Sheikh Omar Fye (1960)

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Sheikh Omar Fye[A 1] (* 10. Januar oder 13. September 1960 in Banjul) ist ein Leichtathlet aus dem westafrikanischen Staat Gambia, der sich auf die Kurzstrecke spezialisiert hat. Er nahm an den Olympischen Sommerspielen 1984 teil und führte als Flaggenträger die Delegation des Landes.[1][2] Für lange Zeit hielt Fye die nationalen Rekorde im 100- und 200-Meter-Lauf. Nach einer militärischen Karriere war er Minister in Gambia.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Grundschule ging Sheikh Omar Fye, ein Angehöriger der Ethnie Wolof, von 1972 bis 1976 in die Crab Island Secondary School, anschließend bis 1979 in die St. Augustine's High School. Vom Januar 1981 bis zum Juni 1983 arbeitete er in der Gambia Muslim High School als Lehrer. Im gleichen Monat trat er in die Gambia National Army ein, in der er bis Juni 1994 blieb. Vom Januar 1995 bis zum Juli 1996 war Fye beim Sicherheitsdienst American Protective Services als Field Supervisor tätig, von August 1996 bis Anfang 2000 beim Byers Engineering.

2006 wurde Fye Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im State House im Büro des Präsidenten Yahya Jammeh. Am 13. Juni 2006 wurde er von Jammeh ins Kabinett als Minister für Jugend, Sport und religiöse Angelegenheiten (State for Youth, Sports and Religious Affairs) berufen. Er wurde Nachfolger von Samba Faal.[3]

Dieses Amt behielt er bis zum August 2007, als er bei einer Kabinettsumbildung durch Mass Axi Gai ersetzt wurde.[4] Im September 2007 wurde Fye als stellvertretender Leiter der Botschaft in Mauretanien bestellt.[5]

Sportliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sheikh Omar Fye spielte neben Fußball und Basketball auch Rugby. Als Leichtathlet nahm er an den Commonwealth Games 1982 in Brisbane (Australien) und an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1983 in Helsinki (Finnland) teil.

Olympia 1984[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sheikh Omar Fye nahm bei den Olympischen Sommerspielen 1984 in Los Angeles an drei Wettbewerben teil:[6]

  • Im Wettbewerb 100-Meter-Lauf war er der Vorrunde der achten Gruppe zugeteilt und lief die Strecke in 10,87 Sekunden. Er wurde Sechster in diesem Lauf und qualifizierte sich damit nicht für die nächste Runde.
  • Im Wettbewerb 200-Meter-Lauf war er der Vorrunde der dritten Gruppe zugeteilt und lief die Strecke in 21,56 Sekunden. Er wurde Fünfter in diesem Lauf und qualifizierte sich damit nicht für die nächste Runde.
  • Im Wettbewerb 4×100-m-Staffel lief er zusammen mit Bakary Jarju, Dawda Jallow und Abdurahman Jallow. Fye lief als Vierter der Staffel, die im Vorlauf mit 40,73 Sekunden Letzte wurde und sich damit nicht für das Halbfinale qualifizieren konnte.

Persönliche Bestzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 100 Meter: 10,1 s (1984)
  • 200 Meter: 21,1 s (1983)

Militärische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 1983 trat Fye in die gambische Armee ein, 1984 bis 1985 war er auf der Royal Military Academy in Sandhorst (Vereinigtes Königreich) und bildete sich auf der Offiziersschule aus. 1987 besuchte er ein Company Commander Course in Quetta (Pakistan) und verbrachte 1991 bis 1992 in Jaji (Nigeria) auf dem Junior Division Staff College. Auf dem Command and General Staff College, Fort Leavenworth (Kansas), war er 1994.

1990 nahm er an einer Friedensmission der ECOMOG in Liberia teil.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sheikh Omar Fye ist Enkel von Sheikh Omar Fye, der in der Zeit ab den frühen 1920ern bis zum Zweiten Weltkrieg politisch tätig war.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sheikh Omar Fye (1960) in der Datenbank von Sports-Reference (englisch)
  2. Sheikh Omar Faye Secretary of State for Youth, Sports & Religious Affairs - CURRICULUM VITAE
  3. Sheikh Omar Faye - CURRICULUM VITAE Zugriff August 2008
  4. Breaking News: Jammeh snubs Minister Faye! vom 25. Juni 2007
  5. Sheikh Omar Faye is Gambia’s Deputy Head of Mission in Mauritania The Point vom 26. September 2007
  6. 1984 Official Olympic Report
Anmerkungen
  1. englisch Sheikh = deutsch Scheich ist hier kein muslimischer religiöser Titel, sondern wird als Vorname genutzt.