in Berlin beim Deutsch-Usbekischen Wirtschaftsforum Investitionsverträge mit einem Volumen von über 4 Milliarden Euro unterzeichnet.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Премьер Узбекистана стал новым руководителем республики auf newsru.com, vom 8. September 2016.
  2. Mirsijojew in Usbekistan wiedergewählt, veröffentlicht am 25. Oktober 2021 von Tagesschau
  3. Am 21. und 22. Januar 2019 weilt der Präsident der Republik Usbekistan zu einem offiziellen Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland. Abgerufen am 16. Januar 2019.
  4. Государственный комитет Республики Узбекистан по инвестициям. Abgerufen am 16. Januar 2019 (usbekisch).